Weltrekord! Guinnes-Buch-Eintrag gilt als sicher
3,03 Kilometer-Kronkorkenkette in Bornstedt
Freitag, 02. September 2016, 21:47 Uhr
Zur Kronkorkenparty heute ab 20 Uhr wird ein neuer Weltrekord verkündet: Mit 3030 Meter und 44,6 Zentimeter Länge wurde in Bornstedt die "Längste aus Flaschenverschlüssen bestehende Kette der Welt" gefertigt, ausgelegt und gemessen! Dieser Weltrekord krönt Teil 1 des Jubiläums "111 Jahre Rad- und Freizeitsport", das an diesem Wochenende gefeiert wird. Doch mit der Flaschenverschlusskette nicht genug, startet morgen um 15 Uhr bereits der zweite Weltrekordversuch: 111 Kunstradfahrer sind auf Rädern zu erleben.
Doch der Reihe nach. Heute gab es einen sagenhaften Weltrekord. Als Maik Anton aus dem Vorstand des Bornstedter Vereins "Rad- und Freizeitsport" vor einigen Jahren mal las, dass am 4.4.14 in Kalmthout in Belgien 87.575 Kronkorken zur längsten Flaschenverschlusskette der Welt aufeinandergereiht worden waren, dachte er sich:, Das können wir auch.‘ Seit heute Mittag, 13 Uhr, wissen die Bornstedter, und dank Internet inzwischen sogar Menschen auf der ganzen Welt, dass im südlichen Mansfelder Land nichts unmöglich ist: Hier wurden sage und schreibe 117.040 Bierflaschenverschlüsse zu einer kilometerlangen Kette aneinandergereiht. Wie heißt es so richtig: Nichts ist unmöglich: Bornstedt!
Yves Kaczor, Klaus und Marianne Elzner, Maik Anton, Bernd Rinkleib, Frank Mauder und Marco Kuboteit (v. l.) gehören zu den vielen, die Anteil am Weltrekord der Bornstedter haben. (Foto: Jochen Miche)
Auch wenn es lustig klingen könnte, wenn jemand behauptete, die 117.040 Flaschen (meist mit Bier gefüllt) seien von den Bornstedtern selbst geleert worden: Dies stimmt nicht. msh-online gegenüber versicherte heute Mittag der Vorsitzende des Vereins Blau-Weiß Bornstedt, Bernd Rinkleib: "Unsere Radsportler trinken keinen Alkohol." Wir vergaßen nachzufragen, bis zu welchem Alter das gilt, denn bei den Kindern und Jugendlichen trifft das ganz sicher zu, doch den Erwachsenen gönnt der Zuschauer wirklich ein kühles Blondes nach der oft schweißtreibenden Akrobatik, mit denen die Sportler das Publikum auf ihren Rädern immer wieder begeistern.
Mehr als sieben Reihen Kronkorken auf einem 400 Meter langen Teil der Straße brachten den Erfolg. (Foto: Jochen Miche)
117.040 Kronkorken aufreihen - wer hat so viel Geduld? Nun, geholfen haben viele, doch den Mammutanteil haben Marianne und Klaus Elzner übernommen. Die Härte: Es durfte nicht einfach nur ein Loch in der Mitte sein, das zum Auffädeln der kleinen Metalldeckel ja genügt hätte, nein, es wurden zwei Löcher in jeden Deckel gebohrt, und zwar jeweils gegenüber in den umgebogenen Rand mit den 21 Zacken. Folglich musste der stabile Draht, der als Schnur diente, auch durch 234.080 Löcher gefädelt werden.
Eine weitere Herausforderung war selbstredend das Gewicht. Zwar wiegt ein einzelner Kronkorken nur 2,22 Gramm, insgesamt kamen da aber schon mal fast 260 Kilogramm zusammen, also mehr als fünf Zentner. Familie Elzner, auch Mitglied im Sportverein, nahm es sportlich mit der Aufgabe: Jede freie Minute wurde gefädelt. Heute funktionierten sie sogar ihren Hof zur Mess- und Maß-Zentrale um. Nun ja, das Messen übernahmen in der anliegenden Straße Neue Sorge Frank Mauder und Marco Kubo vom Ingenieurbüro Mauder in Eisleben, und das Maß (genauer: das halbe Maß, denn es gab nur Halbliterflaschen) nahmen die zahlreichen Zuschauer zu sich, die das ganze Spektakel verfolgten.
Um eine besondere Leistung als Weltrekord anerkannt zu bekommen, müssen viele Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehört die rechtzeitige Anmeldung ebenso wie das Beglaubigen eines Ergebnisses durch unabhängige Sachverständige. Letztere hatten die Bornstedter im öffentlich bestellten Vermessungsingenieur Frank Mauder gefunden. "Das war ein echter Glücksfall für uns", betonte Maik Anton vom Sportverein, der nach Feststellung des gelungenen Weltrekordversuches sofort alles in die Wege leitete, damit die Protokolle ins Englische übersetzt und als Datei mit Filmen und Fotos noch heute nach London geschickt werden konnten.
