Man kann alt werden wie eine Kuh und lernt immer noch dazu
Auf Tour durch Bad Frankenhausen
Mittwoch, 20. April 2016, 00:40 Uhr
Mit dieser doch etwas ungewöhnlichen Überschrift möchte ich den Ausflug der Gruppe des WB 4 aus Sondershausen beginnen...
Insgesamt 31 Seniorinnen und Senioren machten sich auf eine kulinarische und sehr interessante geschichtliche Reise nach Bad Frankenhausen.
Im Chinesischen Restaurant Orchidee hatte ich auf Wunsch unserer Senioren Plätze zum Mittagstisch reserviert. Also schlemmen wie der Kaiser von China war angesagt. Für jeden Geschmack und je nach Appetit gab es a la Carte eine reichliche Auswahl. Einige Damen schafften ihre großen Portionen leider nicht. Manchmal sind die Augen halt doch größer als der wirkliche Appetit, aber es hat allen sehr gut gemundet und war mal wieder etwas ganz anderes zum Mittagstisch für viele.
Danach schlenderten wir auf dem Fußgängerboulevard in Richtung Museum. Natürlich nutzten unsere Damen gleich die Gelegenheit um hier und dort nach einer schicken Bluse, Schuhen oder anderen Accessoires zu schauen. Es sei ihnen wirklich vergönnt. Uns fielen zwei Bronzefiguren in diesem Bereich auf, die junge nackte Mädchen darstellten. Ganz Gentlemanlike haben wir diese aber für die Damen, die sich etwas darüber pikierten, kurzzeitig verhüllt, vielleicht damit die Figuren keinen Schnupfen bekommen sollten – oder so. Über Kunst lässt sich halt streiten, oder auch nicht. Dem einen gefällt es, dem anderen nicht. Wem es nicht gefällt, der braucht ja nicht hinschauen, oder?!
Ein ganz besonderes Erlebnis war für uns dann der Besuch und die Führung durch das Regionalmuseum im Schloss in Bad Frankenhausen. Das Schloss gehörte dem Geschlecht der Schwarzburger, zu dem auch die Linie Schwarzburg/Sondershausen zählt. Allerdings diente dieser Bau nicht als Residenz oder Lustschloss. Dafür hatte man unter anderem das Schlooss im Ratsfeld. In Bad Frankenhausen waren in dem Gebäude die fürstlichen Ministerien untergebracht. Wir würden heute sagen die Verwaltung war dort ansässig.
Das Museum beherbergt Exponate und Schätzchen zu Geologie und Bergbau, Naturkunde, Ur- und Frühgeschichte, Geschichte des Salzes und dessen Gewinnung in der Region, das Kyffhäusergebiet im Mittelalter, Reformation und Bauernkrieg, das sich aus der Salzgewinnung entwickelnde Kur- und Badewesen beginnend mit Dr. Maniske, der bei den Pfännern Badewannen mit Solebad aufstellen ließ, Geschichte des Knopfes und seiner Herstellung in der Region bis 2004 und wechselnde Sonderausstellungen.
Begleitet wurden wir durch diese vielen Sach- und Themengebiete von Frau Kuchenbecker.
Das Schloss, gegründet auf den Fundamenten einer vorherigen Burg und eingebunden in die damalige Stadtmauer, hat viele Wandlungen und Nutzungen erfahren. Bei der letzten Sanierung wurde ein Neubau angefügt mit Treppenhaus, Fahrstuhl und entsprechenden Rampen in den Zuwegungen, so dass auch unsere Seniorinnen mit Rollator sehr gut den gesamten Museumsbereich erleben konnten. Ich kann hier nicht aus allen Sachgebieten berichten, aber zwei Gebiete möchte ich stellvertretend doch etwas hervorheben.
Das sind zum einen das Kur- und Badewesen und zum zweiten die Knopfherstellung.
