Neues aus Sondershausen
Förderbescheid für Orgel in Großfurra
Donnerstag, 15. September 2016, 20:24 Uhr
Die gemeinsame Initiative des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen förderte bisher 68 Orgelrestaurierungen. Heute gab es einen Förderscheck für die Orgel in Großfurra...
Verschmutzungen und Verschleiß beeinträchtigen die Spielbarkeit der Orgel in der Ev. Kirche St. Bonifatius in Großfurra. Eine grundhafte Reinigung und partielle Reparaturen sind für den langfristigen Substanzerhalt und die Funktionssicherheit erforderlich. Das TLDA würdigt das Vorhaben mit einer Förderung in
Höhe von 8.500 Euro, die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen stellt ebenfalls 8.500 Euro bereit.
Dr. Thomas Wurzel (re), Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen - Thüringen, und Landeskonservator Holger Reinhardt, TLDA, überreichten am den Bewilligungsbescheid für die Kirche in Großfurra. Bei der Übergabe dabei waren unter anderem CDU Bundestagsmitglied Johannes Selle und das Vorstandsmitglied der Kyffhäusersparkasse Hans-Joachim Warnecke.
Thüringen zeichnet sich als eine der bedeutendsten Orgellandschaften aus. Die Kirchen des Landes beherbergen einen außergewöhnlich reichen Bestand an historischen Orgeln, deren Wert sich über seine Vielfalt definiert, die sowohl verschiedene Epochen der Orgelbaukunst wie auch verschiedene Orgelbauschulen repräsentiert.
Daneben erzählen die Sachzeugnisse, seien sie in ihrer ursprünglichen oder veränderten Form erhalten geblieben, einerseits aus der Heimatgeschichte der Regionen, andererseits auch aus der Geschichte des Orgelbaus überhaupt und von den wesentlichen Impulsen, die von Thüringen aus auf die Entwicklung der Gattung ausstrahlten.
Die Denkmalfachbehörde verfolgt das Anliegen, die Bedeutung der thüringischen Orgellandschaft für unser kulturelles Erbe zu vermitteln und durch gezielte, moderne denkmalmethodische und -fachliche Konzeptionen nutzbar zu erhalten.
Die seit Jahren praktizierte Kontinuität der fachlichen Beratung und finanziellen
Unterstützung orgeldenkmalpflegerischer Vorhaben hat wesentlich dazu beigetragen, dass der Bestand weitgehend gesichert ist, aber auch Orgeln als Instrumente der Kunst und Liturgie zu erhalten oder wiederzubeleben.
ln den vergangenen 17 Jahren konnte das Land Thüringen seinen reichen Bestand historischer Orgeln mit 3.460.000 Euro fördern. Für das Jahr 2016 lagen der Denkmalfachbehörde 45 Förderanträge zum Erhalt der wertvollen Instrumente mit einem Antragsvolumen von 404.000 Euro vor. Davon können 20 Projekte mit insgesamt 148.000 Euro berücksichtigt werden.
Der Erfolg von Erhaltungs- oder Instandsetzungsmaßnahmen fußt in der vertrauensvollen und gezielten Zusammenarbeit aller Beteiligten, den Eigentümern (Kirchengemeinden), dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands (EKM) und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.
Seit 2009 hilft die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen gemeinsam mit dem Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie reparaturbedürftigen Objekten mit einem beachtlichen Orgelrestaurierungsprogramm. In den vergangenen sechs Jahren konnten bereits 59 Orgelprojekte in gemeinsamer Förderung durch die Stiftung und das TLDA unterstützt werden.
Die Vergabe setzt fachlich fundierte Konzeptionen voraus, die in jedem einzelnen Fall erarbeitet worden sind. Der Erhalt des wertvollen Kulturguts und seine mentale Vermittlung setzen wichtige Impulse für das kulturelle Leben in den kleinen Gemeinden jenseits der großen Zentren, wo die Auswirkungen des demographischen Wandels am stärksten zu spüren sind.
