Neues aus Bad Frankenhausen
6. Orgellauf ist Geschichte
Mittwoch, 14. September 2016, 15:26 Uhr
Nun schon Tradition geworden ist der Orgellauf zu Gunsten der Strobel-Orgel Bad Frankenhausen. Hier kn mit den Einzelheiten...
Die Vielfalt der in unserer Region tätigen Vereine macht uns mit ihren Freizeitangeboten oft das Leben lebenswerter. Das funktioniert aber nicht von selbst. Es gehört viel Engagement dazu, einen Verein am Leben zu erhalten. Immer wieder müssen neue Ideen gefunden werden, um das Vereinsleben und ihre Angebote interessant zu gestalten. Auch beim Verein Freunde der Großen-Strobel-Orgel in Bad Frankenhausen ist da nicht anders. Was einmal als sporadisch anzubietender Lauf für die Orgel gedacht war, findet nun regelmäßig Anfang September statt in diesem Jahr nun zum 6. Mal.
Die Läufer nehmen Aufstellung am Start
Das bedeutet immer wieder umfangreiche Vorbereitung, auch wenn schon eine gewisse Erfahrung vorliegt und man zuverlässige Partner über die Jahre gewonnen hat. Nur auf den Wettergott hat man keinen Einfluß! Da ist das Finden eines Predigers für den Läufergottesdienst noch eine der leichtesten Übungen, besonders wenn dieser dann auch am Lauf teilnimmt. Wie schon 2012 sagte Oberkirchenrat Christhardt Wagner nun auch für den 6. Orgellauf zu (er ist Vertreter der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands beim Thüringer Landtag). Das dann die Predigt auch in irgendeiner Weise auf das Ereignis Bezug nimmt, wird erwartet, ist aber nicht selbstverständlich. Man kann natürlich einen für diesen Anlaß günstigen Bibeltext wählen und ihn auslegen, aber interessanter ist es schon, wenn man den für den jeweiligen Sonntag vorgeschriebenen Text auslegt. So hielt es auch Oberkirchenrat Wagner und führte aus:
Heute gibt es zwei Predigten zum Preis von einer: Zuerst geht es um den heutigen Predigttext - Zum Schluss noch ein paar Gedanken zum besonderen Anlass des Gottesdienstes. Der für heute verordnete Predigttext steht im 1. Petrusbrief, Kapitel 5, die Verse 5 -11: Desgleichen, ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter. Alle aber miteinander haltet fest an der Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widersteht, fest im Glauben, und wißt, daß ebendieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen. Ihm sei die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
Wann haben Sie das letzte Mal das Wort Demut gehört oder selbst verwendet?
Es gehört wie Barmherzigkeit, Gnade, Herzensbildung oder Gnade auf die rote Liste der aussterbenden Wörter. Das sagt nichts über diese wunderschönen Wörter, aber viel über unsere Zeit aus. Damit müssen wir uns jedoch nicht abfinden. Wir sind so frei, uns gegen diese Entwicklung zu stellen diese wunderschönen Worte verwenden und noch besser: sie ins Leben zu holen. Finden Sie nicht auch?
Demut klingt irgendwie angepasst, unterwürfig, sich klein machend. Das fanden die Menschen in der Antike genau so. Es vertrug sich nicht mit dem Ideal des freien, selbstbewußten Bürgers. Die kleine Christenschar wurde dafür verachtet. Und auch wir tun uns schwer damit. Wir haben den aufrechten Gang mühselig erlernt. Und nun sollen wir uns wieder klein machen? Doch nicht nur der Petrusbrief spricht von Demut als christlicher Tugend. Die ganze Bibel erzählt davon. Wir kommen also nicht daran vorbei. Der letzte Oberrabiner in Nazideutschland Joseph Karlebach hat sinngemäß geschrieben: Es ist nicht gut, wenn der Mensch seine Knie nicht mehr vor Gott beugt. Er verliert sein Maß und verfehlt seine Menschlichkeit.
