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Tarifverhandlungen in diesem Jahr

IG Metall zieht positive Bilanz

Freitag, 24. Juni 2016, 07:01 Uhr
Die Tarifbewegung 2016 sorgte für viel Bewegung und am Ende für ein faires Ergebnis für die Beschäftigten in Mittel- und Nordthüringen zeigt sich Bernd Spitzbarth, Chef der IG Metall Mittel- und Nordthüringen zufrieden...


Dabei geht es den Metaller nicht allein um das Ergebnis der Entgelterhöhung um 2,8% und der Einmalzahlung von 150 Euro in 2016 sowie der Entgelterhöhung von weiteren 2% ab April 2017. Die IG Metall ist nicht allein für eine Entgelterhöhung für die Beschäftigten angetreten. In dieser Tarifrunde ging es um mehr als Entgelt und einer fairen Verteilung, es ging um mehr Gerechtigkeit. Die Erosion der Tarifbindung beklagen nicht nur die Gewerkschaften.

Das der Dumpingwettbewerb um die niedrigsten Löhne in die Sackgasse, konkret in entgeltsubventioniertes Arbeiten und letztendlich in die Altersarmut führt, ist mittlerweile in der kleinsten Zelle der Gesellschaft angekommen. Das Thüringen dabei im zurückliegenden viertel Jahrhundert eine Vorreiterrolle eingenommen hat, stört den gebürtigen Sachsen besonders.

„Was nütz denn den Thüringern eine ausgebaute Infrastruktur (A38 und A 71) wenn diese letztendlich als Pendelstrecken nach Göttingen, Fulda und Coburg verwendet werden.“ Thüringen ist nach wie vor ein Pendlerland mit negativen Zahlen. Auch wenn sich die Situation zurzeit etwas bessert, bleibt es bei einer negativen Bilanz. Es pendeln doppelt so viele Menschen aus Thüringen aus als es nach Thüringen zieht. Die Ursachen sieht Spitzbarth im Wesentlichen darin, dass die Menschen der Arbeit nachfahren, wo sie mit dem erzielten Verdienst letztendlich ihre Familien absichern können.

In der Tarifbewegung 2016 ging es eben auch darum, mehr Menschen in tarifvertraglich geregelte Arbeitsbedingungen zu bringen. „Das ist uns in einigen Betrieben gelungen. Damit haben wir für über 1.000 Thüringer die Arbeits- und Einkommensbedingungen deutlich verbessern können. Nicht zuletzt wird damit die Kaufkraft der Menschen gestärkt, werden die Sozialsysteme gefestigt und der steuersubventionierten Existenzsicherung begegnet und Thüringen gewinnt an Attraktivität“, so Spitzbarth weiter.

Für die kommenden Jahre hat sich die IG Metall viel vorgenommen. So stehen die Themen der Rückkehr zu einer paritätischen finanzierten Krankenversicherung, einer Rentenreform die ihren Namen verdient und die Fragen der Arbeitszeitgestaltung „Mein Leben-Meine Zeit“ auf der Tagesordnung. „Ich bin überzeugt, dass diese Themen die Menschen bewegen. Gerechtigkeit hat noch immer einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft und wird für eine soziale Bewegung sorgen“, so Spitzbarth abschließend.
Autor: nnz

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