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Im Norden Thüringens gibt es die meisten kranken Thüringer

DAK-Gesundheitsreport 2016

Dienstag, 01. November 2016, 17:25 Uhr
Im Norden Thüringens gibt es die meisten kranken Thüringer
Krankenstand in der Region insgesamt über dem Landesniveau – Sonderanalyse das DAK -Gesundheit zeigt Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Dazu diese Meldung der DAK...

Der Krankenstand im Landkreis Nordhausen und im Kyffhäuserkreis ist 2015 erheblich gestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 1,0 Prozentpunkte zu. Mit 6,4 Prozent gab es in der Region den höchsten Krankenstand in Thüringen (Landesdurchschnitt 5,1 Prozent). Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1.000 Arbeitnehmern 64 krankgeschrieben. Zum Vergleich: Der niedrigste Krankenstand in Thüringen wurde mit 4,2 Prozent in Jena verzeichnet.

DAK-Gesundheitsreport 2016 (Foto: DAK) DAK-Gesundheitsreport 2016 (Foto: DAK)

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Landkreis Nordhausen und den Kyffhäuserkreis zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen. So stiegen bei allen wichtigen Krankheitsarten die Ausfalltage an. Muskel-Skelett-Beschwerden, zu denen Rückenschmerzen zählen, verursachten erneut den meisten Arbeitsausfall. Die Fehltage lagen 57 Prozent über denen des Vergleichszeitraumes. Die Diagnose verursachte damit mehr als jeden vierten Fehltag in der Region (26,3 Prozent). Mit einem Anteil von 14,5 Prozent an allen Krankschreibungen folgten an zweiter Stelle Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Bronchitis. Hier gab es ein Plus von fast 35 Prozent. Auch bei psychischen Leiden wie Angstzustände und Depressionen wurde ein Anstieg verzeichnet. Ebenso wie bei Verletzungen und Vergiftungen. Beide rangieren mit 11,7 Prozent auf Platz drei.

DAK-Gesundheitsreport 2016 (Foto: DAK) DAK-Gesundheitsreport 2016 (Foto: DAK)

„Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand im Landkreis Nordhausen und im Kyffhäuserkreis“, sagt Jörn Sola von der DAK-Gesundheit. „Dafür werten wir die Ausfalltage unserer Versicherten in der Region aus. Unternehmen können aus dieser Analyse wichtige Impulse für ihr betriebliches Gesundheitsmanagement gewinnen. Um zum Beispiel längeren Erkrankungen durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorzubeugen, bieten wir als Kasse Arbeitgebern konkrete Hilfe an.“

DAK-Gesundheitsreport 2016 (Foto: DAK) DAK-Gesundheitsreport 2016 (Foto: DAK)

4,6 Prozent der Krankschreibungen (43 Tage und mehr krank) erzeugen 49 Prozent der Krankheitstage

Für ihre Versicherten geht die DAK-Gesundheit als erste Kasse Deutschlands neue Wege: Seit kurzem bietet sie eine medizinische Beratung per Videochat an. An dem Online-Angebot nehmen Ärzte aller Fachrichtungen teil. Versicherte können ihre Fragen schnell und unkompliziert vis-à-vis von zu Hause aus klären. Wichtig: Die Ärzte können im Videochat nicht behandeln und keine Diagnose stellen. Versicherte bekommen aber eine ausführliche und kompetente Beratung.

Frauen im Landkreis Nordhausen und im Kyffhäuserkreis haben 20 Prozent mehr Fehltage als Männer


Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem diesjährigen Gesundheitsreport schwerpunktmäßig den Unterschied von Frauen und Männern in den
Krankheitsprofilen und im Umgang mit Krankschreibungen. Für die Studie wertete das IGES Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit in Thüringen sowie im Landkreis Nordhausen und im Kyffhäuserkreis aus. Es wurden zudem bundesweit mehr als 5.000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt.

DAK-Gesundheitsreport 2016 (Foto: DAK) DAK-Gesundheitsreport 2016 (Foto: DAK)

Ein Fazit: Frauen in Thüringen fehlen häufiger im Job als Männer. Ihr Krankenstand lag im vergangenen Jahr 22 Prozent höher. Im Landkreis Nordhausen und im Kyffhäuserkreis betrug der Unterschied 20 Prozent. „Damit ist der viel zitierte kleine Unterschied größer als gedacht“, sagt Jörn Sola. „Die Studie zeigt auch, dass Männer und Frauen von ganz unterschiedlichen Krankheiten betroffen sind.“

Krankheitsunterschiede von Frauen und Männern in der Region


Im Landkreis Nordhausen und im Kyffhäuserkreis erkranken Männer fünfmal so oft (plus 416 Prozent) am Herz-Kreislauf-System wie Frauen. Diese hingegen leiden dreieinhalb Mal häufiger (plus 260 Prozent) an psychischen Erkrankungen wie Depressionen. Auch bei den Krebsleiden liegen sie 47 Prozent über denen der Männer, was durch das vergleichsweise frühe Auftreten von Brustkrebs bedingt ist. „Betroffene Frauen stehen oft noch voll im Erwerbsleben“, erklärt Sola. Die häufigste Krebserkrankung bei Männern, der Prostatakrebs, trete hingegen erst im höheren Alter auf – meist ab etwa 60 Jahren. „Diese Krebsfälle bei den Männern werden von unserer Statistik, die sich ausschließlich auf Erwerbstätige bezieht, nicht mehr erfasst“, so Sola.

Frauen neigen zu Präsentismus


Obwohl Frauen den höheren Krankenstand haben, schleppen sie sich sogar noch häufiger als Männer krank zur Arbeit. Experten sprechen vom Präsentismus: 77 Prozent der Frauen in Thüringen waren 2015 mindestens einmal krank bei der Arbeit, bei den Männern nur 59 Prozent. Als Hauptgründe gaben Frauen in der Befragung an, dass sie ihre Kollegen nicht hängen lassen wollten (86 Prozent) oder auch ihre Arbeit fertigstellen müssten (83 Prozent).

DAK-Gesundheitsreport 2016 (Foto: DAK) DAK-Gesundheitsreport 2016 (Foto: DAK)

Auch tragen Frauen immer noch einen großen Anteil bei der Betreuung kranker Kinder: Fast jede dritte Frau in Thüringen sagte, dass sie sich bei einer Erkrankung des Kindes selbst krank gemeldet hat, weil sie sich nicht anders zu helfen wusste (31,5 Prozent). Bei den Männern sagten das nur 9,5 Prozent.

Die DAK-Gesundheit ist eine der größten Krankenkassen Deutschlands. Sie hat rund 148.000 Versicherte in Thüringen, davon rund 10.000 im Landkreis Nordhausen und im Kyffhäuserkreis.

Den vollständigen Report finden Sie hier:
Gesundheitsreport
Autor: khh

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