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Neues aus Bad Frankenhausen

Es geht auch anders

Sonntag, 03. April 2016, 19:51 Uhr
Die Freude bei der Landrätin, der Schulleiterin und dem Vorsitzenden des Bildungsausschusses im Kreistag über die Entscheidung zum Bau des neuen Kyffhäusergymnasiums findet geteilte Zustimmung und vorwiegend Enttäuschung unter der Bevölkerung unserer Stadt., so in der Stellungnahme der Wählergemeinschaft Pro Frankenhausen...

Vor allem gibt die Art und Weise, wie der Beschluss durchgedrückt wurde, sehr zu denken!

Was für den Einen „so schön wie Weihnachten ist“, ist für viele Bürger unserer Stadt die Entscheidung für den Neubau des Gymnasiums an der Zweifelderhalle ein höchst undemokratischer politischer Akt.

Der Kreisausschuss, eine Minderheit, hat außerhalb der Tagungsordnung und über die Köpfe unseres Bürgermeisters und der Arbeitsgruppe hinweg ohne Vorhandensein verlässlichen Zahlenmaterials bezüglich eines Baukostenvergleichs der einzelnen Standorte eine reine Bauchentscheidung in hektischer Eile durchgeboxt.
Damit ist auch bewiesen, dass die Arbeitsgruppe, in der übrigens keine Fachleute vom Bau vertreten waren, nur das Alibi für bereits politisch gefällte Entscheidungen darstellte.

Der neue Standort wird von der Landrätin und Schuldirektorin schön geredet, obwohl dort viel schlechtere Bedingungen herrschen. Allein das ständige Überqueren der Bundesstraße stellt ein Gefahrenpotential für die Schüler dar und der Baugrund ist wegen des sumpfigen Bodens um vieles schlechter als am alten Standort. Die Nähe zur Zweifelderhalle gleicht diese Nachteile nicht aus. Man wird erst schlauer, wenn die Baukosten wirklich explodieren – aber man hat sich wieder mal durchgesetzt, egal wie!

Dass es um weit mehr geht als reine Baukosten, hat das Entscheidungsgremium nicht interessiert, auch nicht ob der ausgewählte Standort überhaupt baulich und infrastrukturmäßig geeignet ist und was aus dem alten denkmalgeschützten Schulgebäude werden soll.
Hier geht es auch um das Zusammenleben von Menschen, um den Erhalt von Traditionen, um die Einhaltung städtebauliche Aspekte und um die Weiterbelebung unserer Stadt.

Dass es auch anders gehen kann, beweist die Generalsanierung des Gymnasiums in Pößneck:

Hier dazu ein Auszug aus der „Ostthüringer Zeitung“:

"Das ist ein besonderer Tag in der Geschichte der Pößnecker Bildung", erklärte Schulleiter 
Steffen Heerwagen, als er zur feierlichen Einweihung in so viele glückliche, erleichterte, freudig-aufgeregte Gesichter blickte. Mit der Fertigstellung der Generalsanierung und energetischen Sanierung des Staatliches Gymnasiums "Am Weißen Turm" in Pößneck ging für die Schule, die Stadt und den Landkreis als Schulträger ein Traum in Erfüllung. Ein Traum, der knapp über acht Millionen Euro kostete, der ein Schulhaus aus dem 19. Jahrhundert in eine moderne und einzigartige Bildungseinrichtung verwandelte.

Das Gebäude, erbaut 1885 bis 1888, ist ein Einzeldenkmal. So verbindet sich hier nun auf geniale Weise Altes mit Neuem, zum Beispiel ein historisches Schachtsystem der ehemaligen Warmluftheizung mit modernsten Zu- und Abluftanlagen. Landrat Thomas Fügmann (CDU) äußerte sich begeistert von der Feinheit im Detail bei der Umsetzung dieser Sanierung. Er verschwieg auch nicht, welches Kopfzerbrechen es ihm bereitete, dass die Finanzierung des Bauvorhabens zu seinem Amtsantritt 2012 nicht vollständig gesichert war. Am 16. April 2012 konnte mit der lange Zeit größten Baustelle des Saale-Orla-Kreises begonnen werden, dank eines zinsloses Darlehens des Stadtentwicklungsfonds und EFRE-Mitteln sowie Unterstützung der Stadt Pößneck.

Den gildehaus.reich architekten aus Weimar gelang eine eindrucksvolle Planung, Bauleitung und Zusammenarbeit mit 40 Handwerksfirmen in 37 verschiedenen Gewerken. In den zweieinhalb Jahren Bauzeit wurden 210 000 Arbeitsstunden geleistet. Eingebaut wurden beispielsweise 284 neue Fenster, 129 aufgearbeitete und neue Türen, etwa 60 000 Meter Kabel und Leitungen der Elektroinstallation, 25 000 Meter Netzwerkkabel, 1000 Leuchten, 2250 Meter Heizungsrohre. Es gibt zwölf moderne Whiteboards statt Tafeln. "Die Kreidezeit ist vorbei", wie Schulleiter Steffen Heerwagen feststellte. Vorbei ist auch die Zeit, da das Schulgeschehen des Gymnasiums auf drei Gebäude verteilt war, vorbei die Zeit von "Beutelphysik", "Eimerchemie" und "Rucksackmusik".

"Das ist ein großer Tag für unsere Stadt", rief Bürgermeister Michael Modde (Freie Wähler) aus und dankte allen beteiligten Firmen, Planern, Bauleuten, dem Landratsamt, den Pößnecker Lehrern und Schülern für das Geleistete. Und stehende Ovationen gab es, als Helmut Schmidt, Vorstand der Kreissparkasse Saale-Orla, als erster den Dank an den Schulleiter Steffen Heerwagen für seine außergewöhnliche Hingabe und Leistung in dieser Bau- und Umzugszeit aussprach.“

Der Landrätin und dem Kreistag muss klar sein, dass das Kyffhäuser-Gymnasium ein Politikum
für die Bürger der Stadt Bad Frankenhausen ist und durch gemeinsame Anstrengungen aller Beteiligten über Parteigrenzen hinweg nach dem Pößnecker Vorbild neidlos gelöst werden sollte.
Und es geht wirklich auch anders!.

Wir, die Wählergemeinschaft Pro Frankenhausen, setzen uns weiterhin für den Erhalt des vorhandenen Standortes Kyffhäuser-Gymnasium ein, wie auch 85% der Teilnehmer einer Online-Umfrage in einer Tageszeitung.

Wählergemeinschaft Pro Frankenhausen
Autor: khh

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