Neues Gemälde fast Nebensache
Viel Kritik bei Galeriegespräch
Samstag, 05. November 2016, 10:03 Uhr
Die Vorstellung eines neuen Gemäldes geriet in Sondershausen fast zur Nebensache, weil es wegen anderer Probleme viel Kritik gab....
Es war nur eine kleine Diskussionsrunde, die sich am Dienstag am späten Nachmittag im Schlossmuseum Sondershausen eingefunden hatte. Anlass war das Kommende Ende der Ausstellung Horst Peter Meyer im Schlossmuseum Sondershausen, einer Ausstellung die ein Volltreffer war, aber eben auch polarisierte, wie ein Eintrag im Gästebuch der Ausstellung zeigte.:
Bericht Sonderausstellung mit Horst Peter Meyer
Eigens für die Ausstellung stellte Horst Peter Meyer beim Galeriegespräch sein neues Gemälde vor, das am 3. Oktober fertig geworden war. Er stellte aber auch klar, er könne mit dem Datum 3. Oktober genauso wenig anfangen wie mit dem 7. Oktober (der ehemalige Tag der Republick, ein Feiertaag der ehemaligen DDR).
Die Ausstellung Horst Peter Meyer: Rotschanz. Bilder. Blätter. Texte kann noch bis zum 6. November 2016 (onntag) im Schlossmuseum Sondershausen dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden.
Über das Bild selbst wurde nicht speziell in dieser kleinen Runde diskutiert. Es wurde aber festgestellt, dass es ein sehr gelungene Ausstellung war, wobei nicht Bilder im Einzelnen gemeint waren, sondern die Ausstellung als Ensemble.
Auch wurde nicht so sehr über die Bilder diskutiert, außer auf die Frage eines Besuchers, ist der Titel eines Bildes wichtig? Horst Peter Meyer bejahte es nur bedingt. Der Titel kann und soll durchaus den Betrachter in seinen Gedanken auf ein bestimmtes Thema lenken. Es entbindet ihn aber nicht, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Einig war man sich, dass man sich bei so einer Ausstellung Zeit für die einzelnen Bilder nehmen müsse.
Erstaunlicherweise drehten sich die Themen in der Gesprächsrunde um andere Fragen:
Dr. Rolf Luhn, Geschäftsführer ART-regio Kunstförderung (Sparkassen-Versicherung), und Unterstützer der Ausstellung, musste als Moderator nicht viel tun, um eine spannende Diskussion in Gang zu bringen.
Diskutiert wurden Fragen wie brauchen wir eine Sicht noch, was der Künstler sieht. Bekommt die Kunst überhaupt noch die notwendige Aufmerksamkeit. Eine Feststellung wurde in den Raum gestellt, der Zustand des Volkes sei beschämend, wenn man sieht, was da an Eintragungen in sozialen Medien wie Facebook und Co. gibt.
Es gab aber auch recht harsche Kritik seitens der Diskussionsrunde an der Kunsterziehung die aktuell in den Schulen praktiziert wird. Die Kunsterziehung, so der Vorwurf, sei seit 1990 in der Qualität immer mehr bergab gegangen. Oft verzettele man sich nur in einzelnen Projekten, die oft nicht einmal zu Ende geführt würden. Selbst beim Studium werden mit der Wahl der Fächer bei Kunsterziehung nicht mal mehr die großen Epochen der Kunst behandelt.
Als ob er es geahnt hätte, als Bürgermeister Joachim Kreyer später zur Diskussionsrunde stieß (er hatte vorher noch eine Ausschusssitzung) kam er just zu dem Zeitpunkt, als es um den Zustand der Museen ging. Ein Bürger, er war wohl aus Gotha sogar angereist, kritisiert die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten in der Form, dass da schon wieder ein Schloss zu einem Museum hergerichtet werden soll, ob wohl bereits jetzt für die bestehende Schlösser mit Museen nicht genügend Mittel zur Verfügung stehen.
Kreyer nahm "den Ball auf" und erläuterte, dass im Depot des Schlosses für die Ausstellungsstücke der Zustand erschreckend sei, weil bereits der Putz von der Decke fällt, aber kein Geld für die Sanierung bereit steht. Hier werden Kunstschätze gefährdet.
Auch wenn es Kreyer nicht ansprach, kn macht es: Es wird fiel über Inklusion gesprochen, aber das Schloss und das Schlossmuseum sind weit davon behindertengerecht zu sein, und nicht nur der Fahrstuhl fehlt.
Um den Zustand der Museen im allgemeinen drehte sich dann die weitere Diskussion. Man sollte den Arbeiten in Museen eine größere Chance geben. Muss Kunst im Museum viel einbringen. Sind nur Ausstellungen mit hohen Besucherzahlen wichtig, weil man Spitzenkünstler anbieten kann? Kann das der einzige Weg sein?
Museen haben einen Bildungsauftrag zu erfüllen und der kann nicht allein an den Einnahmen gemessen werden.
Und hier sollte wohl der Staat besser seinem Bildungsauftrag nachkommen. Die Kommunen haben kaum noch Geld für die Kunst und müssen aber nach den Einnahmen schielen. Selbst wenn höhere Eintrittspreis eine unwesentlich Entlastung bringen, sind sie doch mit Blick auf den Bildungsauftrag kontraproduktiv.
