Bundespolitiker äußern sich
Vortrag zur Datensicherheit gehalten
Freitag, 09. Dezember 2016, 00:15 Uhr
Der Bundestagsabgeordneter Manfred Grund (CDU) hatte zu einem Forum zum Thema Datensicherheit keinen geringeren als den Vize-Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) und Beauftragten für Wirtschaftsschutz, Guido Müller nach Sondershausen eingeladen...
Für diese Veranstaltung fand am gestrigen Donnerstagabend im Bildungszentrum des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben BAFzA (ehemals Zivilschutzschule), Panzerstraße statt
Dr. Konstantin von Freytag-Loringhoven, Leiter des Bildungszentrums Sondershausen des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) hatte quasi als Hausherr die Begrüßung übernommen und freute sich, dass einige Teilnehmer den Ausführungen ebenfalls folgten.
Tag für Tag werden Firmen in Deutschland aus dem Ausland digital angegriffen, weiß der Abgeordnete Manfred Grund, der in Berlin im Parlamentarischen Kontrollgremium mitarbeitet, und hatte deshalb besonders Vertreter aus der Wirtschaft angesprochen.
Das Internet wird immer mehr auch zur Aktionsplattform von Kriminellen, die Unternehmen betrügen oder erpressen wollen und Grund bezeichnete das regelrecht als Krieg.
Er nannte einige Beispiele wie 2007 gesteuerter Angriff auf Estland, 2010 war die Uranproduktion Irans das Ziel, 2015 der Bundestag und jüngst die USA Wahlen und die die Telekom.
Bundestagsabgeordneter Manfred Grund lud zu einer Veranstaltung nach Sondershausen, um Selbständige und Mittelständler aufzuklären und Handlungsoptionen aufzuzeigen.
Manfred Grund sieht als Ziel der Angreifer Firmeninterna, Produkte, Entwicklungs- und Marktstrategien sowie Kundendaten. Neben großen deutschen Marken sind es kleine und mittlere Firmen, die oft unerkannt abgeschöpft werden. Die noch nicht dokumentierten Verluste gehen in die Milliarden, ist Abgeordneter Manfred Grund überzeugt, wie er schon im Vorfeld sagte und auch die Privatsphäre ist betroffen..
Guido Müller machte aber gleich zu Beginn klar, für ihn ist es ein Balanceakt, was darf ich noch erzählen und was nicht. Zuerst ging er auf einige allgemeine Erkenntnis der letzten Zeit ein. Die Innovationskraft Asiens beginnt uns langsam zu überholen.
Er stellte aber auch einige Thesen in den Raum:
- Deutschland braucht einen Nachrichtendienst, auch wenn es oft bezweifelt wir. Es gibt Untersuchungsausschüsse, die uns kontrollieren.
- Deutschland braucht mehr digitale Souveränität. Er belegte es später.
- Der BND ist Dienstleister.
Auf die internationale Situation eingehend sagte er, auch wenn der IS vielleicht militärisch jetzt geschlagen werden sollte, ist das Problem im nahen Osten nicht gelöst. Die arabische Welt braucht Zukunft, vor allem die jungen Menschen.
China ist jetzt bereits zweitgrößte Volkswirtschaft und auf dem Sprung zur Nummer eins. Bereits 90 Staaten haben China als größten Handelspartner. Es geht um globale Verschiebungen.
Dann ging er auf die Unternehmen ein. und erinnerte:
"Wer in meinem Unternehmen darf was?
Er mahnte, die Hauptrisiken kommen immer noch aus dem Unternehmen selbst, weniger aus der Cyber-Problematik. Die Gefahr ist der frustrierte Mitarbeiter. Er mahnte die Unternehmer zu einer Personalpolitik mit Augenmaß an.
Früher war die Blaupause noch ein Spionageproblem, heute kauft und wirbt man einfach den Entwicklungschef ab. Dann ging er auf die digitale Bedrohungen ein.
Allerdings sollten einiger dieser Hinweise einem verantwortungsbewussten Unternehmer mehr als geläufig sein. Müller warnte, dass einige Unternehmen noch mit Windows 98 arbeiten, für das es nicht mal ein Update mehr gibt. Auch der Hinweis, einen aktualisierten Virenscanner zu haben, sollte selbst bis zum Privatmann eine Selbstverständlichkeit sein.
Und die Gefahren der Digitalisierung lauern überall. Selbst Werkzeugmaschinen werden jetzt schon per Fernwartung untersucht. Hier bei der Sicherheit zu sparen kann sträflich sein.
Und er nannte einen Pferdefuß der deutschen Wirtschaft. Datenschutzkontrolle für die große deutschen Unternehmen erfolgt fast nur noch durch ausländische Firmen! Es gibt ja nicht mal mehr in Deutschland produzierte Handys.
Handy war auch das Stichwort zu einem anderen Problemkreis. Es gibt sogar immer noch jede Menge Geschäftsleute, die nehmen Geschäftspläne auf dem Handy mit in den Urlaub. In der Tat recht leichtsinnig, denn man muss kein Spezialist sein, um selbst ein ausgeschaltetes Handy mit einigen Tastenkombinationen unter Umgehung der Passwörter anzuschalten und quasi zu übernehmen.