Es geht also um Maß und Menschlichkeit. Wer seine Knie nicht vor Gott beugt, kennt nur noch sich. Er setzt allein auf seine eigene Kraft und Stärke. Er ist auch niemanden Rechenschaft schuldig. Und: Er kennt auch niemand, der ihm gnädig ist und so kennt er auch selbst keine Gnade. Demut ist nicht Unterwürfigkeit. Im Gegenteil. Vor Gott demütig zu sein macht uns frei, gegenüber Menschen furchtlos und mit Gottvertrauen zu stehen. Wir beugen allein vor Gott unsere Knie. Demut produziert also Zivilcourage und hat die Gnade im Gepäck. Wir wissen, wie wir auf sie angewiesen sind und werden selbst gnädig. Wir haben die im Blick, die an der Gnadenlosigkeit der Welt ersticken, unter ihr leiden, ihr entfliehen wollen. Und, so lesen wir weiter: Gott widersteht den Hochmütigen. Das ist gut zu hören. Auch wenn sie scheinbar immer mehr Oberwasser bekommen die Hochmütigen, die sich weder um Gott noch um die Menschen, denen es schlecht geht, kümmern.
Die so überheblich sind, dass sie auf komplizierte Fragen die einfachsten Antworten haben. Die nur sich kennen und bereit sind, gnadenlos auf Kosten Schwächerer ihre Ziele zu erreichen. Gott widersteht ihnen, aber den Demütigen gibt er Gnade. Das ist nicht immer so deutlich zu erkennen. Wir können verzweifeln, wenn wir auf die Erfolge der Menschenverächter schauen. Uns dauert das Elend schon zu lange. Wir könnten manchmal rufen: Herr, wirf Hirn vom Himmel. Leider, nein Gott sei Dank, erfüllt Gott unsere berechtigten und unberechtigten Bitten nicht auf Knopfdruck. Deshalb gehört zur Demut die Tugend der Geduld.
Ja, es kostet Kraft und braucht Gottvertrauen, eine schwierige persönliche oder gesellschaftliche Durststrecke demütig zu durchwandern. Haben wir den Mut zur Demut - und werfen wir den Hochmut ab. Im Übrigen, so habe ich gelesen, stammt das Wort Demut vom althochdeutschen diomuoti ab und kann mit dienstwillig übersetzt werden. In diomuoti steckt Dienst und Mut. Das Wort Mut meint: nach etwas trachten, ein Ziel anzustreben. Doch Mut allein reicht nicht aus. Weiß ich denn, ob mein angestrebtes Ziel wirklich erstrebenswert ist?
Demütig sein bedeutet: sich in den Dienst stellen lassen. Sich für ein Ziel einspannen lassen und mutig darauf hinzuarbeiten. Natürlich lassen wir uns nicht von jedem einspannen. Schon gar nicht von hochmütigen Menschen, die meinen, zu wissen, was für uns gut ist und die doch nur ihre eigenen Ziele vor Augen haben. Es ist schon verblüffend, wie schnell sich Menschen für bösartige Ziele einspannen lassen. Mein Lieblingsbibelwort hat darauf eine Antwort: Zur Freiheit hat uns Christus befreit. So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen(Galater 5,1). Wir sind so frei Wir stehen fest und lassen uns unter kein Joch spannen. Demut heißt: Wir beugen allein unserem Herrn die Knie und erwarten alles von ihm.
Wir lesen weiter im 1. Petrusbrief: Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch. Das ist keine Schwärmerei von Leuten, die nicht wissen, wie schwer Sorgen drücken können. Dem Verfasser des Petrusbriefs stehen Gemeinden vor Augen, die unter massiven Anfeindungen durch ihre Mitmenschen zu leiden hatten. Diese Sorgen der frühen Christen haben wir in unserem Land, Gott seis gedankt, nicht. Christen in vielen anderen Ländern, Gott seis geklagt, kennen diese Not sehr wohl. Deshalb erinnert der Verfasser an die Leiden der Brüder und Schwestern, die mit ihnen unter dem Teufel, der herumgeht wie ein brüllender Löwe, leiden. Und gleichzeitig macht er Hoffnung: so demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, dass er euch erhöhe zu seiner Zeit. Zu seiner Zeit ja, das fällt schwer. Wie gesagt: Auch Geduld ist eine christliche Tugend. All eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch.
