Deutschlandtourismus vor Rekordsommer
Warum in die Ferne schweifen...
Samstag, 23. Juli 2016, 09:30 Uhr
Die angespannte Sicherheitslage in einigen Urlaubsländern führt dazu, dass immer mehr Deutsche ihren Urlaub im Inland verbringen wollen. Davon profitiert auch das Gastgewerbe. Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages...
Dem Deutschlandtourismus steht ein Rekordsommer bevor, fasst Professor Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, die Ergebnisse der Umfrage zusammen. Das Gastgewerbe sei noch optimistischer als im Vorjahr und vor allem die Campingbetriebe erwarteten ausgesprochen gute Geschäfte. Der positive Trend hat zahlreiche Ursachen: die stabile wirtschaftliche Lage, die geringe Arbeitslosigkeit, steigende Löhne und Gehälter, kurz, das Geld sitzt oft locker, es wird konsumiert, so der IHK-Chef.
Angesichts der angespannten Sicherheitslage in zahlreichen ausländischen Urlaubsregionen würden zugleich viele Deutsche die schönsten Wochen des Jahres lieber im eigenen Land verbringen. Dies führe zu teilweise massiven Einbußen der Buchungen klassischer Badeziele in der Türkei, Ägypten oder Tunesien, die bisher nur bedingt durch eine stärkere Nachfrage im westlichen Mittelmeer wie Spanien kompensiert werden konnten.
Voll im Trend liegen insbesondere der Alpenraum und die Küstenregionen, insbesondere die Ostsee, stellt Grusser fest. Orte in Mecklenburg-Vorpommern vermeldeten Auslastungsquoten von bis zu 90 Prozent. In- wieweit auch Thüringen davon profitieren könne, lasse sich aber zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer prognostizieren.
Die Kehrseite der Medaille bekämen die Reisebüros und Reiseveranstalter zu spüren: Viele Kunden hätten ihre Urlaubsplanung verschoben oder seien von Pauschalreisen auf individuelle Angebote umgestiegen. Daher verschlechterten sich laut Umfrage die Geschäftserwartungen in diesem Bereich.
Gleichzeitig überdecke das gute Konsumumfeld strukturelle Probleme von Hotels und Gastronomen: Die größten Risiken für ihre Geschäftsentwicklung sehen die Betriebe im Fachkräftemangel und den steigenden Arbeitskosten, warnt Grusser. Darüber hinaus würden zunehmende Bürokratie und neue Anforderungen an die eingesetzten Registrierkassen als Hemmnisse gesehen.
So sollten elektronische Kassen bis zum Jahresende insbesondere der Einzelaufzeichnungspflicht genügen und die Kassendaten unveränderbar für zehn Jahre speichern können. Das müssen viele Betriebe in den nächsten Monaten noch umsetzen, betont der IHK-Hauptgeschäftsführer weiter. Nur lediglich gut die Hälfte der Firmen habe die Umstellung bereits hinter sich.
Die Anpassungen würden branchenweit circa 240 Millionen Euro kosten. Und: Nach dem Willen der Bundesregierung soll das Gastgewerbe bis Ende 2019 jetzt auch noch einen zusätzlichen Manipulationsschutz in die bestehenden Kassensysteme einbauen. Hierdurch kämen auf die Branche in kurzer Frist weitere Belastungen im dreistelligen Millionenbereich zu.
Angesichts des erneut hohen Aufwandes für Kassenumrüstungen sollte hier zumindest die Umsetzungsfrist deutlich verlängert werden, fordert Grusser. Sowohl für Anbieter als auch für Nutzer seien zwei Jahre für Umsetzung und Einführung zu kurz – zumal die konkreten Anforderungen an die Sicherheitseinrichtung erst nach Verabschiedung des Gesetzes erarbeitet würden.
Autor: redDem Deutschlandtourismus steht ein Rekordsommer bevor, fasst Professor Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, die Ergebnisse der Umfrage zusammen. Das Gastgewerbe sei noch optimistischer als im Vorjahr und vor allem die Campingbetriebe erwarteten ausgesprochen gute Geschäfte. Der positive Trend hat zahlreiche Ursachen: die stabile wirtschaftliche Lage, die geringe Arbeitslosigkeit, steigende Löhne und Gehälter, kurz, das Geld sitzt oft locker, es wird konsumiert, so der IHK-Chef.
Angesichts der angespannten Sicherheitslage in zahlreichen ausländischen Urlaubsregionen würden zugleich viele Deutsche die schönsten Wochen des Jahres lieber im eigenen Land verbringen. Dies führe zu teilweise massiven Einbußen der Buchungen klassischer Badeziele in der Türkei, Ägypten oder Tunesien, die bisher nur bedingt durch eine stärkere Nachfrage im westlichen Mittelmeer wie Spanien kompensiert werden konnten.
Voll im Trend liegen insbesondere der Alpenraum und die Küstenregionen, insbesondere die Ostsee, stellt Grusser fest. Orte in Mecklenburg-Vorpommern vermeldeten Auslastungsquoten von bis zu 90 Prozent. In- wieweit auch Thüringen davon profitieren könne, lasse sich aber zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer prognostizieren.
Die Kehrseite der Medaille bekämen die Reisebüros und Reiseveranstalter zu spüren: Viele Kunden hätten ihre Urlaubsplanung verschoben oder seien von Pauschalreisen auf individuelle Angebote umgestiegen. Daher verschlechterten sich laut Umfrage die Geschäftserwartungen in diesem Bereich.
Gleichzeitig überdecke das gute Konsumumfeld strukturelle Probleme von Hotels und Gastronomen: Die größten Risiken für ihre Geschäftsentwicklung sehen die Betriebe im Fachkräftemangel und den steigenden Arbeitskosten, warnt Grusser. Darüber hinaus würden zunehmende Bürokratie und neue Anforderungen an die eingesetzten Registrierkassen als Hemmnisse gesehen.
So sollten elektronische Kassen bis zum Jahresende insbesondere der Einzelaufzeichnungspflicht genügen und die Kassendaten unveränderbar für zehn Jahre speichern können. Das müssen viele Betriebe in den nächsten Monaten noch umsetzen, betont der IHK-Hauptgeschäftsführer weiter. Nur lediglich gut die Hälfte der Firmen habe die Umstellung bereits hinter sich.
Die Anpassungen würden branchenweit circa 240 Millionen Euro kosten. Und: Nach dem Willen der Bundesregierung soll das Gastgewerbe bis Ende 2019 jetzt auch noch einen zusätzlichen Manipulationsschutz in die bestehenden Kassensysteme einbauen. Hierdurch kämen auf die Branche in kurzer Frist weitere Belastungen im dreistelligen Millionenbereich zu.
Angesichts des erneut hohen Aufwandes für Kassenumrüstungen sollte hier zumindest die Umsetzungsfrist deutlich verlängert werden, fordert Grusser. Sowohl für Anbieter als auch für Nutzer seien zwei Jahre für Umsetzung und Einführung zu kurz – zumal die konkreten Anforderungen an die Sicherheitseinrichtung erst nach Verabschiedung des Gesetzes erarbeitet würden.