Mit diesem nicht gerade freundliche Ausblick endete diese interessante Diskussion und Sie liebe Leserinnen und Laser sollte die Chance nutzen, sich in die Bilder dieser Ausstellung nochmals zu vertiefen, ehe sie abgebaut wird.
Autor: khhEs war nur eine kleine Diskussionsrunde, die sich am Dienstag am späten Nachmittag im Schlossmuseum Sondershausen eingefunden hatte. Anlass war das Kommende Ende der Ausstellung Horst Peter Meyer im Schlossmuseum Sondershausen, einer Ausstellung die ein Volltreffer war, aber eben auch polarisierte, wie ein Eintrag im Gästebuch der Ausstellung zeigte.:
Bericht Sonderausstellung mit Horst Peter Meyer
Eigens für die Ausstellung stellte Horst Peter Meyer beim Galeriegespräch sein neues Gemälde vor, das am 3. Oktober fertig geworden war. Er stellte aber auch klar, er könne mit dem Datum 3. Oktober genauso wenig anfangen wie mit dem 7. Oktober (der ehemalige Tag der Republick, ein Feiertaag der ehemaligen DDR).
Die Ausstellung Horst Peter Meyer: Rotschanz. Bilder. Blätter. Texte kann noch bis zum 6. November 2016 (onntag) im Schlossmuseum Sondershausen dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden.
Über das Bild selbst wurde nicht speziell in dieser kleinen Runde diskutiert. Es wurde aber festgestellt, dass es ein sehr gelungene Ausstellung war, wobei nicht Bilder im Einzelnen gemeint waren, sondern die Ausstellung als Ensemble.
Auch wurde nicht so sehr über die Bilder diskutiert, außer auf die Frage eines Besuchers, ist der Titel eines Bildes wichtig? Horst Peter Meyer bejahte es nur bedingt. Der Titel kann und soll durchaus den Betrachter in seinen Gedanken auf ein bestimmtes Thema lenken. Es entbindet ihn aber nicht, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Einig war man sich, dass man sich bei so einer Ausstellung Zeit für die einzelnen Bilder nehmen müsse.
Erstaunlicherweise drehten sich die Themen in der Gesprächsrunde um andere Fragen:
Dr. Rolf Luhn, Geschäftsführer ART-regio Kunstförderung (Sparkassen-Versicherung), und Unterstützer der Ausstellung, musste als Moderator nicht viel tun, um eine spannende Diskussion in Gang zu bringen.
Diskutiert wurden Fragen wie brauchen wir eine Sicht noch, was der Künstler sieht. Bekommt die Kunst überhaupt noch die notwendige Aufmerksamkeit. Eine Feststellung wurde in den Raum gestellt, der Zustand des Volkes sei beschämend, wenn man sieht, was da an Eintragungen in sozialen Medien wie Facebook und Co. gibt.
Es gab aber auch recht harsche Kritik seitens der Diskussionsrunde an der Kunsterziehung die aktuell in den Schulen praktiziert wird. Die Kunsterziehung, so der Vorwurf, sei seit 1990 in der Qualität immer mehr bergab gegangen. Oft verzettele man sich nur in einzelnen Projekten, die oft nicht einmal zu Ende geführt würden. Selbst beim Studium werden mit der Wahl der Fächer bei Kunsterziehung nicht mal mehr die großen Epochen der Kunst behandelt.
Als ob er es geahnt hätte, als Bürgermeister Joachim Kreyer später zur Diskussionsrunde stieß (er hatte vorher noch eine Ausschusssitzung) kam er just zu dem Zeitpunkt, als es um den Zustand der Museen ging. Ein Bürger, er war wohl aus Gotha sogar angereist, kritisiert die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten in der Form, dass da schon wieder ein Schloss zu einem Museum hergerichtet werden soll, ob wohl bereits jetzt für die bestehende Schlösser mit Museen nicht genügend Mittel zur Verfügung stehen.
Kreyer nahm "den Ball auf" und erläuterte, dass im Depot des Schlosses für die Ausstellungsstücke der Zustand erschreckend sei, weil bereits der Putz von der Decke fällt, aber kein Geld für die Sanierung bereit steht. Hier werden Kunstschätze gefährdet.
Auch wenn es Kreyer nicht ansprach, kn macht es: Es wird fiel über Inklusion gesprochen, aber das Schloss und das Schlossmuseum sind weit davon behindertengerecht zu sein, und nicht nur der Fahrstuhl fehlt.
Um den Zustand der Museen im allgemeinen drehte sich dann die weitere Diskussion. Man sollte den Arbeiten in Museen eine größere Chance geben. Muss Kunst im Museum viel einbringen. Sind nur Ausstellungen mit hohen Besucherzahlen wichtig, weil man Spitzenkünstler anbieten kann? Kann das der einzige Weg sein?
Museen haben einen Bildungsauftrag zu erfüllen und der kann nicht allein an den Einnahmen gemessen werden.
Und hier sollte wohl der Staat besser seinem Bildungsauftrag nachkommen. Die Kommunen haben kaum noch Geld für die Kunst und müssen aber nach den Einnahmen schielen. Selbst wenn höhere Eintrittspreis eine unwesentlich Entlastung bringen, sind sie doch mit Blick auf den Bildungsauftrag kontraproduktiv.
Mit diesem nicht gerade freundliche Ausblick endete diese interessante Diskussion und Sie liebe Leserinnen und Laser sollte die Chance nutzen, sich in die Bilder dieser Ausstellung nochmals zu vertiefen, ehe sie abgebaut wird.