Viele von uns haben schon erlebt, was es heißt, große Sorgen zu haben. Wenn es um Leben und Tod, um die berufliche Existenz, um die Beziehung, die Kinder, die Eltern geht. Es gibt genug Sorgen, die uns nach unten ziehen. Unter jedem Dach ein Ach. Ja, es ist gut, zu wissen, wohin wir mit unseren Sorgen kommen können. Christen sind Menschen mit Hoffnung, weil sie wissen, wer uns in der Hand hält.
Aber wir dürfen auch vom Bodenpersonal etwas erwarten. Wir brauchen unsere Sorgen nicht für uns allein zu behalten. Es ist ungesund, zu meinen, alles mit sich selbst ausmachen zu wollen. Sei es aus falscher Zurückhaltung, niemand damit belasten zu wollen. Sei es aus Selbstüberschätzung, sich selbst an den Haaren aus dem Sumpf ziehen zu können. Sei es aus Resignation, nicht mehr darauf zu hoffen, dass jemand helfen, trösten oder wenigstens die Sorge mittragen kann. Und wir als Bodenpersonal sollten Gottes Erwartung, ihm zur Seite zu stehen, ernst nehmen. Wir brauchen in diesen Zeiten mehr offene Augen, Ohren und Herzen für die Sorgen derer, die auf unsere Hilfe angewiesen sind. Auch wenn es hauptberufliche Seel-Sorger gibt. Christen sind allesamt Seelsorger. Und jeder ist dazu geeignet. Auch ohne Fortbildung. Es braucht allein Herzenswärme auch so ein Wort auf der roten Liste ein wenig Überwindung und die Bereitschaft, nicht im oberflächlichen Geschwätz stecken zu bleiben. Es wäre großartig, wenn wir auf die Frage: Wie gehts? eine ehrliche Antwort erhalten. Dazu gehört, dass der Gefragte tatsächlich das Gefühl hat, etwas von sich preisgeben zu können. Wir machen uns auch Sorge um unsere Kirche werfen wir auch die Sorgen um sie auf ihn denn es ist nicht unsere Kirche, es ist Gottes Kirche deshalb brauchen wir uns um sie keine Sorgen zu machen.
Weltweit wächst die Zahl der Christen nur in unserem Land ist es so, wie es ist.
Wir brauchen uns um seine Kirche keine Sorgen machen aber wir dürfen entsprechend befreit als Gottes Handlanger von seiner guten Nachricht allen Menschen weiter erzählen nicht um Kirchensteuerzahler zu gewinnen, sondern um Menschen für Gott zu begeistern.
Und damit komme ich zum zweiten Teil: ich verspreche, er ist deutlich kürzer.
Als sie vor 13 Jahren von den Kosten der Restaurierung ihrer Orgel erfuhren, waren Sie sicher erschlagen. Wie soll jemals eine solche Summe aufgebracht werden? 3 Jahre später gründeten sie den Orgelverein! Herzlichen Glückwunsch zum 10. Geburtstag nachträglich. Das ist ein Beispiel für unser Predigtwort: Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch Eigentlich war es tollkühn oder eben demütig.
Sie haben schon lange vor einer Pastorentochter gesagt: wir schaffen das entscheidend war damals genauso wie heute, wenn wir diesen Satz ergänzen: wir schaffen das - mit Gottes Hilfe! Und so kann ich nur gratulieren, was bis heute durch sie gelungen ist und kann mich nur mitfreuen über eine Aktion, die mit Gottvertrauen und dem Mut der Demut begonnen wurde. Dabei wird noch einmal deutlich: es wäre ein großes Missverständnis, wenn dieser Satz von der Sorge, die wir auf Gott werfen sollen, so verstanden wird, dass wir meinten: Hier, lieber Gott, ist das Problem. Mach mal. Nein, wir sollen allein unsere Sorge auf ihn werfen, damit wir unsere beiden Hände frei haben, selbst mit anzupacken. Wer davon weiß, Gott im Boot zu haben, den lähmen nicht länger die Sorgen: wie sollen wir das nur schaffen, sondern der sagt sich: mit Gottes Hilfe schaffen wir das.
Ich kann nur gratulieren! Deshalb bin ich auch gerne gekommen und laufe wieder gerne mit, zumal ich diese Woche es nicht geschafft habe, zu laufen. Und nun können sie sich freuen, schon bald ihre Orgel wieder zu hören. Doch nicht allein für unser Vergnügen wird die Orgel spielen.
