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Engagement für Flüchtlinge

Neuer Spendenrekord

Samstag, 12. März 2016, 08:52 Uhr
Die Deutschen haben im Jahr 2015 rund 5,5 Milliarden Euro gespendet. Damit liegt das private Spendenaufkommen wieder deutlich über dem Vorjahr (plus 11,7 Prozent). Die GfK-Studie „Bilanz des Helfens“, die jährlich im Auftrag des Deutschen Spendenrats durchgeführt wird, zeigt außerdem: 47 Prozent der Bundesbürger haben sich im vergangenen Jahr für Flüchtlinge in Deutschland engagiert...

Rund 22,7 Millionen Menschen spendeten im Jahr 2015 Geld an gemeinnützige Organisationen oder Kirchen. Im Vergleich zum Vorjahr sind das etwa 0,3 Millionen Menschen mehr. Parallel zu diesem leichten Plus der Spenderzahl stieg die Spendenhäufigkeit deutlich von 6,2 auf 6,6 Spenden pro Person an. Auch die durchschnittliche Spende lag mit 37 Euro über dem Vorjahr (36 Euro).

Fast die Hälfte der Deutschen engagierte sich

Rund 47 Prozent der deutschen Privatpersonen ab 10 Jahren – das sind insgesamt 31,8 Millionen Menschen – haben sich nach eigenen Angaben im Jahr 2015 für Flüchtlinge in Deutschland engagiert. Dabei beteiligten sich 34 Prozent ausschließlich durch Sachspenden. Etwa 8 Prozent (5,4 Millionen Personen) spendeten Geld für die Flüchtlingshilfe in Deutschland und 6 Prozent investierten Zeit in Form von ehrenamtlichem Engagement. Besonders großes Engagement für Flüchtlinge, ins-besondere bei Geldspenden, zeigten die über 60-Jährigen. „Zeitspender“ waren dagegen in allen Altersgruppen mit Ausnahme der über 70-Jährigen gleichmäßig vertreten.

Daniela Felser, Geschäftsführerin des Deutschen Spendenrats, fügt hinzu, „Unsere Befragung zeigt, dass rund die Hälfte der Deutschen befürchtet, die eigene Bevölkerung könnte durch die Flüchtlingswelle benachteiligt werden. Gleichzeitig sehen wir aber auch, dass sich fast die Hälfte der Befragten im vergangenen Jahr für Flüchtlinge engagierte – und damit letztlich zu einem neuen Spendenrekord beigetragen hat.“

Anstieg bei Katastrophen, Rückgang bei Umwelt

Das Spendenvolumen stieg vor allem im Bereich humanitäre Hilfe. Daneben verbuchten auch Spenden für Tierschutz und Sport ein Plus. Umwelt-/Naturschutz und Kultur-/Denkmalpflege verzeichneten hingegen einen Rückgang. Deutlich an Bedeutung gewonnen haben Spenden für die Not-/Katastrophenhilfe. Darunter fallen sowohl Spenden für die Naturkatastrophen in der Welt – insbesondere die Erdbeben in Nepal – als auch Spenden, die im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise getätigt werden. Das deutliche Plus bei der Katastrophenhilfe ist zu 63 Prozent auf höhere Ausgaben der Spender und auf neue Spender zurückzuführen. Überdurchschnittlich oft gaben hier Mailings und Medien den Anstoß zum Spenden. Rund 37 Prozent der Mehrausgaben für Not-/Katastrophenhilfe gingen zu Lasten anderer Spendenzwecke.

Zur Studie

Die „Bilanz des Helfens“ im Auftrag des Deutschen Spendenrats ist ein Teilergebnis der Studie GfK CharityScope, die auf kontinuierlichen schriftlichen Erhebungen bei einer repräsentativen Stichprobe von 10.000 Panelteilnehmern basiert. GfK CharityScope ermittelt fortlaufend Daten zum Spendenverhalten von privaten Verbrauchern in Deutschland. Unter anderem werden Spendenvolumen, Spenden-höhe und bevorzugte Tätigkeitsbereiche abgefragt. Als Spende zählen die von deutschen Privatpersonen freiwillig getätigten Geldspenden an gemeinnützige Organisationen, Hilfs- sowie Wohltätigkeitsorganisationen und Kirchen. Nicht enthalten sind Erbschaften und Unternehmensspenden, Spenden an politische Parteien und Organisationen und gerichtlich veranlasste Geldzuwendungen, Stiftungsneu-gründungen und Großspenden über 2.500 Euro.

Die Daten zum Engagement für Flüchtlinge in Deutschland sind Ergebnis einer Befragung in der Stichprobe von GfK CharityScope, die Anfang Januar 2016 durchgeführt wurde.
Autor: red

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