Währenddessen waren andere dabei, die Kronkorkenkette wieder einzusammeln, was gar nicht so einfach war. Am Ende war die gesamte Ladefläche eines Multicars bedeckt mit Kronkorken. Ein Teil davon wird nun im Festzelt neben der Sporthalle im Dorfzentrum noch eine Zeit lang zu bestaunen sein. Dort erwartet die Besucher aber auch noch mehr Lohnenswertes. Heute ab 20 Uhr beispielsweise die Gruppe "Ganz & Gahr" und der "Club Humor" mit vielen lustigen Einlagen. Schön, dass der Club auch das 111-Jährige des Rad- und Freizeitsports mitgestaltet, immerhin wurde er zum 90-jährigen Bestehen der Blau-Weißen gegründet.
Morgen geht es Schlag auf Schlag. Ab 10 Uhr feiert die Freiwillige Feuerwehr Bornstedt mit allen Interessierten ihr 133-jähriges Jubiläum. Eine repräsentative Ausstellung zur Geschichte der Bornstedter Wehr und moderne sowie historische Feuerwehrtechnik locken ebenso wie der Feuerwehr-Spielmannszug Blankenheim.
Um 15 Uhr, so informierte uns der Übungsleiter Yves Kaczor, startet das Mega-Programm der Kunstradfahrer. Er sagte: "Hier gibt es den nächsten Rekordversuch: Mindestens 111 unterschiedliche Kunstradfahrer müssen auf einem Rad fahren, um diesen Rekord zu schaffen. Ein extra dafür bestellter Steward wurde dafür verpflichtet. Eine schottische Band begleitet das weitere Weltklasse-Programm. Unter anderem sind dabei: die deutschen Meister in Kunstradfahren, ein ehemaliger DDR-Meister im Einradfahren, der mit über 60 Jahren noch einmal Einrad fahren wird, und der 81-jährige Wolfgang Winkel, der ebenfalls noch mal mit dem Kunstrad fährt."
Hier wird es eine Ausstellung zur Geschichte des Radsports in Bornstedt geben, aber auch eine hochwertige Tombola. Zudem ist ein Schausteller mit verschiedenen Attraktionen vor Ort.
Am Sonntag schließlich folgt ab 10 Uhr ein Frühschoppen mit drei Kapellen. Um 14 Uhr beginnt der Abschluss-Festumzug mit allen Radsportfreunden durch den Ort.
Irgendwie jagt ein tolles Ereignis das andere. In Bornstedt ist eben nichts unmöglich.
Jochen Miche
Autor: jmDoch der Reihe nach. Heute gab es einen sagenhaften Weltrekord. Als Maik Anton aus dem Vorstand des Bornstedter Vereins "Rad- und Freizeitsport" vor einigen Jahren mal las, dass am 4.4.14 in Kalmthout in Belgien 87.575 Kronkorken zur längsten Flaschenverschlusskette der Welt aufeinandergereiht worden waren, dachte er sich:, Das können wir auch.‘ Seit heute Mittag, 13 Uhr, wissen die Bornstedter, und dank Internet inzwischen sogar Menschen auf der ganzen Welt, dass im südlichen Mansfelder Land nichts unmöglich ist: Hier wurden sage und schreibe 117.040 Bierflaschenverschlüsse zu einer kilometerlangen Kette aneinandergereiht. Wie heißt es so richtig: Nichts ist unmöglich: Bornstedt!
Yves Kaczor, Klaus und Marianne Elzner, Maik Anton, Bernd Rinkleib, Frank Mauder und Marco Kuboteit (v. l.) gehören zu den vielen, die Anteil am Weltrekord der Bornstedter haben. (Foto: Jochen Miche)
Auch wenn es lustig klingen könnte, wenn jemand behauptete, die 117.040 Flaschen (meist mit Bier gefüllt) seien von den Bornstedtern selbst geleert worden: Dies stimmt nicht. msh-online gegenüber versicherte heute Mittag der Vorsitzende des Vereins Blau-Weiß Bornstedt, Bernd Rinkleib: "Unsere Radsportler trinken keinen Alkohol." Wir vergaßen nachzufragen, bis zu welchem Alter das gilt, denn bei den Kindern und Jugendlichen trifft das ganz sicher zu, doch den Erwachsenen gönnt der Zuschauer wirklich ein kühles Blondes nach der oft schweißtreibenden Akrobatik, mit denen die Sportler das Publikum auf ihren Rädern immer wieder begeistern.