Orgeln sind wie unser Gesang zum Lob Gottes gebaut. Dafür ist das Beste gerade gut genug. Dafür ist jeder Euro gut investiert. Wenn uns wirklich bewußt wird, wieviel wir Gott zu verdanken haben, bleibt für uns eigentlich nur eines: zu staunen, sich zu freuen und mit unseren bescheidenen Mitteln Gott zu danken. So viel haben wir da nicht zu bieten. Die Orgel ist eine Möglichkeit. Wunderbar, wenn sie wieder in ihrer Kirche erklingen wird. Ich erwarte eine Einladung. Amen!
Oberkirchenrat Wagner im Talar
Nach dem Gottesdienstende zog Oberkirchenrat Wagner seinen Talar aus und die Läuferkluft an. Wie alle am Lauf teilnehmenden erledigte er im Org-Büro die Formalitäten. Dann schickte er mit dem Ton von zwei sehr kleinen Orgelpfeifen (alle anderen sind ja in Bautzen zur Sanierung) zuerst die Kinder zum Lauf um die Unterkirche, um sich dann selbst und den Läufern der Altersgruppe ab 18 Jahre das Startzeichen zu geben.
Start der Kinder um die Unterkirche
Von den 10 Kindern liefen 3 sogar die großen Runden durch die Stadt mit (je Runde 1,9 km). Es gab auch eine kleine Gruppe vorwiegend Kurgäste -, die nur eine Runde drehten und sich dabei etwas über die Stadt und ihren Gegebenheiten aus Geschichte, Technik und Kultur erzählen ließen. Insgesamt beteiligten sich 40 Läufer.
Bereits vom Anfang an dabei die Frankenhäuser Hausmänner
Auch die Frankenhäuser Hausmänner einschließlich Bürgermeister Strejc waren wieder mit von der Partie. Damit auch für alle Läufer die Sicherheit gewährleistet war, stand der Funkerverein dankenswerter Weise wie schon bei den vergangenen Orgelläufen mit seinen Mitgliedern an den verschiednen Punkten der Strecke.
Gemütliches Beisammensein des Frankenhäuser Funkclubs nach ihrem zuverlässigen Einsatz
Natürlich gab es wie jedes Jahr auch wieder reichlich Angebote auf dem Orgelspendentisch von Hannelore Zimmer mit Blumen, Pflanzen, Kräutertees u. a., wunderbare Patchworkarbeiten von Elke Paulik, einen Büchertisch, den Gisela Göttsching betreute, die schon zur Tradition gewordenen Käsefüße (würziges Backwerk) von Friederike Rabus und 10 selbstgebackene Brote alles fand einen guten Anklang! Das leibliche Wohl in Form von Kuchen, Kaffee und Deftigem war ebenfalls abgesichert. Wenn es auch immer mal wieder ein paar feuchte Spritzer vom Himmel gab, so hatten doch alle an diesem Tag ihre Freude an dieser Veranstaltung.
Natürlich sind keine Riesensummen zusammengekommen, aber jeder Euro an Spendengeld ist willkommen für den aufzubringenden Eigenanteil, getreu dem Gedanken von Herrman Hesse: Damit das Mögliche entsteht, muß immer wieder das Unmögliche versucht werden. Allen Spendern finanzieller und materieller Art sei ganz herzlich gedankt, besonders dem Eiscafé Schütze, der Nordthüringer Volksbank, der Kyffhäusersparkasse und der Firma Grimm-Thüringen concerts.
Nachtrag: Am Vorabend des Orgellaufes kam eine Nachbarin zum Verfasser dieses Berichtes. Sie hatte mit ihrer Schulfreundin (einer ehemaligen Frankenhäuserin) in Berlin telefoniert und vom Orgellauf am kommenden Tag berichtet. Diese bat ihre hiesige Schulfreundin, doch bei dem Nachbarn 5 (als symbolische Spende für eine Runde) abzuliefern. Sie selber könnte aus gesundheitlichen Gründen an solchen Aktionen nicht mehr teilnehmen. Die Spendenübergabe ist selbstverständlich erfolgt.
