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Wackers Philipp Blume im Gespräch

"Es war Freude pur!"

Dienstag, 09. August 2016, 18:10 Uhr
Siegtorschütze in letzter Sekunde, Volksredner auf dem Altstadtfest und nun auch noch von den Fans in die „Elf des Spieltages“ gewählt. Wackers Verteidiger Philipp Blume steht im Rampenlicht und sprach mit Olaf Schulze über Schlafstörungen, seine Trainer und die Zeit in Hannovers U23.


Der gebürtige Magdeburger kam im vergangenen Jahr in die Parkallee, nachdem er zwei Spielzeiten für die Bundesliga-Reserve von Hannover 96 gekickt hatte. In Nordhausen, fühlt er sich wohl und wenn es mit der großen Profikarriere nichts wird, will er später einmal Grundschullehrer werden. Letzten Freitag schoss er sich in die Herzen der Wacker-Fans, als er erst einen frechen Lupfer aus 40 m über den zu weit vorm Tor stehenden Hüter ansetzte und schließlich in der Nachspielzeit die knapp 2000 Zuschauer mit seinem Tor Marke „Hammer“ erlöste.

nnz: Was ist das für ein Gefühl, in der Nachspielzeit mit seinem eigenen Tor ein wichtiges Heimspiel zu entscheiden?

P. Blume: Erst mal ein neues Gefühl, denn so etwas hatte ich bisher nicht. Es war Freude pur, so etwas kommt ja auch nur selten vor. Ich habe es gar nicht richtig gesehen, weil da noch Spieler im Weg standen und habe erst an dem Gebrüll erkannt, dass der ball drin ist. Ich wusste vor Freude auch gar nicht wohin und bin einfach losgelaufen und dann gestolpert und aller sind auf mich drauf gesprungen.

nnz: Schildere uns doch noch einmal, wie du die Situation vor dem Tor erlebt hast?

P. Blume: Es war ein langer Einwurf von links und ich habe gesehen, dass schon drei von uns im Strafraum waren und ich wollte im Rückraum abwarten, ob sich vielleicht irgendwas ergibt. Und als der Ball dann zu mir kam, habe ich einfach drangehauen.

nnz: Hast du nachts noch von deinem Hammertor mit links geträumt?

P. Blume: Geträumt habe ich nicht davon, aber ich war noch lange nach dem Spiel sehr aufgewühlt und habe dann ewig wach gelegen, ehe ich einschlafen konnte.

nnz: Du bist das zweite Jahr in Nordhausen und hast jetzt schon den dritten Trainer. Welche Erfahrungen hast du in der letzte Saison gesammelt?

blume (Foto: Bernd Peter) blume (Foto: Bernd Peter) P. Blume: Das war schon ein komisches Gefühl als junger Spieler, dass gleich zu Saisonbeginn der Trainer wechselte, der mich geholt hatte. Herr Goslar war ein akribischer Arbeiter und unter dem Team Hauswald/Seipel haben wir ja dann auch eine gigantische erste Halbserie hingelegt. Mit Joe Albersinger ist es wieder anders. Er hat eine stark taktisch geprägte Ausrichtung und möchte immer, dass wir ordentlich spielen. Ich konnte von allen vier Trainern viel lernen.

nnz: Am Wochenende geht es gegen die U23 eines Bundesligisten. Du hast selbst zwei Jahre in der H96er U23 gespielt. Was ist das besondere an einer U23-Auswahl?

P. Blume: Negativ war, dass wir nie wussten, wer aus der Bundesligamannschaft abgestellt wird und ob wir spielen dürfen oder nicht. Aber es ist auch etwas besonderes im Männerbereich nur mit Gleichaltrigen zu spielen. Alle haben eine große spielerische Qualität, aber es bedarf manchmal 2-3 älterer Spielern, die den jungen auch mal in den Hintern treten.

nnz: Stimmen die Beteuerungen der U23-Trainer, dass es nicht auf das Ergebnis ankommt, sondern nur auf die Weiterentwicklung der Spieler? Ihr wolltet doch in Hannover auch immer gewinnen, oder?

P. Blume: Uns haben sie in Hannover immer gesagt, das Ansehen und der Marktwert des Einzelnen steige mit dem Erfolg der Mannschaft und am wichtigsten sei der Klassenerhalt. Aber natürlich wollen alle den Sprung in eine Profikarriere schaffen und sich deshalb natürlich bestmöglich präsentieren und immer gewinnen. So wird das auch am Sonntag sein.
Das Gespräch führte Olaf Schulze
Autor: nnz

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