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„Katastrophe“

Sonntag, 24. Januar 2016, 21:00 Uhr
Das Thema im heutigen internationalen Presseclub war, wie konnte es anders sein, die Flüchtlingsproblematik. Unter anderem äußerte eine freie Journalistin aus Polen sinngemäß, die derzeitige Flüchtlingspolitik Deutschlands wird in die „Katastrophe“ führen. Hat sie Recht, fragt eine Leserin…


Dass Angela Merkel in Europa mit ihrer Flüchtlingspolitik allein ist, ist sicher unstrittig. Ich habe noch nicht gehört, dass Spanien, Portugal, Frankreich, Großbritannien, die Osteuropäer Flüchtlinge aufnehmen. Davon abgesehen wollen sie ja vorwiegend nach Schweden, Österreich und Deutschland. Schweden und Österreich nehmen nur noch begrenzte Zahlen auf. Sind diese Länder unmenschlich?

Bei der Beantwortung werden sich die „Geister“ scheiden. Die einen werden sagen, jeder Schutzsuchende muss die Möglichkeit haben einen Asylantrag zu stellen, die andere Gruppe wird argumentieren, wir werden nicht jeden aufnehmen können. Selbst Frau Merkel war im Sommer 2015 noch dieser Meinung, dass wir nicht alle Menschen aufnehmen können und manche auch wieder zurückgehen müssen. Das äußerte sie im „Bürgerdialog“ in Rostock im Sommer vergangenen Jahres, als das Mädchen Reem weinte, weil ihre Familie nur den Status der Duldung hatte. Diese Äußerungen lösten kontroverse Diskussionen aus. Von da an änderte Frau Merkel ihre Meinung.

Über 1.000.000 Menschen sind voriges Jahr zu uns gekommen, noch kein Familiennachzug berücksichtigt. Um nur eine Zahl zu nennen, es werden 20.000 neue Lehrer gebraucht. Wo sollen die her kommen? Wenn man die Grünen, die Linken oder die SPD hört, sind es immer allgemeine „Plattheiten“ wie Integration gelingen soll. Wie das alles bezahlt werden soll oder wo die vielen Kindergärtnerinnen, Lehrerinnen und Lehrer, Psychologen und vor allem Arbeitsplätze und Wohnraum herkommen sollen, diese Fragen bleiben unbeantwortet.

Wie man heute in den Nachrichten hören konnte, sind 10% der Flüchtlinge Akademiker. Das sagt ja alles. Von den etablierten Parteien war keine kritische Auseinandersetzung zur Flüchtlingsproblematik zu vernehmen, nur solche Aussagen waren zu hören, wie Bereicherung für unser Land, dringend benötigte Fachkräfte.

Diese Fachkräfte stehen dann vielleicht in 10 oder 15 Jahren zur Verfügung. Bis dahin weiß keiner, wie sich der Arbeitsmarkt entwickeln wird. Ich glaube, wenn der Zustrom von Flüchtlingen unvermindert anhält, kann das unser Land in die „Knie“ zwingen, kulturell und finanziell. Wenn alle europäischen Länder ihre Grenzen schließen, wird Deutschland als Exportweltmeister besonders leiden. Das könnte auch Arbeitsplätze vernichten. Es stellt sich also die Frage, weiterer ungehinderter Zustrom von Millionen von Flüchtlingen ohne Obergrenze, wie SPD, Linke und Grüne und Teile der CDU fordern oder Grenzschließungen?

Ich glaube nicht, dass es eine europäische Lösung geben wird, was die Verteilung der Flüchtlinge betrifft. Von den 160.000 Flüchtlingen, die in Europa verteilt werden sollten, sind gerade Mal 400 verteilt worden. Daran wird sich sicher auch nichts ändern.

Die Regierenden sind gewählt worden, um die Interessen der Bevölkerung zu vertreten. Wenn jetzt die Mehrheit der Bevölkerung der Flüchtlingspolitik kritisch gegenüber steht, wäre es doch das Beste, wenn man die Bevölkerung über die Flüchtlingspolitik abstimmen lassen würde.

Ein Professor äußerte es treffend, wenn die „Falschen“ das „Richtige“ sagen ist es falsch, wenn die „Richtigen“ das „Falsche“ sagen ist es richtig. Diese Äußerung war im Zusammenhang mit der Forderung der AfD nach Obergrenzen. Dann zogen andere Parteien nach mit dem Begriff der Kontingente, was ja letztendlich nichts anderes ist als eine Obergrenze und Österreich hat ja jetzt eine Obergrenze definiert. Aber so ist das.
Karla Rosenbach, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
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