Neues aus Sondershausen
Biologische Invasionen
Sonntag, 17. April 2016, 10:14 Uhr
Eine Wanderausstellung in Sondershausen beschäftigt sich seit gestern mit dem Thema: Wie gelangen Tiere, Pflanzen, Bakterien und Pilze von einem Lebensraum in einen anderen?...
Stimmungsvoll mit Musikschülern des Konservatoriums Sondershausen, die von Plamen Vassilev ausgebildet werden, begann gestern im Vestibül von Schloss Sondershausen die Eröffnung von Station 4 der Wanderausstellung "Biologische Invasionen".
Im goldenen Zeitalter der Entdeckungen, so Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) gestern bei der Eröffnung der Ausstellung wollte es sich kein Fürst entgehen lassen, an den Entdeckungen in den verschiedensten Teilen der Erde mitzumachen. Und so schwärmten viele Menschen auf Expeditionen und Handelsreisen in alle Welt aus, auch aus Sondershausen und so stammt manches Exponat im Schlossmuseum einer solchen Reise, wie Kreyer erinnerte.
Spätestens der Entdeckung Amerikas ein Mechanismus in Gang gesetzt, der die natürlichen Barrieren für in sich geschlossene Ökosysteme außer Kraft setzt. Weltweiter Handel, Entdeckertum, Tourismus, rasante Entwicklung von Transport- und Verkehrswegen ermöglichen seitdem die Ankunft von Organismen in neuen Domizilen. In der Regel wird ein Neuankömmling nicht bemerkt, insbesondere wenn Überlebensmöglichkeiten nicht gegeben sind. Findet ein Organismus eine Nische im vorhandenen Ökosystem, kann es zur Bildung starker Populationen kommen. Stark genug, um einheimische Lebewesen zu verdrängen.
Sehr eindrucksvoll brachte Herr Weise aus Mühlhausen dieses Thema den Besuchern nahe.
Vom 16. April 2016 bis zum 27. November 2016 haben Besucher des Schlossmuseums Sondershausen die Möglichkeit, sich über dieses spannende Thema zu informieren. In einem Projekt der Stadt Sondershausen wird in der Alten Hofküche im Schloss die Wanderausstellung Biologische Invasion. Verschleppte Tiere und Pflanzen verändern die Welt gezeigt.
Gut bekannt sind eingeschleppte Arten, wie z.B. der nordamerikanische Waschbär oder die Kanadische Goldrute. Die eingewanderte Pflanze ist mittlerweile an fast jeder Böschung zu finden, wie auch in den letzten Jahren z.B.. die Bestände der Orientalischen Zackenschote und des Drüsigen Springkrautes in vielen Gebieten nahezu explodiert sind. Aber auch Hortensien und Kamelien schmücken sogar unsere Wohnungen zum teil
Die Zahl der gebietsfremden Tier- und Pflanzenarten in Europa liegt bereits bei über 12.000, Tendenz steigend. Laufend werden neue Arten eingeschleppt. In jüngerer Zeit etwa der gefürchtete Laubholzkäfer, die allergene Beifuß-Ambrosia oder Pilze, die für das Eschenaustriebssterben und das Ulmensterben verantwortlich sind. Der wachsende Verkehr und der weltweite Handel mit Pflanzen und Holz sind bei diesen Beispielen ursächlich. Die ökonomischen Schäden liegen in zweistelliger Milliardenhöhe. Sie gehören zu den messbaren Nebenkosten einer sich immer weiter globalisierenden Welt.
Dabei hat Europa keineswegs die größten Probleme mit invasiven Arten. Isolierte Inselgruppen wie Hawaii oder Neuseeland weisen den größten Anteil gebietsfremder Tier- und Pflanzenarten auf, sagt Brehm. Eingeführte Ratten, Hunde, Katzen und Hermeline bedrohen unmittelbar seltene und weltweit einmalige Arten, wie zum beispielsweise die neuseeländischen Kiwis. Ursprünglich gab es auf den Inseln keine räuberischen Säugetiere, auf die sich die heimische Fauna evolutionär hätte einstellen können. Der Mensch ist gefordert, den von ihm selbst angerichteten Schaden einzudämmen bzw. wieder rückgängig zu machen. Und tatsächlich wurden bereits auf vielen Inseln die eingeschleppten Invasoren erfolgreich entfernt.
Dank der Leihgaben vom Phyletischen Museum Jena, den Museen der Naturkunde in Gera, Erfurt und Stuttgart sowie Objekten aus der Naturkundlichen Sammlung des Sondershäuser Museums können in der Ausstellung Biologische Invasion über 60 Vertreter invasiver Arten aus Europa und Neuseeland, sowohl auf dem Land als auch im Wasser gezeigt werden. Eine anschauliche Darstellung regional spezifischer Aspekte wird dank Leihgaben der Unteren Naturschutzbehörde des Kyffhäuserkreises und des Thüringer Forstamt in Sondershausen möglich.
Die Ausstellung will jedoch nicht nur informieren. Die Besucher werden gleichzeitig gefordert, sich mit dem Problem auseinanderzusetzen: Wer ist wie an der Verschleppung beteiligt? Welche praktischen, aber auch ethischen Fragen stellen sich beim Umgang mit invasiven Arten? Was kann jeder einzelne gegen den scheinbar unumkehrbaren Trend biologischer Invasionen tun? usw.
