Deutscher Weiterbildungsatlas
Thüringen liegt über dem Bundesschnitt
Montag, 04. Juli 2016, 08:09 Uhr
Viele reden vom lebenslangen Lernen, wenige tun es: Einige Teile Deutschlands sind bei der Weiterbildung top, andere weit abgehängt. Die regionalen Unterschiede sind extrem, manchmal sogar in Nachbarkommunen. Das zeigt der Deutsche Weiterbildungsatlas. Thüringen liegt dabei knapp über dem Bundesdurchschnitt. Im Freistaat selbst bilden Nordhausen und der Unstrut-Hainich Kreis die Schlusslichter...
In Thüringen nimmt rund jeder achte Bürger (12,4 Prozent) mindestens einmal im Jahr an Weiterbildung teil. Damit liegt Thüringen knapp über dem bundesweiten Schnitt von 12,3 Prozent. Zwischen 2012 und 2013 ist die Weiterbildungsquote in Thüringen um 0,4 Prozentpunkte gesunken – etwas mehr als der bundesweite Rückgang von 0,3 Prozentpunkten. Mit dieser Teilnahmequote liegt Thüringen gut sechs Prozent über den statistischen Erwartungen. Das zeigt der zweite Deutsche Weiterbildungsatlas der Bertelsmann Stiftung. Er stellt die Weiterbildungsquoten der Bundesländer und erstmalig auch für alle Kreise und kreisfreien Städte dar.
Wie viele Menschen sich weiterbilden, ist in ganz Deutschland extrem unterschiedlich: Die Teilnahmequoten reichen von 2,9 bis 23,1 Prozent. In Prignitz (Brandenburg) besucht also nur jeder 34. Bürger jährlich eine Weiterbildung, in Darmstadt fast jeder vierte – eine achtmal so hohe Teilnahmequote. Weiterbildungschancen in Deutschland sind regional zu ungleich verteilt. Damit wird Chancengerechtigkeit bei beruflichem und sozialem Aufstieg eingeschränkt, sagt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.
Thüringen gehört auch unter Berücksichtigung der landesspezifischen Sozialstruktur zu den stärkeren Bundesländern. Zwar sank die Potenzialausschöpfung im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte, lag zuletzt mit 106,5 Prozent aber immer noch deutlich über den Erwartungen. Der vierstärkste Wert im Ländervergleich. Die Möglichkeiten werden also überdurchschnittlich gut genutzt.
Autor: redIn Thüringen nimmt rund jeder achte Bürger (12,4 Prozent) mindestens einmal im Jahr an Weiterbildung teil. Damit liegt Thüringen knapp über dem bundesweiten Schnitt von 12,3 Prozent. Zwischen 2012 und 2013 ist die Weiterbildungsquote in Thüringen um 0,4 Prozentpunkte gesunken – etwas mehr als der bundesweite Rückgang von 0,3 Prozentpunkten. Mit dieser Teilnahmequote liegt Thüringen gut sechs Prozent über den statistischen Erwartungen. Das zeigt der zweite Deutsche Weiterbildungsatlas der Bertelsmann Stiftung. Er stellt die Weiterbildungsquoten der Bundesländer und erstmalig auch für alle Kreise und kreisfreien Städte dar.
Thüringen leicht über dem Bundesschnitt
Thüringen zählt gemeinsam mit Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg zu den Bundesländern, die eine höhere Weiterbildungsteilnahme als der Bundesdurchschnitt erreichen. Die Teilnahmequoten der einzelnen Kreise und kreisfreien Städte im Schnitt der Jahre 2012 und 2013 unterscheiden sich teils erheblich. Schwächste Kreise in Thüringen sind Nordhausen (5,9 Prozent) und Unstrut-Hainich (7,3 Prozent). Spitzenreiter sind der Landkreis Weimarer Land (17,6 Prozent) und die kreisfreie Stadt Erfurt (18,1 Prozent). Zehn der 23 Landkreise Thüringens liegen über dem Bundesdurchschnitt.Wie viele Menschen sich weiterbilden, ist in ganz Deutschland extrem unterschiedlich: Die Teilnahmequoten reichen von 2,9 bis 23,1 Prozent. In Prignitz (Brandenburg) besucht also nur jeder 34. Bürger jährlich eine Weiterbildung, in Darmstadt fast jeder vierte – eine achtmal so hohe Teilnahmequote. Weiterbildungschancen in Deutschland sind regional zu ungleich verteilt. Damit wird Chancengerechtigkeit bei beruflichem und sozialem Aufstieg eingeschränkt, sagt Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.
Teilnahmequote über den Erwartungen
Etwa ein Drittel der Unterschiede bei den Weiterbildungsquoten lässt sich durch die regionale Sozial- und Wirtschaftsstruktur erklären. So führen zum Beispiel strukturelle Vorteile wie eine hohe Qualifikation der Bevölkerung und eine gute wirtschaftliche Lage häufig dazu, dass sich anteilsmäßig mehr Menschen weiterbilden. Zwei Drittel der Unterschiede werden jedoch durch andere Aspekte wie beispielsweise die Qualität des Weiterbildungsangebotes beeinflusst und sind somit zum Teil steuerbar. Wie gut Regionen ihre strukturellen Voraussetzungen für Weiterbildung nutzen, erfasst die Potenzialausschöpfung. Wenn die Teilnahmequote vor Ort der aufgrund regionaler Strukturdaten zu erwartenden entspricht, beträgt die Potenzialausschöpfung 100 Prozent.Thüringen gehört auch unter Berücksichtigung der landesspezifischen Sozialstruktur zu den stärkeren Bundesländern. Zwar sank die Potenzialausschöpfung im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte, lag zuletzt mit 106,5 Prozent aber immer noch deutlich über den Erwartungen. Der vierstärkste Wert im Ländervergleich. Die Möglichkeiten werden also überdurchschnittlich gut genutzt.
