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Probleme der Landwirtschaft diskutiert

Mittwoch, 20. April 2016, 00:48 Uhr
Warum die Ortsumfahrung Greußen der B4 ein Thema der gestrigen Landwirtschaftskonferenz war und welche Themen noch besprochen wurden, gibt es hier...

Auch dieses Jahr fand im Kyffhäuserkreis wieder ein Landwirtschaftskonferenz statt, die auch von interessierten Bürgern besucht werden konnte und vom Bauernverband Kyffhäuserkreis e.V. und dem Landratsamt organisiert wurde.

Probleme der Landwirtschaft diskutiert (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Probleme der Landwirtschaft diskutiert (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Dr. Wolfgang Peter (Vorsitzende des Bauernverband Kyffhäuserkreis e.V.), Dr. Klaus Sühl ( Staatssekretär des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft), Landrätin Antje Hochwind (SPD) und Manfred Pilch (Amtsleiter des Landwirtschaftsamtes Bad Frankenhausen / Sömmerda)

Zuerst informiert Dr. Peter über den gemeinsamen Betriebsbesuch bei der Großbrüchter Agrar GmbH und Co KG. Nach einem Betriebsrundgang wurde am PC gezeigt, dass es große Probleme bei der Ausfüllung von Formularen gibt. Beim Einzeichnen von Flächen können wenige Millimeter am PC verrutscht glei enorme Mengen an Förderung kosten. Der Staatssekretär will das prüfen lassen (mehr Toleranz bei der Flächenangabe). Auch das Kulak würde einen enormen bürokratischen Aufwand erfordern.

Probleme der Landwirtschaft diskutiert (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Probleme der Landwirtschaft diskutiert (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Bei seinem Referat verwies Dr. Sühl auf die komplizierten Probleme in der Landwirtschaft, speziell beim Milchpreis. Die Milchpreise gefährden die milcherzeugenden Betriebe, wie später Holger Erl von der Agrar GmbH Oldisleben an hand vieler Zahlen demonstrierte. Übrigens, von 4 Cent Milchpreiserhöhung beim Verbrauchen kommen nur 0,4 Cent beim Erzeuger im Durchschnitt an!

Eine befriedigende Lösung ist nicht in Sicht, denn die die Milchproduktion steigt immer noch und drückt die Preis noch mehr nach unten. Man muss den Milchbetrieben Möglichkeiten bieten in andere Landwirtschaftsbereiche zu wechseln.
Am Freitag soll es in Erfurt dazu eine Konferenzgeben.

Dr. Sühl: Idee! Regal mit Thüringer Milchprodukten in die Supermärkte stellen und Bevölkerung animieren heimische Produkte zu kaufen.

Von den Landwirten kam die Forderung, dass die Bindungsfristen bei Fördermitteln gelockert bzw. ganz abgeschafft werden, um einen besseren Ausstieg aus der Milchproduktion zu finden.

Kritik kam von den Landwirten zur Frage des Flächenfraß. Thema dabei auch die Ortsumfahrung Greußen. Hier sollen große Schläge besten Bodens durchschnitten werden. Frage an den Staatssekretär, wo sollen die Ausgleichsflächen herkommen, da gibt es wenn, dann nur schlechteren Boden.

Ein weiterer Landwirt warf in die Diskussion, mit Ortsumfahrungen kann man keine Verkehrsprobleme lösen. Er forderte, Landwirtschaftsflächen sollen als hohes Gut erhalten werden und erhielt viel Beifall.

Auch von Landwirten aus Sondershausen kam die Forderung, keine Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auf Ackerland.

Hochwind führte ins Rennen, das keine weiteren großen Flächen mehr in Industrieflächen gewandelt werden sollen. Selbst die Industriegroßfläche Artern sei schon verkleinert worden.
Hochwind und Dr. Sühl mahnten an, ein gesundes Verhältnis zu notwendigen Baumaßnahmen zu schaffen. Dr. Sühl will sich aber mit der Problematik nochmals in seinem Hausabstimmen. Etwas problematisch allerdings seine Aussage, der Bau der Ortsumfahrung könnte noch 15 Jahre dauern! Das wird man allerdings auch in Greußen nicht gern hören und würde auch den Landwirten dann doch nicht helfen.

Als Gäste bei der Landwirtschaftskonferenz waren auch die Landtagsmitglieder Dorothea Marx (SPD), Gudrun Holbe und Manfred Scherer (beide CDU), sowie Dr. Frank Augsten aus dem Referat M1 in der Stabsstelle des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft.
Autor: khh

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