Mehr als sieben Reihen Kronkorken auf einem 400 Meter langen Teil der Straße brachten den Erfolg. (Foto: Jochen Miche)
117.040 Kronkorken aufreihen - wer hat so viel Geduld? Nun, geholfen haben viele, doch den Mammutanteil haben Marianne und Klaus Elzner übernommen. Die Härte: Es durfte nicht einfach nur ein Loch in der Mitte sein, das zum Auffädeln der kleinen Metalldeckel ja genügt hätte, nein, es wurden zwei Löcher in jeden Deckel gebohrt, und zwar jeweils gegenüber in den umgebogenen Rand mit den 21 Zacken. Folglich musste der stabile Draht, der als Schnur diente, auch durch 234.080 Löcher gefädelt werden.
Eine weitere Herausforderung war selbstredend das Gewicht. Zwar wiegt ein einzelner Kronkorken nur 2,22 Gramm, insgesamt kamen da aber schon mal fast 260 Kilogramm zusammen, also mehr als fünf Zentner. Familie Elzner, auch Mitglied im Sportverein, nahm es sportlich mit der Aufgabe: Jede freie Minute wurde gefädelt. Heute funktionierten sie sogar ihren Hof zur Mess- und Maß-Zentrale um. Nun ja, das Messen übernahmen in der anliegenden Straße Neue Sorge Frank Mauder und Marco Kubo vom Ingenieurbüro Mauder in Eisleben, und das Maß (genauer: das halbe Maß, denn es gab nur Halbliterflaschen) nahmen die zahlreichen Zuschauer zu sich, die das ganze Spektakel verfolgten.
Um eine besondere Leistung als Weltrekord anerkannt zu bekommen, müssen viele Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehört die rechtzeitige Anmeldung ebenso wie das Beglaubigen eines Ergebnisses durch unabhängige Sachverständige. Letztere hatten die Bornstedter im öffentlich bestellten Vermessungsingenieur Frank Mauder gefunden. "Das war ein echter Glücksfall für uns", betonte Maik Anton vom Sportverein, der nach Feststellung des gelungenen Weltrekordversuches sofort alles in die Wege leitete, damit die Protokolle ins Englische übersetzt und als Datei mit Filmen und Fotos noch heute nach London geschickt werden konnten.
Währenddessen waren andere dabei, die Kronkorkenkette wieder einzusammeln, was gar nicht so einfach war. Am Ende war die gesamte Ladefläche eines Multicars bedeckt mit Kronkorken. Ein Teil davon wird nun im Festzelt neben der Sporthalle im Dorfzentrum noch eine Zeit lang zu bestaunen sein. Dort erwartet die Besucher aber auch noch mehr Lohnenswertes. Heute ab 20 Uhr beispielsweise die Gruppe "Ganz & Gahr" und der "Club Humor" mit vielen lustigen Einlagen. Schön, dass der Club auch das 111-Jährige des Rad- und Freizeitsports mitgestaltet, immerhin wurde er zum 90-jährigen Bestehen der Blau-Weißen gegründet.
Morgen geht es Schlag auf Schlag. Ab 10 Uhr feiert die Freiwillige Feuerwehr Bornstedt mit allen Interessierten ihr 133-jähriges Jubiläum. Eine repräsentative Ausstellung zur Geschichte der Bornstedter Wehr und moderne sowie historische Feuerwehrtechnik locken ebenso wie der Feuerwehr-Spielmannszug Blankenheim.
Um 15 Uhr, so informierte uns der Übungsleiter Yves Kaczor, startet das Mega-Programm der Kunstradfahrer. Er sagte: "Hier gibt es den nächsten Rekordversuch: Mindestens 111 unterschiedliche Kunstradfahrer müssen auf einem Rad fahren, um diesen Rekord zu schaffen. Ein extra dafür bestellter Steward wurde dafür verpflichtet. Eine schottische Band begleitet das weitere Weltklasse-Programm. Unter anderem sind dabei: die deutschen Meister in Kunstradfahren, ein ehemaliger DDR-Meister im Einradfahren, der mit über 60 Jahren noch einmal Einrad fahren wird, und der 81-jährige Wolfgang Winkel, der ebenfalls noch mal mit dem Kunstrad fährt."
Hier wird es eine Ausstellung zur Geschichte des Radsports in Bornstedt geben, aber auch eine hochwertige Tombola. Zudem ist ein Schausteller mit verschiedenen Attraktionen vor Ort.
Am Sonntag schließlich folgt ab 10 Uhr ein Frühschoppen mit drei Kapellen. Um 14 Uhr beginnt der Abschluss-Festumzug mit allen Radsportfreunden durch den Ort.
Irgendwie jagt ein tolles Ereignis das andere. In Bornstedt ist eben nichts unmöglich.
Jochen Miche