Oft bemüht sich eine kleine Schar zu erhalten, was zuvor auf breiten Schultern gewachsen war.
Zu den Orgeln, die dank des Orgelrestaurierungsprogramms bald wieder erklingen, gehören 2016 die Kirchen in Ammern, Bad Frankenhausen, Buttelstedt, Großfurra, Großobringen, Heiligenstadt und Kaltohmfeld. Diese sieben Kirchengemeinden erhalten in diesem Jahr eine Gesamtförderung in Höhe von 129.000 Euro, die gemeinsam von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und dem Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie getragen wird.
Hinzu kommen Fördermittel der EKM und Eigenmittel der Kirchgemeinden.
Diese Maßnahmen tragen auch zur Stärkung der glücklicherweise in unserer Region noch vorhandenen spezialisierten Orgelbaufirmen bei.
Die Orgel in der Ev. Kirche St. Bonifatius ist Großfurra das Opus 2414 der Firma E.F. Walcker & Cie. aus Ludwigsburg; erbaut 1933. In das Gehäuse der 1828 erbauten Vorgängerorgel von J.F. Schulze (Paulinzella).
22 klingende Stimmen, darunter vier Transmissionen, stehen auf Taschenladen für Haupt-
und Pedalwerk und auf einer Kegellade für das Schwellwerk mit elektropneumatischen Trakturen mit mehreren Registrierhilfen und Koppeln. Pfeifen aus Orgelmetall stehen
neben Holz und Zink.
Das Wirken des damaligen Inhabers Oscar Walcker war von den Ideen der Reformbewegungen inspiriert. Sein Name stand aber auch für effiziente Produktionsmethoden, taktische Offerten und kaufmännisches Geschick. Die Disposition orientiert sich nominal an barocken Vorbildern. Klangliche und technische Einrichtungen, wie Mensuren, Intonation, Trakturen und Ladensystem, fußen jedoch im Stand des empirischen Wissens. Deshalb wurden derartige Arrangements auch zu den doppelwertigen Lösungen einer experimentierfreudigen Übergangszeit gezählt.
Autor: khhVerschmutzungen und Verschleiß beeinträchtigen die Spielbarkeit der Orgel in der Ev. Kirche St. Bonifatius in Großfurra. Eine grundhafte Reinigung und partielle Reparaturen sind für den langfristigen Substanzerhalt und die Funktionssicherheit erforderlich. Das TLDA würdigt das Vorhaben mit einer Förderung in
Höhe von 8.500 Euro, die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen stellt ebenfalls 8.500 Euro bereit.
Dr. Thomas Wurzel (re), Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen - Thüringen, und Landeskonservator Holger Reinhardt, TLDA, überreichten am den Bewilligungsbescheid für die Kirche in Großfurra. Bei der Übergabe dabei waren unter anderem CDU Bundestagsmitglied Johannes Selle und das Vorstandsmitglied der Kyffhäusersparkasse Hans-Joachim Warnecke.
Thüringen zeichnet sich als eine der bedeutendsten Orgellandschaften aus. Die Kirchen des Landes beherbergen einen außergewöhnlich reichen Bestand an historischen Orgeln, deren Wert sich über seine Vielfalt definiert, die sowohl verschiedene Epochen der Orgelbaukunst wie auch verschiedene Orgelbauschulen repräsentiert.
Daneben erzählen die Sachzeugnisse, seien sie in ihrer ursprünglichen oder veränderten Form erhalten geblieben, einerseits aus der Heimatgeschichte der Regionen, andererseits auch aus der Geschichte des Orgelbaus überhaupt und von den wesentlichen Impulsen, die von Thüringen aus auf die Entwicklung der Gattung ausstrahlten.
Die Denkmalfachbehörde verfolgt das Anliegen, die Bedeutung der thüringischen Orgellandschaft für unser kulturelles Erbe zu vermitteln und durch gezielte, moderne denkmalmethodische und -fachliche Konzeptionen nutzbar zu erhalten.
