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Jean-Michel Mathieux-Marie – Das Auge sieht…

Sonntag, 26. Juni 2016, 00:47 Uhr
Ab nächsten Samstag zeigt das Panoramamuseum Bad Frankenhausen Werke des Künstlers Jean-Michel Mathieux-Marie...


Die neue Ausstellung ist zu sehen in der Zeit vom 02. Juli bis 16. Oktober 2016 im Panorama Museum Bad Frankenhausen.
Die Vernissage findet am Samstag, den 02. Juli 2016, um 16.00 Uhr statt. Der Künstler wird zur Eröffnung anwesend sein.
Wer ist dieser Jean-Michel Mathieux-Marie?


Jean-Michel Mathieux-Marie ist ein Virtuose des Lichts, ein Magier der Form, ein Meister des Hell-Dunkel, dessen Werk sich beständig zwischen glaubhafter Realitätsspiegelung und freier Imagination bewegt, ohne den Boden des Gegenständlichen je ganz zu verlassen.

Jean-Michel Mathieux-Marie – Das Auge sieht… (Foto: Panoramamuseum Bad Frankenhausen) Jean-Michel Mathieux-Marie – Das Auge sieht… (Foto: Panoramamuseum Bad Frankenhausen)

Rom III: Die Tiberinsel, 2002 Kaltnadel auf Stahl, 17,2 x 32,3 cm - Privatsammlung

Der französische Künstler, geboren 1947 in Paris, absolvierte 1965–1972 ein Architektur-Studium an der Pariser Kunstakademie, wandte sich nach anfänglicher Tätigkeit als Architekt jedoch bald der freien Kunst zu, wobei die Kaltnadelradierung zu seiner eigentlichen und bis heute bestimmenden Domäne avancierte.

Anfangs dominieren im Œuvre des Franzosen noch ein sensualistisches Landschaftserleben und die Suche nach einer überzeugenden Wiedergabe des Sichtbaren, doch später nähert sich der Grafiker bald schon einem ausgesprochen magischen Empfinden, einem Unaussprechlichen, Geheimnisvollen, einer Art Romantik, von der man nicht annehmen sollte, dass sie in diesem Zeitalter der „Gegenkultur“ (Guy Dumur) bis heute fortzuleben vermochte.

Jean-Michel Mathieux-Marie – Das Auge sieht… (Foto: Panoramamuseum Bad Frankenhausen) Jean-Michel Mathieux-Marie – Das Auge sieht… (Foto: Panoramamuseum Bad Frankenhausen)

Die Reise nach Ägypten, 2014 Pastell, 44 x 68,5 cm Besitz des Künstlers

Fasziniert von Wirkungen des Lichtes und der Atmosphäre, von Leistungen der Architektur wie geologischen Formationen und organischer Natur arbeitet er seine Motive in zyklischen Reihen von permanenten Zustandsdrucken ganz aus der spontanen Entfaltung filigranster Formvisionen heraus. Dabei werden Abzüge auf farbigen Papieren gern mittels Weißhöhung zeichnerisch fortgeführt und vollendet, sodass aus einer Platte (zumeist Stahl, Plexiglas oder Rhenalon) zahllose Varianten erwachsen, die sein grafisches Werk auf unikale Art bereichern.

Als Grafiker bereits vielfach ausgezeichnet, präsentiert sich Jean-Michel Mathieux-Marie, Mitglied der Société des peintres-graveurs français und Präsident der Association pointe et burin, erstmals nun in Deutschland mit einem großen, repräsentativen Überblick. So vereint die Exposition im Panorama Museum knapp 130 Kaltnadelradierungen und drei Dutzend selten bis noch nie gezeigten Landschafts- und Wolkenpastelle, die in ihrer visionären Gestalt durchaus an Turner erinnern. Ergänzt wird die Schau durch ein Konvolut von 25 Zeichnungen und Ölstudien unterschiedlichsten Charakters, die zumeist unmittelbar vor der Natur entstanden sind.

Das bestimmende Anliegen seiner Kunst aber ist da wie dort, in der Grafik wie im Pastell, die Formulierung des Lichts, das den Erscheinungen der inneren wie der äußeren Welt ihre Seele gibt. Das Auge sieht …

Gerd Lindner
Direktor Panorama Museum Bad Frankenhausen
Autor: khh

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