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Nur durchschnittlich sonnig

Freitag, 29. Juli 2016, 13:24 Uhr
Das Wetter eignet sich ja bekanntermaßen exzellent dazu, behäbige Konversation zu beleben. Wer es also ganz genau wissen will, dem können die Experten vom Deutschen Wetterdienst reichlich Gesprächsstoff an die Hand geben. Zum Beispiel über den Juli, dessen "Sonnenscheinbilanz" leicht negativ ausfiel...

Insgesamt war der Juli 2016 zu warm, etwas
zu trocken und durchschnittlich sonnig. Mitteleuropa befand sich abwechselnd unter dem Einfluss von Hoch- und Tiefdruckgebieten. Zu Beginn wurde der Norden Deutschlands immer wieder von schwachen Tiefausläufern gestreift, im Süden dagegen dominierte meist der Keil des Azorenhochs. Ab der Monatsmitte sorgte Hoch „Burkhard“ für hochsommerliche Temperaturen. In der letzten Dekade führten schwache Luftdruckgegensätze zu fast tropischen Verhältnissen mit teils extremer Schwüle und heftigen Gewittern. Lokal lagen Orte mit enormen Regenmengen und trockene Landstriche dabei oft dicht nebeneinander. Dies meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

„Burkhard“ heizte Deutschland ein

Mit 18,6 Grad Celsius (°C) lag die Durchschnittstemperatur im Juli um 1,7 Grad über dem Mittel der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Verglichen mit der wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nur +0,6 Grad. Im ersten Drittel des Monats war der Süden deutlich begünstigt im Vergleich zu dem eher von Tiefausläufern beeinflussten Norden. Hoch „Burkhard“ brachte Deutschland zunächst frische Nächte: Am 16. zeigte das Quecksilber in Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge ein Minimum von 3,0 °C. Die Zeit zum Durchlüften war aber nur von kurzer Dauer, denn bereits in den Folgetagen heizte „Burkhard“ die Republik zunehmend auf. Am 20. maß der DWD in Bad Kreuznach südwestlich von Mainz 36,4 °C. Zum Monatsende dominierte eine schwülwarme, schweißtreibende Luftmasse.

Im Juli 300 l/m² im Berchtesgadener Land

Mit rund 68 Litern pro Quadratmeter (l/m²) fehlten dem Juli zwölf Prozent zu seinem vieljährigen Mittel von 78 l/m². Zunächst fielen nur örtlich Niederschläge. Eine Kaltfront führte ab dem 12. in Südbayern zu Dauerregen, der in 72 Stunden über 130 l/m² brachte. In schwülwarmer Luft entwickelten sich im letzten Monatsdrittel örtlich kräftige Gewitter. Sie führten, begleitet von Starkregen und Hagel mit bis zu 6 cm Körnerdurchmesser, innerhalb kurzer Zeit zu sehr hohen Niederschlagsmengen und verursachten schwere Schäden. Die höchste Tagessumme wurde am 27. mit 98 l/m² in Meyenburg, südlich der Mecklenburgischen Seenplatte gemessen. Die größte Monatsmenge mit über 300 l/m² gab es im Berchtesgadener Land. In weiten Teilen Deutschlands war der Juli jedoch zu trocken. Im Westen fielen regional nur knapp 10 l/m².

Sonnenscheinbilanz leicht negativ

Die Sonnenscheindauer lag mit 200 Stunden um vier Prozent unter ihrem Soll von 211 Stunden. Die meisten Sonnenstunden gab es im Lee des Schwarzwaldes und auf der Schwäbischen Alb mit örtlich 260 Stunden, die wenigsten im Rothaargebirge und im Harz mit teilweise nur 150 Stunden.

Thüringen

Im Juli 2016 verbuchten die DWD-Meteorologen für Thüringen eine mittlere Temperatur von 18,6 °C (16,4 °C). Die Niederschlagsmenge summierte sich auf gut 75 l/m² (63 l/m²) und die Sonnenscheindauer auf knapp 190 Stunden (205 Stunden)
Autor: red

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