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Regional-Ranking

Zahl der arbeitenden Alten fast verdoppelt

Samstag, 16. Juli 2016, 08:30 Uhr
Immer mehr Deutsche arbeiten über ihren 65. Geburtstag hinaus. 2015 hatten etwa 665.000 von rund vier Millionen 65- bis 70-Jährigen noch einen Job – 300.000 mehr als im Jahr 2000. Damit hat sich der Anteil der Beschäftigten in dieser Altersgruppe von 8 auf 16,6 Prozent mehr als verdoppelt, wie eine exklusive Auswertung der Initiative „7 Jahre länger“ auf Basis von Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigt...

Der Zuwachs liegt nur zum geringen Teil an der schrittweisen Anhebung des Renteneintrittsalters. Rund 563.000 der arbeitenden Senioren waren im Ruhestand, 102.000 hatten die reguläre Altersgrenze noch nicht erreicht, die aktuell bei 65 Jahren und fünf Monaten liegt. Für die meisten arbeitenden Rentner ist das Geld weniger wichtig. Spaß an der Arbeit und menschliche Kontakte stehen im Vordergrund, wie Studien zeigen. Die meisten haben auch darum nur eine geringfügige Beschäftigung.

Zwischen 8 und 32 Prozent

Der Trend zum Altersjob verläuft regional unterschiedlich: Von allen 402 Landkreisen hat Vechta in Niedersachsen mit 32 Prozent die höchste Beschäftigungsquote. Dort arbeiten anteilig fast viermal mehr Senioren als im Kreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt (8,3 Prozent). Im Bundesländer-Ranking führt Baden-Württemberg mit 19,4 Prozent, Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt mit 11,7 Prozent.

Ein wichtiger Faktor ist die Wirtschaftskraft. In starken Regionen gibt es insgesamt mehr Arbeit – so auch für Ältere. Ein Altersjob setzt oft auch ein Erwerbsleben bis zur Rente voraus, was in Boomregionen eher der Fall ist. Dort haben Rentner wegen der höheren Lebenshaltungskosten zudem ein größeres Interesse an einer Arbeit. Auch Pendler beeinflussen die Statistik: Sie treiben die Beschäftigungsquote in boomenden Städten nach oben, während sie in den angrenzenden Kreisen absinkt.

Immer mehr Rentner arbeiten (Foto: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.) Immer mehr Rentner arbeiten (Foto: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.)

Unterschiede auch in Thüringen

In Thüringen liegt die Beschäftigungsquote der 65- bis 70-Jährigen mit 13,4 Prozent unter dem Durchschnitt. Damit rangiert der Freistaat unter den Bundesländern auf Platz 13. Der Freistaat weist wie die übrigen ostdeutschen Bundesländer jedoch ein hohes Wachstum auf. Um rund 140 Prozent ist der Anteil der älteren Arbeitnehmer seit 2000 gestiegen.

Die anteilig meisten älteren Arbeitnehmer hat Erfurt mit 21,2 Prozent. Auch in Suhl (19,5 Prozent) und Eisenach (17,6 Prozent) liegt die Beschäftigungsquote über dem Bundesdurchschnitt. Die wenigsten arbeitenden Senioren gibt es im Kyffhäuserkreis und im Altenburger Land. Dort arbeitet nicht einmal jeder Zehnte zwischen 65 und 70 Jahren. Damit stehen die beiden Regionen im Vergleich der bundesweit 402 Kreise und kreisfreien Städte an dritt- und viertletzter Stelle.
Autor: red

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