Eine unserer Seniorinnen berichtete in dieser Ausstellung, dass sie auch als 8jähriges Mädchen zu den Badekuren mit Sole nach Bad Frankenhausen gefahren ist. Damals waren es noch Holzbottiche und sie erkannte auch die Kuranlagen auf den dargestellten alten Fotos wieder. Sehr fasziniert waren wir alle auch in der Knopf-Ausstellung. Ein Berufs- und Industriezweig, der hier in der Region leider untergegangen ist. Viele Kenntnisse und viel Wissen sind hier für die Nachwelt leider verloren gegangen. Was bleibt sind viele besondere Exponate und Darstellungen. Den Kohleofen in der Küche mit aufgestellter Wassserblase auf dem Herd, in der dann immer warmes Wasser zur Verfügung stand, kennen wir in unserer Generation auch noch.
Auch das so genannte Waschtischchen, auf dem oben eine Emaille-Schüssel stand und darunter eine Ablage für das Seifenstück vorgesehen war. Das gute Sofa war sicher der Vollständigkeit halber dazu gestellt worden. Ich kenne das noch anders. Bis in die 70er Jahre hinein gab es bei Oma und Opa die so genannte gute Stube, in die es nur zu Feiertagen und besonderen Anlässen ging. Auf dem Sofa befanden sich neben diversen Kissen auch Häkeldeckchen auf der Rückenlehne, die durch unsere nicht immer ganz sauberen Kinderhälse nicht beschmutzt werden sollten. Die gute Stube werde erst mit dem Kauf des ersten schwarz/weiß Röhrenfernsehers Marke RAFENA Patriot für den täglichen Gebrauch frei gegeben. Opa wollte ja schließlich auch damals schon unter anderem Fußball und Nachrichtensendungen gucken und wir Kinder schauten Zehn vor Sieben unser Sandmännchen im Abendgruß und Samstag Abend um Sieben kam dann noch Mini-Kino oder Arthur der Engel und andere Zeichentrickfilme und Serien.
So verbindet halt jeder in solchen Ausstellungen die Dinge mit ganz persönlichen Erlebnissen, Erfahrungen und Erinnerungen.
Wir bedanken uns ganz herzlich beim Team des Restaurants Orchidee für die gute Gastlichkeit und Bewirtung und beim Team vom Regionalmuseum Bad Frankenhausen um Frau Kuchenbecker für die besondere und interessante Führung und Begleitung durch das Museum.
Thomas Leipold
WB 4 Sondershausen
Autor: khhInsgesamt 31 Seniorinnen und Senioren machten sich auf eine kulinarische und sehr interessante geschichtliche Reise nach Bad Frankenhausen.
Im Chinesischen Restaurant Orchidee hatte ich auf Wunsch unserer Senioren Plätze zum Mittagstisch reserviert. Also schlemmen wie der Kaiser von China war angesagt. Für jeden Geschmack und je nach Appetit gab es a la Carte eine reichliche Auswahl. Einige Damen schafften ihre großen Portionen leider nicht. Manchmal sind die Augen halt doch größer als der wirkliche Appetit, aber es hat allen sehr gut gemundet und war mal wieder etwas ganz anderes zum Mittagstisch für viele.
Danach schlenderten wir auf dem Fußgängerboulevard in Richtung Museum. Natürlich nutzten unsere Damen gleich die Gelegenheit um hier und dort nach einer schicken Bluse, Schuhen oder anderen Accessoires zu schauen. Es sei ihnen wirklich vergönnt. Uns fielen zwei Bronzefiguren in diesem Bereich auf, die junge nackte Mädchen darstellten. Ganz Gentlemanlike haben wir diese aber für die Damen, die sich etwas darüber pikierten, kurzzeitig verhüllt, vielleicht damit die Figuren keinen Schnupfen bekommen sollten – oder so. Über Kunst lässt sich halt streiten, oder auch nicht. Dem einen gefällt es, dem anderen nicht. Wem es nicht gefällt, der braucht ja nicht hinschauen, oder?!
Ein ganz besonderes Erlebnis war für uns dann der Besuch und die Führung durch das Regionalmuseum im Schloss in Bad Frankenhausen. Das Schloss gehörte dem Geschlecht der Schwarzburger, zu dem auch die Linie Schwarzburg/Sondershausen zählt. Allerdings diente dieser Bau nicht als Residenz oder Lustschloss. Dafür hatte man unter anderem das Schlooss im Ratsfeld. In Bad Frankenhausen waren in dem Gebäude die fürstlichen Ministerien untergebracht. Wir würden heute sagen die Verwaltung war dort ansässig.