Die seit Jahren praktizierte Kontinuität der fachlichen Beratung und finanziellen
Unterstützung orgeldenkmalpflegerischer Vorhaben hat wesentlich dazu beigetragen, dass der Bestand weitgehend gesichert ist, aber auch Orgeln als Instrumente der Kunst und Liturgie zu erhalten oder wiederzubeleben.
ln den vergangenen 17 Jahren konnte das Land Thüringen seinen reichen Bestand historischer Orgeln mit 3.460.000 Euro fördern. Für das Jahr 2016 lagen der Denkmalfachbehörde 45 Förderanträge zum Erhalt der wertvollen Instrumente mit einem Antragsvolumen von 404.000 Euro vor. Davon können 20 Projekte mit insgesamt 148.000 Euro berücksichtigt werden.
Der Erfolg von Erhaltungs- oder Instandsetzungsmaßnahmen fußt in der vertrauensvollen und gezielten Zusammenarbeit aller Beteiligten, den Eigentümern (Kirchengemeinden), dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands (EKM) und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.
Seit 2009 hilft die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen gemeinsam mit dem Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie reparaturbedürftigen Objekten mit einem beachtlichen Orgelrestaurierungsprogramm. In den vergangenen sechs Jahren konnten bereits 59 Orgelprojekte in gemeinsamer Förderung durch die Stiftung und das TLDA unterstützt werden.
Die Vergabe setzt fachlich fundierte Konzeptionen voraus, die in jedem einzelnen Fall erarbeitet worden sind. Der Erhalt des wertvollen Kulturguts und seine mentale Vermittlung setzen wichtige Impulse für das kulturelle Leben in den kleinen Gemeinden jenseits der großen Zentren, wo die Auswirkungen des demographischen Wandels am stärksten zu spüren sind.
Oft bemüht sich eine kleine Schar zu erhalten, was zuvor auf breiten Schultern gewachsen war.
Zu den Orgeln, die dank des Orgelrestaurierungsprogramms bald wieder erklingen, gehören 2016 die Kirchen in Ammern, Bad Frankenhausen, Buttelstedt, Großfurra, Großobringen, Heiligenstadt und Kaltohmfeld. Diese sieben Kirchengemeinden erhalten in diesem Jahr eine Gesamtförderung in Höhe von 129.000 Euro, die gemeinsam von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und dem Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie getragen wird.
Hinzu kommen Fördermittel der EKM und Eigenmittel der Kirchgemeinden.
Diese Maßnahmen tragen auch zur Stärkung der glücklicherweise in unserer Region noch vorhandenen spezialisierten Orgelbaufirmen bei.
Die Orgel in der Ev. Kirche St. Bonifatius ist Großfurra das Opus 2414 der Firma E.F. Walcker & Cie. aus Ludwigsburg; erbaut 1933. In das Gehäuse der 1828 erbauten Vorgängerorgel von J.F. Schulze (Paulinzella).
22 klingende Stimmen, darunter vier Transmissionen, stehen auf Taschenladen für Haupt-
und Pedalwerk und auf einer Kegellade für das Schwellwerk mit elektropneumatischen Trakturen mit mehreren Registrierhilfen und Koppeln. Pfeifen aus Orgelmetall stehen
neben Holz und Zink.
Das Wirken des damaligen Inhabers Oscar Walcker war von den Ideen der Reformbewegungen inspiriert. Sein Name stand aber auch für effiziente Produktionsmethoden, taktische Offerten und kaufmännisches Geschick. Die Disposition orientiert sich nominal an barocken Vorbildern. Klangliche und technische Einrichtungen, wie Mensuren, Intonation, Trakturen und Ladensystem, fußen jedoch im Stand des empirischen Wissens. Deshalb wurden derartige Arrangements auch zu den doppelwertigen Lösungen einer experimentierfreudigen Übergangszeit gezählt.



