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Kampf gegen Kampfhundegesetz

2. SOKA Run in Erfurt

Montag, 10. Oktober 2016, 08:01 Uhr
“Rasseliste abschaffen!” ist die Forderung der Anmelder, der nunmehr zweiten Erfurter HundeDemonstration in diesem Jahr. Am kommenden Samstag ruft der Verein “Soka Freunde Thüringen e.V.” erneut alle Tierfreunde auf, ab 14.00 Uhr auf dem Erfurter Domplatz gegen das Kampfhundegesetz zu demonstrieren…

Im Thüringer Landtag ist das Thema “Kampfhunde” wieder aktuell, denn das so genannte Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor Tiergefahren wird seit einiger Zeit überprüft.

“Wir müssen die Politiker davon überzeugen, dass bei über 145.000 registrierten Hunden in Thüringen eine Rasseliste keine Sicherheit garantieren kann. Der Hundehalter ist das Problem.”, sagte Felicitas Marek, vom Verein “Soka Freunde Thüringen". 415 erfasste Vorfälle von aggressiven Hunden ereigneten sich 2015 in Thüringen. In 98 Prozent der Beißunfälle waren Hunde anderer Rassen beteiligt. Es ist der falsche Weg, erklärt auch Marco Schaletzki, von der Gothaer Arbeitsgemeinschaft “Rasseliste? Nein Danke!”. Demgegenüber stehen 659 gemeldete Hunde, die per se als gefährlich eingestuft sind, das sind nicht mal 0,5 Prozent aller verzeichneten Hunde. Ohne dass sie jemals auffällig waren. Strenge Auflagen wie Maulkorbzwang, Abfrage des Führungszeugnisses beim
Bundeskriminalamt, hohe Steuern von teils 800 Euro, Zwang zum Anbringen von Warnschildern, Verbot der Zucht durch Unfruchtbarmachung, erzeugen eher Angst und Vorurteile statt Sicherheit.

SOKA Run (Foto: Joachim Kühm ) SOKA Run (Foto: Joachim Kühm )


Mit der Demonstration möchte der Verein “Soka Freunde Thüringen e.V.” nicht nur deutlich machen, dass alle Hundehalter verpflichtet sind, sich mit Sachverstand um die Hunde zu kümmern, sondern vor Ort auch über oft zitierte Mythen aufklären. Der SOKA Run am kommenden Samstag ist ein friedlicher Protestmarsch gegen Diskriminierung bestimmter Hunderassen. Es werden Hunde, auch dieser gelisteten Rassen des Gefahrengesetzes, daran teilnehmen. Die Thüringer Landtagsabgeordneten wurden angeschrieben und herzlich eingeladen, sich persönlich ein Bild von diesen Hunden zu machen. Auch haben die Teilnehmer die Möglichkeit im Austausch mit Hundehaltern zu treten und sich darüber zu informieren, dass artgerechte Erziehung und Sachkunde, das bessere Mittel zur Prävention ist. Durch gemeinsame Anstrengung möglichst vieler Menschen muss der bisherige Gesetzesentwurf, der lediglich eine Verhaltensprüfung zur Widerlegung der vermuteten Gefährlichkeit beinhaltet, in die Richtung tatsächlicher Sicherheit gelenkt werden.

Der Verein “Soka Freunde Thüringen e.V.” und die AG “Rasseliste? Nein Danke!” setzen sich dafür ein, dass die Rasseliste einer sinnvollen Gesetzgebung weicht, das die hohe steuerliche Belastung abgeschafft wird, sie klären weiter öffentlich über die Hunderassen auf, helfen Hunden und deren Halter in Not und stellen sich für Gespräche und konstruktiven Austausch mit Politik und Behörden zur Verfügung.

Felicitas Marek, Soka Freunde Thüringen e.V.
Autor: red

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