Das Museum beherbergt Exponate und Schätzchen zu Geologie und Bergbau, Naturkunde, Ur- und Frühgeschichte, Geschichte des Salzes und dessen Gewinnung in der Region, das Kyffhäusergebiet im Mittelalter, Reformation und Bauernkrieg, das sich aus der Salzgewinnung entwickelnde Kur- und Badewesen beginnend mit Dr. Maniske, der bei den Pfännern Badewannen mit Solebad aufstellen ließ, Geschichte des Knopfes und seiner Herstellung in der Region bis 2004 und wechselnde Sonderausstellungen.
Begleitet wurden wir durch diese vielen Sach- und Themengebiete von Frau Kuchenbecker.
Das Schloss, gegründet auf den Fundamenten einer vorherigen Burg und eingebunden in die damalige Stadtmauer, hat viele Wandlungen und Nutzungen erfahren. Bei der letzten Sanierung wurde ein Neubau angefügt mit Treppenhaus, Fahrstuhl und entsprechenden Rampen in den Zuwegungen, so dass auch unsere Seniorinnen mit Rollator sehr gut den gesamten Museumsbereich erleben konnten. Ich kann hier nicht aus allen Sachgebieten berichten, aber zwei Gebiete möchte ich stellvertretend doch etwas hervorheben.
Das sind zum einen das Kur- und Badewesen und zum zweiten die Knopfherstellung.
Eine unserer Seniorinnen berichtete in dieser Ausstellung, dass sie auch als 8jähriges Mädchen zu den Badekuren mit Sole nach Bad Frankenhausen gefahren ist. Damals waren es noch Holzbottiche und sie erkannte auch die Kuranlagen auf den dargestellten alten Fotos wieder. Sehr fasziniert waren wir alle auch in der Knopf-Ausstellung. Ein Berufs- und Industriezweig, der hier in der Region leider untergegangen ist. Viele Kenntnisse und viel Wissen sind hier für die Nachwelt leider verloren gegangen. Was bleibt sind viele besondere Exponate und Darstellungen. Den Kohleofen in der Küche mit aufgestellter Wassserblase auf dem Herd, in der dann immer warmes Wasser zur Verfügung stand, kennen wir in unserer Generation auch noch.
Auch das so genannte Waschtischchen, auf dem oben eine Emaille-Schüssel stand und darunter eine Ablage für das Seifenstück vorgesehen war. Das gute Sofa war sicher der Vollständigkeit halber dazu gestellt worden. Ich kenne das noch anders. Bis in die 70er Jahre hinein gab es bei Oma und Opa die so genannte gute Stube, in die es nur zu Feiertagen und besonderen Anlässen ging. Auf dem Sofa befanden sich neben diversen Kissen auch Häkeldeckchen auf der Rückenlehne, die durch unsere nicht immer ganz sauberen Kinderhälse nicht beschmutzt werden sollten. Die gute Stube werde erst mit dem Kauf des ersten schwarz/weiß Röhrenfernsehers Marke RAFENA Patriot für den täglichen Gebrauch frei gegeben. Opa wollte ja schließlich auch damals schon unter anderem Fußball und Nachrichtensendungen gucken und wir Kinder schauten Zehn vor Sieben unser Sandmännchen im Abendgruß und Samstag Abend um Sieben kam dann noch Mini-Kino oder Arthur der Engel und andere Zeichentrickfilme und Serien.
So verbindet halt jeder in solchen Ausstellungen die Dinge mit ganz persönlichen Erlebnissen, Erfahrungen und Erinnerungen.
Wir bedanken uns ganz herzlich beim Team des Restaurants Orchidee für die gute Gastlichkeit und Bewirtung und beim Team vom Regionalmuseum Bad Frankenhausen um Frau Kuchenbecker für die besondere und interessante Führung und Begleitung durch das Museum.
Thomas Leipold
WB 4 Sondershausen