Die Ausstellung Biologische Invasion kann bis zum 27. November 2016 dienstags bis sonntags von 10.00 bis 17.00 Uhr im Schlossmuseum Sondershausen besichtigt werden (ehemalige Hofküche).
Autor: khhStimmungsvoll mit Musikschülern des Konservatoriums Sondershausen, die von Plamen Vassilev ausgebildet werden, begann gestern im Vestibül von Schloss Sondershausen die Eröffnung von Station 4 der Wanderausstellung "Biologische Invasionen".
Im goldenen Zeitalter der Entdeckungen, so Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) gestern bei der Eröffnung der Ausstellung wollte es sich kein Fürst entgehen lassen, an den Entdeckungen in den verschiedensten Teilen der Erde mitzumachen. Und so schwärmten viele Menschen auf Expeditionen und Handelsreisen in alle Welt aus, auch aus Sondershausen und so stammt manches Exponat im Schlossmuseum einer solchen Reise, wie Kreyer erinnerte.
Spätestens der Entdeckung Amerikas ein Mechanismus in Gang gesetzt, der die natürlichen Barrieren für in sich geschlossene Ökosysteme außer Kraft setzt. Weltweiter Handel, Entdeckertum, Tourismus, rasante Entwicklung von Transport- und Verkehrswegen ermöglichen seitdem die Ankunft von Organismen in neuen Domizilen. In der Regel wird ein Neuankömmling nicht bemerkt, insbesondere wenn Überlebensmöglichkeiten nicht gegeben sind. Findet ein Organismus eine Nische im vorhandenen Ökosystem, kann es zur Bildung starker Populationen kommen. Stark genug, um einheimische Lebewesen zu verdrängen.
Sehr eindrucksvoll brachte Herr Weise aus Mühlhausen dieses Thema den Besuchern nahe.
Vom 16. April 2016 bis zum 27. November 2016 haben Besucher des Schlossmuseums Sondershausen die Möglichkeit, sich über dieses spannende Thema zu informieren. In einem Projekt der Stadt Sondershausen wird in der Alten Hofküche im Schloss die Wanderausstellung Biologische Invasion. Verschleppte Tiere und Pflanzen verändern die Welt gezeigt.
Gut bekannt sind eingeschleppte Arten, wie z.B. der nordamerikanische Waschbär oder die Kanadische Goldrute. Die eingewanderte Pflanze ist mittlerweile an fast jeder Böschung zu finden, wie auch in den letzten Jahren z.B.. die Bestände der Orientalischen Zackenschote und des Drüsigen Springkrautes in vielen Gebieten nahezu explodiert sind. Aber auch Hortensien und Kamelien schmücken sogar unsere Wohnungen zum teil
Die Zahl der gebietsfremden Tier- und Pflanzenarten in Europa liegt bereits bei über 12.000, Tendenz steigend. Laufend werden neue Arten eingeschleppt. In jüngerer Zeit etwa der gefürchtete Laubholzkäfer, die allergene Beifuß-Ambrosia oder Pilze, die für das Eschenaustriebssterben und das Ulmensterben verantwortlich sind. Der wachsende Verkehr und der weltweite Handel mit Pflanzen und Holz sind bei diesen Beispielen ursächlich. Die ökonomischen Schäden liegen in zweistelliger Milliardenhöhe. Sie gehören zu den messbaren Nebenkosten einer sich immer weiter globalisierenden Welt.
Dabei hat Europa keineswegs die größten Probleme mit invasiven Arten. Isolierte Inselgruppen wie Hawaii oder Neuseeland weisen den größten Anteil gebietsfremder Tier- und Pflanzenarten auf, sagt Brehm. Eingeführte Ratten, Hunde, Katzen und Hermeline bedrohen unmittelbar seltene und weltweit einmalige Arten, wie zum beispielsweise die neuseeländischen Kiwis. Ursprünglich gab es auf den Inseln keine räuberischen Säugetiere, auf die sich die heimische Fauna evolutionär hätte einstellen können. Der Mensch ist gefordert, den von ihm selbst angerichteten Schaden einzudämmen bzw. wieder rückgängig zu machen. Und tatsächlich wurden bereits auf vielen Inseln die eingeschleppten Invasoren erfolgreich entfernt.
Dank der Leihgaben vom Phyletischen Museum Jena, den Museen der Naturkunde in Gera, Erfurt und Stuttgart sowie Objekten aus der Naturkundlichen Sammlung des Sondershäuser Museums können in der Ausstellung Biologische Invasion über 60 Vertreter invasiver Arten aus Europa und Neuseeland, sowohl auf dem Land als auch im Wasser gezeigt werden. Eine anschauliche Darstellung regional spezifischer Aspekte wird dank Leihgaben der Unteren Naturschutzbehörde des Kyffhäuserkreises und des Thüringer Forstamt in Sondershausen möglich.
Die Ausstellung will jedoch nicht nur informieren. Die Besucher werden gleichzeitig gefordert, sich mit dem Problem auseinanderzusetzen: Wer ist wie an der Verschleppung beteiligt? Welche praktischen, aber auch ethischen Fragen stellen sich beim Umgang mit invasiven Arten? Was kann jeder einzelne gegen den scheinbar unumkehrbaren Trend biologischer Invasionen tun? usw.
Die Ausstellung Biologische Invasion kann bis zum 27. November 2016 dienstags bis sonntags von 10.00 bis 17.00 Uhr im Schlossmuseum Sondershausen besichtigt werden (ehemalige Hofküche).