Textzusammenstellung: Zimmer/Gödicke
Fotos: Zimmer/Göbel-Bark
Fotos:
Landsknechte
Die Schildmänner drehen unermüdlich ihre Runden
Oberkirchenrat Wagner in Aktion
Autor: khhDie Vielfalt der in unserer Region tätigen Vereine macht uns mit ihren Freizeitangeboten oft das Leben lebenswerter. Das funktioniert aber nicht von selbst. Es gehört viel Engagement dazu, einen Verein am Leben zu erhalten. Immer wieder müssen neue Ideen gefunden werden, um das Vereinsleben und ihre Angebote interessant zu gestalten. Auch beim Verein Freunde der Großen-Strobel-Orgel in Bad Frankenhausen ist da nicht anders. Was einmal als sporadisch anzubietender Lauf für die Orgel gedacht war, findet nun regelmäßig Anfang September statt in diesem Jahr nun zum 6. Mal.
Die Läufer nehmen Aufstellung am Start
Das bedeutet immer wieder umfangreiche Vorbereitung, auch wenn schon eine gewisse Erfahrung vorliegt und man zuverlässige Partner über die Jahre gewonnen hat. Nur auf den Wettergott hat man keinen Einfluß! Da ist das Finden eines Predigers für den Läufergottesdienst noch eine der leichtesten Übungen, besonders wenn dieser dann auch am Lauf teilnimmt. Wie schon 2012 sagte Oberkirchenrat Christhardt Wagner nun auch für den 6. Orgellauf zu (er ist Vertreter der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands beim Thüringer Landtag). Das dann die Predigt auch in irgendeiner Weise auf das Ereignis Bezug nimmt, wird erwartet, ist aber nicht selbstverständlich. Man kann natürlich einen für diesen Anlaß günstigen Bibeltext wählen und ihn auslegen, aber interessanter ist es schon, wenn man den für den jeweiligen Sonntag vorgeschriebenen Text auslegt. So hielt es auch Oberkirchenrat Wagner und führte aus:
Heute gibt es zwei Predigten zum Preis von einer: Zuerst geht es um den heutigen Predigttext - Zum Schluss noch ein paar Gedanken zum besonderen Anlass des Gottesdienstes. Der für heute verordnete Predigttext steht im 1. Petrusbrief, Kapitel 5, die Verse 5 -11: Desgleichen, ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter. Alle aber miteinander haltet fest an der Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widersteht, fest im Glauben, und wißt, daß ebendieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen. Ihm sei die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
Wann haben Sie das letzte Mal das Wort Demut gehört oder selbst verwendet?
Es gehört wie Barmherzigkeit, Gnade, Herzensbildung oder Gnade auf die rote Liste der aussterbenden Wörter. Das sagt nichts über diese wunderschönen Wörter, aber viel über unsere Zeit aus. Damit müssen wir uns jedoch nicht abfinden. Wir sind so frei, uns gegen diese Entwicklung zu stellen diese wunderschönen Worte verwenden und noch besser: sie ins Leben zu holen. Finden Sie nicht auch?
Demut klingt irgendwie angepasst, unterwürfig, sich klein machend. Das fanden die Menschen in der Antike genau so. Es vertrug sich nicht mit dem Ideal des freien, selbstbewußten Bürgers. Die kleine Christenschar wurde dafür verachtet. Und auch wir tun uns schwer damit. Wir haben den aufrechten Gang mühselig erlernt. Und nun sollen wir uns wieder klein machen? Doch nicht nur der Petrusbrief spricht von Demut als christlicher Tugend. Die ganze Bibel erzählt davon. Wir kommen also nicht daran vorbei. Der letzte Oberrabiner in Nazideutschland Joseph Karlebach hat sinngemäß geschrieben: Es ist nicht gut, wenn der Mensch seine Knie nicht mehr vor Gott beugt. Er verliert sein Maß und verfehlt seine Menschlichkeit.
