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Hass und Herz
Freitag, 04. März 2016, 07:13 Uhr
Hass ist ein starkes Gefühl und in der Regel ein sehr endgültiges. Es bedeutet strikte Ablehnung von Personen, Dingen oder Sachverhalten. Hass entsteht aus Feindschaften aller Art und existentiellem Konkurrenzdruck. Es muss aber nicht zwangsläufig jede Kontroverse, die ausgefochten wird, am Ende hasserfüllte Teilnehmer zurücklassen.
Heute erleben wir einen gerade zu inflationären Umgang mit dem Wort Hass. Interessant ist dabei, dass keiner der Protagonisten auf den großen und kleinen politischen oder medialen Bühnen offen zugeben würde, den Andersdenkenden aktiv zu hassen. Aber es wird immer wieder ganz ungeniert unterstellt, dass der Gegenüber hasserfüllt sei. Mit Hass werden Polarisierungen geschaffen, die in verschiedenen Bevölkerungsschichten zu ganz unterschiedlichen Aggressionen führen können. Nämlich dann, wenn der Hass auf den unbeackerten Nährboden eines Problems fällt, wo er, wenn er einmal eingepflanzt ist, prächtig gedeihen kann.
Und das passiert gerade mit unserer Gesellschaft. Anstatt in konstruktiven Disputen um die besten Lösungen der anstehenden Probleme zu ringen, sind wir dazu übergegangen, uns bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu beschimpfen und den Gegner zu diffamieren. Sicherlich ist es wichtig, einen Standpunkt in der öffentlichen Debatte zu vertreten, aber der Respekt vor der Meinung des Andersdenkenden sollte gewahrt bleiben. Vorbilder müssten die Stützen unserer Gesellschaft sein, die sogenannten Eliten. Das sind Politiker, Publizisten, Künstler und führende Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter.
Leider wird gerade die erste Gruppe ihrer staatstragenden Funktion nur unzureichend gerecht. Sich der Auseinandersetzung mit unliebsamen Meinungen zu verweigern, wie es Frau Merkel tut oder mit Hilfe der Staatsmedien propagandistische Feldzüge zu führen und Repressalien anzudrohen, wie es der Bundesjustizminister zelebriert, stärkt die demokratischen Strukturen der Bundesrepublik nicht, sondern ist dazu geeignet, sie zu zerstören.
Es wird nicht reichen, dem Gegner Planlosigkeit vorzuwerfen, es muss endlich ein eigener Plan kommuniziert werden. Es bringt nichts, auf Gegendemonstrationen die Argumente der anderen zu übertönen, es müssen eigene Lösungsvorschläge erarbeitet werden.
Die Welt teilt sich nicht in Islamhasser und Gutmenschen, zwischen Herz und Hetze muss dringend die Vernunft Oberhand gewinnen und pragmatische gearbeitet werden. Frau Merkel muss uns endlich erklären, wie sie es schaffen will, Millionen anders denkende und sprechende Menschen zu integrieren, ohne dass schwerwiegende soziale Verwerfungen eintreten.
In einer Theaterzeitschrift war kürzlich zu lesen: Provokationstheater ist in der heutigen Situation nur wenig hilfreich. Regisseure, die sich auf die Bühne stellen und ihr Publikum beschimpfen werden dafür sorgen, dass dieses Publikum abwandert. So kann man es auch ausdrücken.
Olaf Schulze
Autor: nnzHeute erleben wir einen gerade zu inflationären Umgang mit dem Wort Hass. Interessant ist dabei, dass keiner der Protagonisten auf den großen und kleinen politischen oder medialen Bühnen offen zugeben würde, den Andersdenkenden aktiv zu hassen. Aber es wird immer wieder ganz ungeniert unterstellt, dass der Gegenüber hasserfüllt sei. Mit Hass werden Polarisierungen geschaffen, die in verschiedenen Bevölkerungsschichten zu ganz unterschiedlichen Aggressionen führen können. Nämlich dann, wenn der Hass auf den unbeackerten Nährboden eines Problems fällt, wo er, wenn er einmal eingepflanzt ist, prächtig gedeihen kann.
Und das passiert gerade mit unserer Gesellschaft. Anstatt in konstruktiven Disputen um die besten Lösungen der anstehenden Probleme zu ringen, sind wir dazu übergegangen, uns bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu beschimpfen und den Gegner zu diffamieren. Sicherlich ist es wichtig, einen Standpunkt in der öffentlichen Debatte zu vertreten, aber der Respekt vor der Meinung des Andersdenkenden sollte gewahrt bleiben. Vorbilder müssten die Stützen unserer Gesellschaft sein, die sogenannten Eliten. Das sind Politiker, Publizisten, Künstler und führende Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter.
Leider wird gerade die erste Gruppe ihrer staatstragenden Funktion nur unzureichend gerecht. Sich der Auseinandersetzung mit unliebsamen Meinungen zu verweigern, wie es Frau Merkel tut oder mit Hilfe der Staatsmedien propagandistische Feldzüge zu führen und Repressalien anzudrohen, wie es der Bundesjustizminister zelebriert, stärkt die demokratischen Strukturen der Bundesrepublik nicht, sondern ist dazu geeignet, sie zu zerstören.
Es wird nicht reichen, dem Gegner Planlosigkeit vorzuwerfen, es muss endlich ein eigener Plan kommuniziert werden. Es bringt nichts, auf Gegendemonstrationen die Argumente der anderen zu übertönen, es müssen eigene Lösungsvorschläge erarbeitet werden.
Die Welt teilt sich nicht in Islamhasser und Gutmenschen, zwischen Herz und Hetze muss dringend die Vernunft Oberhand gewinnen und pragmatische gearbeitet werden. Frau Merkel muss uns endlich erklären, wie sie es schaffen will, Millionen anders denkende und sprechende Menschen zu integrieren, ohne dass schwerwiegende soziale Verwerfungen eintreten.
In einer Theaterzeitschrift war kürzlich zu lesen: Provokationstheater ist in der heutigen Situation nur wenig hilfreich. Regisseure, die sich auf die Bühne stellen und ihr Publikum beschimpfen werden dafür sorgen, dass dieses Publikum abwandert. So kann man es auch ausdrücken.
Olaf Schulze
