kyffhaeuser-nachrichten.de
NABU bittet um Rücksicht

Amphibien wieder auf Wanderschaft

Freitag, 11. März 2016, 11:42 Uhr
Für die kommenden Tage rechnet der Naturschutzbund (NABU) Thüringen verstärkt mit dem Einsetzen von Amphibienwanderungen und bittet deshalb um rücksichtsvolles Fahren wenn Amphibien auf der Straße auftauchen. Vereinzelt sind bereits Grasfrösche unterwegs, die Verwandtschaft könnte bald folgen...

„Kröten, Frösche und Molche beginnen zu wandern wenn es feucht ist und die Bodentemperaturen über drei bis vier Grad Celsius liegen“, erklärt Ulrich Scheidt vom NABU-Landesfachausschuss Amphibien und Reptilien.

„Vereinzelt wurden uns aus Thüringen schon Grasfrösche auf Wanderschaft gemeldet. Wir gehen davon aus, dass sich die ersten Tiere vor allem in den Flusstälern und anderen geschützten Lagen auf den Weg zu ihren Laichgewässern machen“, so der Amphibienexperte, der auch Vorsitzender des Thüringer Vereins Amphibien- und Reptilienschutz in Thüringen (ART) ist.

Der aktuelle Winter zeigt sich fast durchgehend mild und ein echter Kälteeinbruch ist laut Deutschem Wetterdienst auch in den nächsten Tagen nicht zu erwarten. „Die Wandersaison eröffnen meist die Grasfrösche und Erdkröten. In der Regel verlassen zuerst die Männchen ihre Winterquartiere um an die Laichgewässer zu gelangen“, sagt Ulrich Scheidt.

Amphibien gehen demnächst wieder auf Wanderschaft (Foto: NABU Thüringen) Amphibien gehen demnächst wieder auf Wanderschaft (Foto: NABU Thüringen)

Die Tiere müssen oft weite Strecken zurücklegen. Nicht selten führt der Weg dorthin über stark befahrene Straßen. Genau hier lauert aber auch die Gefahr. Beim Überqueren der Straßen werden die Tiere überfahren oder können sogar, durch einen geschwindigkeitsbedingten Strömungsdruck der Autos auf die Fahrbahn, getötet werden. Deshalb ist es ratsam, beim Auftauchen von Amphibien auf der Straße vorsichtig und langsam zu fahren, ohne jedoch andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Auch für die ehrenamtlichen Naturschützer beginnt jetzt die Wandersaison.

Viele NABU-Gruppen in Thüringen bauen Krötenzäune auf und betreuen diese oft über mehrere Wochen lang, um Amphibien an besonders gefährlichen Stellen vor
dem Straßentod zu retten. Der NABU bittet Autofahrer auch um verstärkte Rücksichtnahme gegenüber den Betreuern an den Amphibienzäunen. Die Helfer sind am Abend, in der Nacht oder am frühen Morgen bei jeder Witterung
auf den Straßen unterwegs. Wer bei der Betreuung der Zäune mithelfen möchte, kann sich beim NABU melden. „Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer gäbe es kaum Amphibienschutz auf unseren Straßen“, sagt Ulrich Scheidt.
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de