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Betrachtung zum Tage

Wahlkampfhilfe

Donnerstag, 21. Januar 2016, 18:31 Uhr
Wer den peinlichen Nachrichten heute etwas Gutes abgewinnen kann und wem sie nützen werden, darüber sinniert Olaf Schulze in seiner Betrachtung eines völlig normal wahnsinnigen Tages.

Wenn der geneigte Leser die innenpolitische Nachrichtenlage nur der letzten beiden Tage ansieht, dann beschlägt ihm automatisch die Lesebrille.

Der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg und seine Rheinland-Pfälzische SPD-Kollegin befehlen ihrem Landessender, dem SWR, Mandatsträger nicht genehmer Parteien nicht zur Talkrunde am Wahlabend einzuladen. Der ach so unabhängige öffentlich-rechtliche Sender pariert natürlich wie selbstverständlich. Nach derzeitigem Stand sitzen in Mainz nun im März die Spitzenkandidaten der Grünen und der SPD alleine im Studio (sofern sie den Einzug in den Landtag schaffen), weil die CDU-Kandidatin ihre Teilnahme jetzt auch abgesagt hat.

Vielleicht haben die Christdemokraten auch deshalb keine Zeit für Fernsehrunden, weil sie viele Briefe schreiben und ihrer geliebten Kanzlerin zustellen müssen. In der Bundeszentrale der Partei geht es zu wie in einem Hauptpostamt.

Und falls Sie, liebe Leser, diese christdemokratischen Entäußerungen zur Flüchtlingsfrage für etwas hysterisch halten, dann geht es Ihnen wie dem sozialen und demokratischen Parteivorsitzenden mit dem Namen eines Erzengels, der die widerborstigen Deutschen gerade im Zusammenhang mit den TTIP-Verhandlungen als „reich und hysterisch“ bezeichnete.

Bei den Mittags-Nachrichten im mdr-Rundfunk hatte ich heute Schwierigkeiten nicht die unschuldigen Spaghetti aus dem vor Unglauben offen stehenden Mund abstürzen zu lassen. Die Aufmachermeldung verkündete allen Ernstes, dass ein Untersuchungsausschuss in Großbritannien jetzt herausgefunden hat, dass der Doppelagent Litvinenko 2006 wahrscheinlich vom russischen Geheimdienst vergiftet wurde und dass wahrscheinlich Putin davon wusste, man ihn aber wahrscheinlich dafür nicht wird anklagen können.

Außer der Tatsache, dass der arme Mann immer noch tot ist, gibt es also keinen brauchbaren neuen Fakt in dieser Story.

Ich glaube, die einzigen, die in diesen Tagen vor Lachen nicht in den Schlaf kommen, sind die beschäftigungslosen Wahlkämpfer der AfD. Besseren Wahlkampf als der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die deutschen Spitzenpolitiker könnten sie selbst nämlich niemals machen.
Olaf Schulze
Autor: nnz

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