Es geht also um Maß und Menschlichkeit. Wer seine Knie nicht vor Gott beugt, kennt nur noch sich. Er setzt allein auf seine eigene Kraft und Stärke. Er ist auch niemanden Rechenschaft schuldig. Und: Er kennt auch niemand, der ihm gnädig ist und so kennt er auch selbst keine Gnade. Demut ist nicht Unterwürfigkeit. Im Gegenteil. Vor Gott demütig zu sein macht uns frei, gegenüber Menschen furchtlos und mit Gottvertrauen zu stehen. Wir beugen allein vor Gott unsere Knie. Demut produziert also Zivilcourage und hat die Gnade im Gepäck. Wir wissen, wie wir auf sie angewiesen sind und werden selbst gnädig. Wir haben die im Blick, die an der Gnadenlosigkeit der Welt ersticken, unter ihr leiden, ihr entfliehen wollen. Und, so lesen wir weiter: Gott widersteht den Hochmütigen. Das ist gut zu hören. Auch wenn sie scheinbar immer mehr Oberwasser bekommen die Hochmütigen, die sich weder um Gott noch um die Menschen, denen es schlecht geht, kümmern.
Die so überheblich sind, dass sie auf komplizierte Fragen die einfachsten Antworten haben. Die nur sich kennen und bereit sind, gnadenlos auf Kosten Schwächerer ihre Ziele zu erreichen. Gott widersteht ihnen, aber den Demütigen gibt er Gnade. Das ist nicht immer so deutlich zu erkennen. Wir können verzweifeln, wenn wir auf die Erfolge der Menschenverächter schauen. Uns dauert das Elend schon zu lange. Wir könnten manchmal rufen: Herr, wirf Hirn vom Himmel. Leider, nein Gott sei Dank, erfüllt Gott unsere berechtigten und unberechtigten Bitten nicht auf Knopfdruck. Deshalb gehört zur Demut die Tugend der Geduld.
Ja, es kostet Kraft und braucht Gottvertrauen, eine schwierige persönliche oder gesellschaftliche Durststrecke demütig zu durchwandern. Haben wir den Mut zur Demut - und werfen wir den Hochmut ab. Im Übrigen, so habe ich gelesen, stammt das Wort Demut vom althochdeutschen diomuoti ab und kann mit dienstwillig übersetzt werden. In diomuoti steckt Dienst und Mut. Das Wort Mut meint: nach etwas trachten, ein Ziel anzustreben. Doch Mut allein reicht nicht aus. Weiß ich denn, ob mein angestrebtes Ziel wirklich erstrebenswert ist?
Demütig sein bedeutet: sich in den Dienst stellen lassen. Sich für ein Ziel einspannen lassen und mutig darauf hinzuarbeiten. Natürlich lassen wir uns nicht von jedem einspannen. Schon gar nicht von hochmütigen Menschen, die meinen, zu wissen, was für uns gut ist und die doch nur ihre eigenen Ziele vor Augen haben. Es ist schon verblüffend, wie schnell sich Menschen für bösartige Ziele einspannen lassen. Mein Lieblingsbibelwort hat darauf eine Antwort: Zur Freiheit hat uns Christus befreit. So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen(Galater 5,1). Wir sind so frei Wir stehen fest und lassen uns unter kein Joch spannen. Demut heißt: Wir beugen allein unserem Herrn die Knie und erwarten alles von ihm.
Wir lesen weiter im 1. Petrusbrief: Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch. Das ist keine Schwärmerei von Leuten, die nicht wissen, wie schwer Sorgen drücken können. Dem Verfasser des Petrusbriefs stehen Gemeinden vor Augen, die unter massiven Anfeindungen durch ihre Mitmenschen zu leiden hatten. Diese Sorgen der frühen Christen haben wir in unserem Land, Gott seis gedankt, nicht. Christen in vielen anderen Ländern, Gott seis geklagt, kennen diese Not sehr wohl. Deshalb erinnert der Verfasser an die Leiden der Brüder und Schwestern, die mit ihnen unter dem Teufel, der herumgeht wie ein brüllender Löwe, leiden. Und gleichzeitig macht er Hoffnung: so demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, dass er euch erhöhe zu seiner Zeit. Zu seiner Zeit ja, das fällt schwer. Wie gesagt: Auch Geduld ist eine christliche Tugend. All eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch.
Viele von uns haben schon erlebt, was es heißt, große Sorgen zu haben. Wenn es um Leben und Tod, um die berufliche Existenz, um die Beziehung, die Kinder, die Eltern geht. Es gibt genug Sorgen, die uns nach unten ziehen. Unter jedem Dach ein Ach. Ja, es ist gut, zu wissen, wohin wir mit unseren Sorgen kommen können. Christen sind Menschen mit Hoffnung, weil sie wissen, wer uns in der Hand hält.
