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Zur Ortsumgehung Bad Frankenhausen...

Mittwoch, 03. August 2016, 09:46 Uhr
der Weg dahin ist so lang, wie sie die Umfahrung einmal sein sollte, meinen zwei Leser in ihrer Meinungsäußerung und geben auch Hinweise zur Verkehrsführung...

Es gibt immer wieder Themen, an welchen sich die Geister der Kurstadt scheiden. Auch die Frage nach der Notwendigkeit der geplanten Ortsumfahrung gehört dazu. Der Plan zu eben dieser existiert nun schon seit mehr als 20 Jahren. Im März diesen Jahres, mit der Neuauflage des Bundesverkehrswegeplanes, waberte das Thema auch in der Kurstadt so langsam wieder an die Oberfläche.

Für die geplante Umgehungsstraße spricht sicher eine geringere Verkehrsbelastung für alle Anwohner der B 85 aus Richtung Seehausen kommend. Aber leider auch nur für diese Anwohner. Denn, schaut man in den Plan, ist lediglich eine Trassenführung ab Höhe Herkules bis hinüber nach Rottleben vorgesehen. Vereinfacht gesagt und auf den ersten Blick denkt man – nanu? Fehlt da nicht ein Stück? Was ist mit all dem Nord – Süd – Verkehr, also allen aus Richtung Artern kommenden Fahrzeugen in Richtung Heldrungen oder aus Sondershausen kommende mit Fahrtziel Artern und in umgekehrter Richtung? Deren Hauptverkehrsknotenpunkt ist und bleibt der August–Bebel–Platz und dann eben auch wieder die B85.

Es wäre also nur eine Teilentlastung für alle Anwohner und Befürworter.

Die Gegner einer Ortsumfahrung befürchten das Ausbleiben all jener, die kurzentschlossen in der Stadt Halt machen, Einkäufe erledigen, ein Eis essen oder andere Kleinigkeiten besorgen.

So oder so, die Strecke ist im Plan und da sollte sie, verfolgt man das Wachstum der Stadt, durchaus auch bleiben. Denn auch all jene, die Nein zur Ortsumfahrung sagen, wissen im Grunde ihres Herzens, dass es nicht mehr nur um uns im Hier und Jetzt geht, dass bis zur Fertigstellung noch Jahrzehnte vergehen werden, dass es Ortschaften gibt, die einen viel vordringlicheren Bedarf haben und dass wir, in die Zukunft gedacht, nicht riskieren können, aus einem so wichtigen Förderprogramm herauszufallen. Denn dann ist es endgültig und für alle Zeiten vorbei.

Nichts desto trotz ist es offensichtlich, dass sich die Anwohner der B85, sei es nun tatsächlich so oder nicht, von zunehmendem Verkehr belastet fühlen. Zur letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause übergaben Anwohner der B85 dem Bürgermeister und Stadtrat eine Unterschriftensammlung, die sich ganz klar für die baldige Ortsumfahrung einsetzt. Und fährt man derzeit auf der B85 in die Kurstadt, hat man an der neuen, zusätzlichen Ampel auch einmal Zeit darüber nachzudenken, was der tägliche Verkehr für die dortigen Anwohner bedeutet. In absehbarer Zeit wird das Verkehrsaufkommen hier sicher zu Schulbeginn und Schulende eines jeden Tages enorm sein. Mit dem Umzug der Grundschule vom Tischplatt in die Feldstraße ergeben sich ganz neue Fahrtrouten für die Eltern der Grundschulkinder.

Was in der Klosterstraße nicht möglich scheint, ist hier (zum Glück) kein Problem: in vergleichsweise kurzem Abstand hinter einer Fußgängerwegeführung (Ampelübergang am Lidl/ August Bebel – Platz) wird ein zusätzlicher Übergang in Form eines Zebrastreifens entstehen. Zwei Fußgängerkreuzungen in dichter Abfolge. Fraglich, ob hier bei der derzeitigen Ampelregelung nicht neues Unfallpotential aufgebaut wird. Nicht für Fußgänger, sondern vielmehr für alle Autofahrer, die Bad Frankenhausen auf dem Weg der B85 verlassen wollen. Es gilt also, die Ampelführung im Bereich August–Bebel–Platz zu überdenken und den neuen Gegebenheiten anzupassen.

Auch die Streckenführung der Umgehung bedarf einer Korrektur, bevor sich all die Planer und Gutachter in den nächsten Jahren mit den tatsächlichen Möglichkeiten der Umsetzung befassen.

Denn eines steht fest – vom Stand März diesen Jahres bis zur tatsächlichen Umsetzung und Freigabe einer Ortsumfahrung für Bad Frankenhausen vergehen mindestens noch einmal 20 Jahre. Es bedarf also nachhaltiger Lösungen vor Ort durch die hier Verantwortlichen, um Entlastung für die Anwohner zu erreichen. Dazu gehört auch, dass sich jeder Autofahrer selber fragt, ob ein Stück zu Fuß ihm oder ihr nicht auch gut täte. Denn einen hohen Teil des Verkehrsaufkommens in Bad Frankenhausen haben wir Frankenhäuser selbst zu verantworten.
 
S. Schäffer & H. Hunger
Anmerkung der Redaktion:
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Autor: khh

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