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Tipps aus anderen Städten

Radwege, Musikstadtpräsentation und Parkplatzmanagement?

Mittwoch, 16. November 2016, 11:51 Uhr
In Sondershausen fand gestern der 3. Erfahrungsaustausch (ERFA) vor Ort der IHK-Netzwerkinitiative „Innenstädte erfolgreich machen“ im Carl-Schroeder-Saal von Sondershausen statt, kn berichtete bereits. Der Stein der Weisen wurde nicht gefunden aber es gab viele Tipps, Hinweise und auch Kritik von den Teilnehmern...

Über die die wichtigsten Ergebnisse der Stadtpräsentation hatte kn bereits berichtet (Neues Leben in die Innenstadt). Danach machte die Teilnehmer einen Stadtrundgang und trafen sich anschließend zu dem eigentlichen Erfahrungsaustausch, denn die Experten und Händler aus den Städten Apolda, Bad Langensalza, Eisenach, Heilbad Heiligenstadt, Sömmerda und Sondershausen hatten einiges bemerkt.

Eines war vielleicht überraschend, so "schwarz" wie das teilweise die Bürger in Sondershausen sehen und auf die Stadtverwaltung wegen des Stadtkonzepts schimpfen, sehen es Außenstehende überraschenderweise nicht. Das brachten gestern viele auswärtige Teilnehmer zum Ausdruck.

Radwege, Musikstadtpräsentation und Parkplatzmanagement? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Radwege, Musikstadtpräsentation und Parkplatzmanagement? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Den Reigen der Diskussionsteilnehmer eröffnete der Bürgermeister von Sömmerda, Ralf Hauboldt (im Bild vorn). Er könne mit dem Thema Musikstadt sowohl bei Eintreffen in der Stadt als auch in der Innenstadt nicht viel anfangen. Die Wiedererkennbarkeit für Außenstehende fehle. Kritisiert wurde auch das nicht einheitliche Layout der Werbeflyer. Hier und auch zur Innenstadtwahrnehmung bei der Musik gab es dann auch mehrere ähnliche Hinweise. Schon am Ortseingang gehöre da ein notwendiger Hinweis hin. Vielleicht ein großer Notenschlüssel?

Wobei das Thema Werbung für die Stadt an die durchfahrenden Autofahrer sich als schwierig erweist. An der Ortsumfahrung B4 selbst ist praktisch keine Werbung erlaubt, vor allem nicht an den vielen Brücken, welche die B4 überspannen.

Trotzdem schwebt dem Geschäftsführer der Wippertal vor, eine ähnliche Leuchtwand zu installieren, wie sie am Ortseingang von Halle stehe, die wertvolle Informationen für Aktionen und Veranstaltungen in der Stadt informiert. So eine Tafel, eigentlich müssten es wahrscheinlich so gar zwei sein (jede Richtung) müsse werbefinanziert sein.

Ein weitere kritischer Hinweis kam vom Bürgermeister der Radfahrerstadt Sömmerda. Für Radfahrer gäbe es zur Bewegung in der Innenstadt kaum geeignete Wegweiser. Zwar warf Markus Strunck von der Wirtschaftsförderung der Stadt Sondershausen ein, es werde zur Zeit ein Konzept erarbeitet, aber einen Vorwurf kann man der Stadt nicht ersparen. Auch angesprochen die ungenügende Aufstellung geeigneter Anlehnbügel für die Fahrräder in der Innenstadt.

Hinweis kn:
In der Tat, der Unstrut-Werra-Radweg wurde ja nicht überraschend gebaut. Außer einem Wegweiser der dem durchfahrenden Radfahrer in die Göldnerstarße leitet, gibt es keine Hinweis, wie die Radfahrer an die Sehenswürdigkeiten der Stadt kommen. Die ersten Schritte, die Wezel-Straße und die Hauptstraße in beiden Richtungen für Radfahrer zu öffnen ist schon mehr als zwei Jahre her und dann kam nichts.

Radwege, Musikstadtpräsentation und Parkplatzmanagement? (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Radwege, Musikstadtpräsentation und Parkplatzmanagement? (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Bereits an anderer Stelle bei kn kritisiert: Händler präsentieren sich nicht am Radweg, um den Radfahrern die Stadt "schmackhaft zu machen."


Kritik der Experten kam auch an dem fehlenden Ausweis von E-Tankstellen, sowohl für Radfahrer, als auch für Autos! Der Einwurf der Stadt, es gäbe einen Flyer ist aber für Radfahrer nicht sehr hilfreich, wenn an dem Radweg die Flyer nicht zu finden sind, und Informationstafeln fehlen!

Aber auch zu anderen Dingen viel den Experte einiges auf und wurde breit diskutiert. Nicht nur einem Teilnehmer war aufgefallen, an einem Dienstag (eigentlich stark besucht wegen Markttag) sei das Parkhaus voll gewesen und in der Innenstadt selbst habe man kaum Besucher gesehen. Hier wurde breit diskutiert, liegt es daran, dass viele Besucher nur kurz reinkommen, durch die Galerie am Schlossberg gehen und gleich wieder abfahren. Ein Teilnehmer sprach von Fluch und Segen der Galerie. Kritisiert, dass das Parken für eine halbe Stunde frei sei, würde den Trend unterstützen.

Interessant was ein Händler aus Apolda sagte. Das kostenfreie Parken in der Innenstadt hat sich nicht bewährt, weil die Parkplätze oft über längere Zeit sogar von Händlern und dem Verkaufspersonal blockiert würden und nicht den Kunden helfen. Kurzzeitparkplätze aktiviere nur das Parkscheiben drehen. Klare Ansage aus Apolda, moderate kostenpflichtige Parkplätze seien besser!

Festgestellt wurde in der Diskussion, der Markt habe die richtige Größe und auch die der Mix des Angebots stimme. Von der Vertretern der Stadt Sondershausen kam die Bestätigung, die Arbeit der Marktmeisterin sein hervorragend und am Marktgeschehen soll nicht geändert werden.

Die Experten waren sich einig, die viele teils kleinen leerstehenden Geschäfte seien schwer in Händler zu bringen und erst recht einen geeigneten Branchenmix. Mit den Hinweisen, dass der Leerstand um 400 Quadratmeter Ladenfläche gesenkt werden kann, sei gut und auch das beschriebene Leerstandsnmanagement über Google-Werbung sei seht gut.

Es war ein interessanter Erfahrungsaustausch. Was allerdings an Hinweisen umgesetzt werden kann und ob der Stadtrat zu einigen Dingen die Geld kosten werden zustimmen wird, muss man sehen, denn eine Stadt in der Konsolidierung kann nicht gerade viel anstellen.
Autor: khh

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