Aber wir dürfen auch vom Bodenpersonal etwas erwarten. Wir brauchen unsere Sorgen nicht für uns allein zu behalten. Es ist ungesund, zu meinen, alles mit sich selbst ausmachen zu wollen. Sei es aus falscher Zurückhaltung, niemand damit belasten zu wollen. Sei es aus Selbstüberschätzung, sich selbst an den Haaren aus dem Sumpf ziehen zu können. Sei es aus Resignation, nicht mehr darauf zu hoffen, dass jemand helfen, trösten oder wenigstens die Sorge mittragen kann. Und wir als Bodenpersonal sollten Gottes Erwartung, ihm zur Seite zu stehen, ernst nehmen. Wir brauchen in diesen Zeiten mehr offene Augen, Ohren und Herzen für die Sorgen derer, die auf unsere Hilfe angewiesen sind. Auch wenn es hauptberufliche Seel-Sorger gibt. Christen sind allesamt Seelsorger. Und jeder ist dazu geeignet. Auch ohne Fortbildung. Es braucht allein Herzenswärme auch so ein Wort auf der roten Liste ein wenig Überwindung und die Bereitschaft, nicht im oberflächlichen Geschwätz stecken zu bleiben. Es wäre großartig, wenn wir auf die Frage: Wie gehts? eine ehrliche Antwort erhalten. Dazu gehört, dass der Gefragte tatsächlich das Gefühl hat, etwas von sich preisgeben zu können. Wir machen uns auch Sorge um unsere Kirche werfen wir auch die Sorgen um sie auf ihn denn es ist nicht unsere Kirche, es ist Gottes Kirche deshalb brauchen wir uns um sie keine Sorgen zu machen.
Weltweit wächst die Zahl der Christen nur in unserem Land ist es so, wie es ist.
Wir brauchen uns um seine Kirche keine Sorgen machen aber wir dürfen entsprechend befreit als Gottes Handlanger von seiner guten Nachricht allen Menschen weiter erzählen nicht um Kirchensteuerzahler zu gewinnen, sondern um Menschen für Gott zu begeistern.
Und damit komme ich zum zweiten Teil: ich verspreche, er ist deutlich kürzer.
Als sie vor 13 Jahren von den Kosten der Restaurierung ihrer Orgel erfuhren, waren Sie sicher erschlagen. Wie soll jemals eine solche Summe aufgebracht werden? 3 Jahre später gründeten sie den Orgelverein! Herzlichen Glückwunsch zum 10. Geburtstag nachträglich. Das ist ein Beispiel für unser Predigtwort: Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch Eigentlich war es tollkühn oder eben demütig.
Sie haben schon lange vor einer Pastorentochter gesagt: wir schaffen das entscheidend war damals genauso wie heute, wenn wir diesen Satz ergänzen: wir schaffen das - mit Gottes Hilfe! Und so kann ich nur gratulieren, was bis heute durch sie gelungen ist und kann mich nur mitfreuen über eine Aktion, die mit Gottvertrauen und dem Mut der Demut begonnen wurde. Dabei wird noch einmal deutlich: es wäre ein großes Missverständnis, wenn dieser Satz von der Sorge, die wir auf Gott werfen sollen, so verstanden wird, dass wir meinten: Hier, lieber Gott, ist das Problem. Mach mal. Nein, wir sollen allein unsere Sorge auf ihn werfen, damit wir unsere beiden Hände frei haben, selbst mit anzupacken. Wer davon weiß, Gott im Boot zu haben, den lähmen nicht länger die Sorgen: wie sollen wir das nur schaffen, sondern der sagt sich: mit Gottes Hilfe schaffen wir das.
Ich kann nur gratulieren! Deshalb bin ich auch gerne gekommen und laufe wieder gerne mit, zumal ich diese Woche es nicht geschafft habe, zu laufen. Und nun können sie sich freuen, schon bald ihre Orgel wieder zu hören. Doch nicht allein für unser Vergnügen wird die Orgel spielen.
