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Erika Schirmer und ihr Lebenswerk

Der 90. Geburtstag

Donnerstag, 28. Juli 2016, 08:44 Uhr
Die Mutter der "kleinen weißen Friedenstaube" begeht ihren 90. Geburtstag. Erika Schirmer hat viel erlebt in ihrem Leben, hat mehr getan, als dieses eine Lied zu schreiben. Dafür wird man sie am kommenden Sonntag feiern. Thomas Leipold aus Sondershausen hat sich aus diesem Anlass einmal näher mit dem Werk der Künstlerin Schirmer beschäftigt...

Mutter der Friedenstaube? Wie geht das, werden Sie fragen. Ich kläre Sie sofort auf. Die Komponistin und Autorin dieses weltbekannten Kinderliedes „Kleinen weißen Friedenstaube“ Frau Erika Schirmer feiert am Sonntag ihren 90. Geburtstag.

Dieses besondere Lied, geschrieben 1949, eroberte die Welt und wird nicht nur von Kindern gesungen. Die Kinder singen es gemeinsam mit ihren Geschwistern, Freunden, den Eltern und so wird der Wunsch nach Frieden über den gesamten Erdball getragen.

Im letzten Jahr gab es unter anderem eine Sendung des MDR mit Uwe Steinle, welcher sie auch besuchte und es wurde gemeinsam das Lied der Friedendstaube gesungen. Das Lied umfasst eigentlich 4 Strophen, jedoch 2015 kam eine weitere 5. Strophe hinzu. Diese Strophe widmete sie den Kindern in ihrem Geburtsort
Nettkow in Polen.

Erika Schirmer im Jahr 2011 bei der Verleihung des Goldenen Roland (Foto: Archiv nnz) Erika Schirmer im Jahr 2011 bei der Verleihung des Goldenen Roland (Foto: Archiv nnz) Aber Erika Schirmer hat als Multitalent noch viel, viel mehr gemacht. Zum Beispiel Scherenschnitte zu Motiven vieler Märchen, Geschichten und anderer Themen hat sie gemacht, die sie auch ausstellt und auch in Buchform gebracht hat.

Besonders fasziniert hatte mich da eine Ausstellung ihrer Scherenschnitte in Erfurt am Weihnachtsmarkt auf dem Domplatz, wo diese Motive mit Kränzen usw. weihnachtlich eingefasst wurden und Motive der Bilder in der Umrandung wieder aufgegriffen wurden.

Im Jahr 2011 besuchte sie auch unsere Seniorengruppe vom Wohnbezirk 4 der VS in Sondershausen. Hier stellte sie uns ihre – ich nenne es mal Kochlöffel-Show – gemeinsam mit Frau Margot Hattenhauer vor. Geschickt wurden hier Koch- und Backrezepte und Verarbeitungshinweise in musikalisch Begleitung gepackt und vorgetragen. Wie wir wissen, lässt sich manches, ähnlich wie bei einer Eselsbrücke, so viel leichter merken. Außerdem bringt das Ganze Schwung, Lust und gute Laune in die Sache.


Vor wenigen Tagen war ich in Zella-Mehlis und besuchte dort auch das Technische Museum Gesenkschmiede. Im Obergeschoss der Schmiede gibt es zurzeit (noch bis zum 18. September) eine Sonderausstellung der Nordhäuser Künstlerin Tura Jursa, die sich der Holzbildhauerei und Holzschnitzerei unter dem Titel „Der Harz in Holzbildern“ gewidmet hat.

Eine sehr beeindruckende Ausstellung ihrer Kunst. Am Eingang dieser Ausstellung entdeckten wir auch einen Scherenschnitt den wir sofort Frau Erika Schirmer zuordneten – und es war auch so. Aber es kommt noch viel besser. Wie mir die Holzkünstlerin Tura Jursa selbst verriet, sei ein besonderes Kunstwerk gerade noch rechtzeitig vor dieser Sonderausstellung fertig geworden und werde hier also erstmalig öffentlich gezeigt. Sie hat beginnend mit dem Motiv der Friedenstaube in einem Holzrelief Melodie und Text des Liedes von Erika Schirmer, also auch die 2015 dazu gekommene 5. Strophe, mit darunter stehender Erläuterung hier verewigt. Wie ich finde nicht nur ein besonderer Dank und ein besonderes Geschenk an Erika Schirmer, sondern auch an uns alle friedliebenden Menschen rund um den Erdball.
Natürlich möchte nicht nur ich Frau Schirmer zu ihrem 90. Geburtstag ganz herzlich gratulieren, verbunden mit den besten Wünschen, stabiler Gesundheit und sicher auch weiterhin noch vieler guter Ideen und Projekte.
Ein weiterer, besonderer und frommer Wunsch vereint uns ja bereits seit 1949 mit Erika Schirmer, der Wunsch nach Frieden.
Thomas Leipold
Sondershausen
Autor: red

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