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Industrie- und Handelskammer

Industrie mit bestem Ergebnis seit zwei Jahren

Dienstag, 10. Mai 2016, 10:42 Uhr
Die Konjunkturkurve zeigt weiter nach oben, die Geschäfte laufen gut und die Unternehmer versprühen auch für die kommenden Monate viel Zuversicht. Über nahezu alle Branchen hinweg sind die Firmenchefs optimistisch, dass der Aufschwung anhalten wird. Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt unter rund 800 Betrieben in Nord- und Mittelthüringen...

Besonders erfreulich: Nicht nur das Inlandsgeschäft floriert, auch die Nachfrage aus dem Ausland liefert wertvolle Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung. Der Konjunkturklimaindex, der sowohl die aktuelle Situation der Unternehmen als auch die Erwartungen und Pläne berücksichtigt, steigt um 2 Punkte zur vorhergehenden Analyse und erreicht jetzt 113 von 200 möglichen Punkten. Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt unter rund 800 Betrieben in Nord- und Mittelthüringen.

„Der Konjunkturexpress hat in der ersten Jahreshälfte zunehmend Fahrt aufgenommen. Rückenwind liefern hauptsächlich binnenwirtschaftliche Antriebskräfte“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Professor Gerald Grusser. Durch niedrige Zinsen und billiges Öl sei der Anreiz zum Geldausgeben sehr hoch, der zum Sparen hingegen nur gering. Damit würden die privaten Haushalte zum Konsum stimuliert und die Unternehmen durch geringere Energiekosten entlastet. Entsprechend zufrieden zeigten sich die Firmenchefs mit dem bisherigen Geschäftsverlauf. Branchenübergreifend urteilten 86 Prozent der Befragten mit „gut“ oder „befriedigend“. Gefüllte Auftragsbücher hätten für eine solide Ertragslage gesorgt. Mittlerwei- le würden 82 Prozent der Betriebe mit Gewinn oder zumindest kostendeckend arbeiten. Zudem hellten sich die Mienen der Unternehmer beim Blick auf die kommenden Monate mehr und mehr auf. Inzwischen rechneten 23 Prozent der Befragten mit einer weiteren Verbesserung ihrer Situation, mehr als jeder Zweite hofft auf die Fortsetzung der bisher guten Entwicklung.
„Die Perspektiven für den Arbeitsmarkt bleiben damit vielversprechend“, unterstreicht der IHK-Chef. Der aktuelle Beschäftigungszuwachs dürfte auch in den nächsten Monaten anhalten. Immerhin 76 Prozent der Unternehmer wollten ihre Mitarbeiterzahl beibehalten und 10 Prozent sogar zusätzliche Jobs schaffen.

„Sorgen bereitet dagegen die beharrlich schwache Investitionsneigung. Sie bleibt die Achillesferse der konjunkturellen Entwicklung“, gibt Grusser zu bedenken. Trotz günstiger Finanzierungsbedingungen und gut ausgelasteter Kapazitäten sei auch in den kommenden Monaten keine nennenswerte Dynamik zu erkennen. Nach wie vor würden 14 Prozent der Befragten eine Kürzung des Budgets planen, mehr als jeder Fünfte beabsichtige sogar, kein Geld für neue Maschinen und Anlagen auszugeben.

Ergebnisse ausgewählter Branchen:

Die positive Grundstimmung geht vorrangig auf das Konto der Industrie. Immerhin verzeichnet das Verarbeitende Gewerbe das beste Umfrageergebnis seit zwei Jahren. In jedem dritten Betrieb laufen die Geschäfte gut, mehr als die Hälfte der Manager beurteilt die Situation befriedigend. Sowohl der intakte Binnenhandel als auch stabile Exportwerte stützen den gegenwärtigen Trend und sorgen bei 77 Prozent der Befragten für nahezu ausgelastete Kapazitäten. Steigende Auftragseingänge lassen auch den Blick auf die nächsten Monate optimistischer ausfallen. 89 Prozent erwarten eine günstigere oder konstant gute Entwicklung.

Im Baugewerbe hat sich das Konjunkturklima erwartungsgemäß wieder verbessert. Angesichts des vergleichsweise milden Winters hielten sich die Produktionseinschränkungen in Grenzen. Infolgedessen beurteilen 29 Prozent der Befragten ihre aktuelle Situation mit gut. 48 Prozent sind durchaus noch zufrieden. Inzwischen arbeiten 83 Prozent sogar mit Gewinn oder kostendeckend. Für die Sommermonate bleibt die Mehrzahl der Bauunternehmer daher zuversichtlich. So rechnet nahezu jeder dritte mit einem günstigeren, mehr als jeder zweite Firmenchef zumindest mit einem gleichbleibend guten Geschäftsverlauf.

Für den Einzelhandel stehen die Signale ebenfalls auf grün. Die aktuellen Rahmenbedingungen geben Rückenwind. Niedrige Preise entlasten Ver- braucher und Unternehmen, schwache Zinsen bremsen die Sparneigung und fördern den Konsum. Mehr als ein Drittel der Händler beschreibt die momentane Lage mit gut und kann sich über höhere Erträge freuen. An einen dauerhaften Konsumboom glauben aber nur die wenigsten. So erwarten lediglich 11 Prozent eine weitere Verbesserung ihrer Situation. Im Gegenzug rechnen aber 26 Prozent mit einer Verschlechterung.

Fazit des IHK-Hauptgeschäftsführers: „Der Aufschwung hat bislang freie Fahrt. Sowohl die aktuelle Geschäftslage, als auch die Erwartungen und Pläne der Unternehmen für die Zukunft lassen auf eine Fortsetzung der positiven Entwicklung hoffen. Angesichts der weltweiten Unruheherde und zahlreichen Negativmeldungen sind das weiterhin sehr gute Nachrichten. Gleichwohl dürfen eventuelle Störfaktoren nicht außer Acht gelassen werden. Die Politik sollte nicht den Fehler machen, in Zeiten einer vordergründig guten Konjunktur und hoher Steuereinnahmen, die Konsolidierungsanstrengungen zu vernachlässigen. Vielmehr muss sie die Wachstumskräfte stärken, um einen selbsttragenden Aufschwung zu unterstützen. Dazu gehört die Förderung von Unternehmensinvestitionen durch eine bessere steuerliche Begünstigung thesaurierter Gewinne, die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung oder auch die Anhebung der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter.“
Autor: red

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