Orgeln sind wie unser Gesang zum Lob Gottes gebaut. Dafür ist das Beste gerade gut genug. Dafür ist jeder Euro gut investiert. Wenn uns wirklich bewußt wird, wieviel wir Gott zu verdanken haben, bleibt für uns eigentlich nur eines: zu staunen, sich zu freuen und mit unseren bescheidenen Mitteln Gott zu danken. So viel haben wir da nicht zu bieten. Die Orgel ist eine Möglichkeit. Wunderbar, wenn sie wieder in ihrer Kirche erklingen wird. Ich erwarte eine Einladung. Amen!
Oberkirchenrat Wagner im Talar
Nach dem Gottesdienstende zog Oberkirchenrat Wagner seinen Talar aus und die Läuferkluft an. Wie alle am Lauf teilnehmenden erledigte er im Org-Büro die Formalitäten. Dann schickte er mit dem Ton von zwei sehr kleinen Orgelpfeifen (alle anderen sind ja in Bautzen zur Sanierung) zuerst die Kinder zum Lauf um die Unterkirche, um sich dann selbst und den Läufern der Altersgruppe ab 18 Jahre das Startzeichen zu geben.
Start der Kinder um die Unterkirche
Von den 10 Kindern liefen 3 sogar die großen Runden durch die Stadt mit (je Runde 1,9 km). Es gab auch eine kleine Gruppe vorwiegend Kurgäste -, die nur eine Runde drehten und sich dabei etwas über die Stadt und ihren Gegebenheiten aus Geschichte, Technik und Kultur erzählen ließen. Insgesamt beteiligten sich 40 Läufer.
Bereits vom Anfang an dabei die Frankenhäuser Hausmänner
Auch die Frankenhäuser Hausmänner einschließlich Bürgermeister Strejc waren wieder mit von der Partie. Damit auch für alle Läufer die Sicherheit gewährleistet war, stand der Funkerverein dankenswerter Weise wie schon bei den vergangenen Orgelläufen mit seinen Mitgliedern an den verschiednen Punkten der Strecke.
Gemütliches Beisammensein des Frankenhäuser Funkclubs nach ihrem zuverlässigen Einsatz
Natürlich gab es wie jedes Jahr auch wieder reichlich Angebote auf dem Orgelspendentisch von Hannelore Zimmer mit Blumen, Pflanzen, Kräutertees u. a., wunderbare Patchworkarbeiten von Elke Paulik, einen Büchertisch, den Gisela Göttsching betreute, die schon zur Tradition gewordenen Käsefüße (würziges Backwerk) von Friederike Rabus und 10 selbstgebackene Brote alles fand einen guten Anklang! Das leibliche Wohl in Form von Kuchen, Kaffee und Deftigem war ebenfalls abgesichert. Wenn es auch immer mal wieder ein paar feuchte Spritzer vom Himmel gab, so hatten doch alle an diesem Tag ihre Freude an dieser Veranstaltung.
Natürlich sind keine Riesensummen zusammengekommen, aber jeder Euro an Spendengeld ist willkommen für den aufzubringenden Eigenanteil, getreu dem Gedanken von Herrman Hesse: Damit das Mögliche entsteht, muß immer wieder das Unmögliche versucht werden. Allen Spendern finanzieller und materieller Art sei ganz herzlich gedankt, besonders dem Eiscafé Schütze, der Nordthüringer Volksbank, der Kyffhäusersparkasse und der Firma Grimm-Thüringen concerts.
Nachtrag: Am Vorabend des Orgellaufes kam eine Nachbarin zum Verfasser dieses Berichtes. Sie hatte mit ihrer Schulfreundin (einer ehemaligen Frankenhäuserin) in Berlin telefoniert und vom Orgellauf am kommenden Tag berichtet. Diese bat ihre hiesige Schulfreundin, doch bei dem Nachbarn 5 (als symbolische Spende für eine Runde) abzuliefern. Sie selber könnte aus gesundheitlichen Gründen an solchen Aktionen nicht mehr teilnehmen. Die Spendenübergabe ist selbstverständlich erfolgt.
Textzusammenstellung: Zimmer/Gödicke
Fotos: Zimmer/Göbel-Bark
Fotos:
Landsknechte
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Oberkirchenrat Wagner in Aktion