Kritisch sieht er auch die "Clouds", die auf ausländischen Servern liegen. Und aufpassen sollten wir, auch die Privatleuten, wenn etwas kostenlos angeboten wird, bezahlen wir es allzu oft mit unseren Daten! Trotzdem geht an der Entwicklung von Industrie 4.0 nichts vorbei.
Klar auch sein Hinweis: Wichtig sei es Datennetze im Unternehmen zu trennen, was auch seine Behörde macht. In eine vom Internet getrenntes Datennetz eines Unternehmens kann man sich nicht einhacken. Die Unternehmen müssen klar ermitteln, wer muss mit seinem Rechner überhaupt an das allgemeine Internet angeschlossen sein.
Zur Arbeit seiner Behörde sagte er, wir ermitteln im Ausland, welche Gefahren laufen auf, um die zuständigen Behörden in Deutschland zu warnen.
Sicher ein interessanter Vortrag gestern, der zwar keine großen neuen Erkenntnisse brachte,aber hoffentlich zum Nachdenken über Datensicherheit anregt.
Autor: khhFür diese Veranstaltung fand am gestrigen Donnerstagabend im Bildungszentrum des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben BAFzA (ehemals Zivilschutzschule), Panzerstraße statt
Dr. Konstantin von Freytag-Loringhoven, Leiter des Bildungszentrums Sondershausen des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) hatte quasi als Hausherr die Begrüßung übernommen und freute sich, dass einige Teilnehmer den Ausführungen ebenfalls folgten.
Tag für Tag werden Firmen in Deutschland aus dem Ausland digital angegriffen, weiß der Abgeordnete Manfred Grund, der in Berlin im Parlamentarischen Kontrollgremium mitarbeitet, und hatte deshalb besonders Vertreter aus der Wirtschaft angesprochen.
Das Internet wird immer mehr auch zur Aktionsplattform von Kriminellen, die Unternehmen betrügen oder erpressen wollen und Grund bezeichnete das regelrecht als Krieg.
Er nannte einige Beispiele wie 2007 gesteuerter Angriff auf Estland, 2010 war die Uranproduktion Irans das Ziel, 2015 der Bundestag und jüngst die USA Wahlen und die die Telekom.
Bundestagsabgeordneter Manfred Grund lud zu einer Veranstaltung nach Sondershausen, um Selbständige und Mittelständler aufzuklären und Handlungsoptionen aufzuzeigen.
Manfred Grund sieht als Ziel der Angreifer Firmeninterna, Produkte, Entwicklungs- und Marktstrategien sowie Kundendaten. Neben großen deutschen Marken sind es kleine und mittlere Firmen, die oft unerkannt abgeschöpft werden. Die noch nicht dokumentierten Verluste gehen in die Milliarden, ist Abgeordneter Manfred Grund überzeugt, wie er schon im Vorfeld sagte und auch die Privatsphäre ist betroffen..
Guido Müller machte aber gleich zu Beginn klar, für ihn ist es ein Balanceakt, was darf ich noch erzählen und was nicht. Zuerst ging er auf einige allgemeine Erkenntnis der letzten Zeit ein. Die Innovationskraft Asiens beginnt uns langsam zu überholen.
Er stellte aber auch einige Thesen in den Raum:
- Deutschland braucht einen Nachrichtendienst, auch wenn es oft bezweifelt wir. Es gibt Untersuchungsausschüsse, die uns kontrollieren.
- Deutschland braucht mehr digitale Souveränität. Er belegte es später.
- Der BND ist Dienstleister.
Auf die internationale Situation eingehend sagte er, auch wenn der IS vielleicht militärisch jetzt geschlagen werden sollte, ist das Problem im nahen Osten nicht gelöst. Die arabische Welt braucht Zukunft, vor allem die jungen Menschen.
China ist jetzt bereits zweitgrößte Volkswirtschaft und auf dem Sprung zur Nummer eins. Bereits 90 Staaten haben China als größten Handelspartner. Es geht um globale Verschiebungen.
Dann ging er auf die Unternehmen ein. und erinnerte:
"Wer in meinem Unternehmen darf was?
Er mahnte, die Hauptrisiken kommen immer noch aus dem Unternehmen selbst, weniger aus der Cyber-Problematik. Die Gefahr ist der frustrierte Mitarbeiter. Er mahnte die Unternehmer zu einer Personalpolitik mit Augenmaß an.
Früher war die Blaupause noch ein Spionageproblem, heute kauft und wirbt man einfach den Entwicklungschef ab. Dann ging er auf die digitale Bedrohungen ein.
Allerdings sollten einiger dieser Hinweise einem verantwortungsbewussten Unternehmer mehr als geläufig sein. Müller warnte, dass einige Unternehmen noch mit Windows 98 arbeiten, für das es nicht mal ein Update mehr gibt. Auch der Hinweis, einen aktualisierten Virenscanner zu haben, sollte selbst bis zum Privatmann eine Selbstverständlichkeit sein.
Und die Gefahren der Digitalisierung lauern überall. Selbst Werkzeugmaschinen werden jetzt schon per Fernwartung untersucht. Hier bei der Sicherheit zu sparen kann sträflich sein.
Und er nannte einen Pferdefuß der deutschen Wirtschaft. Datenschutzkontrolle für die große deutschen Unternehmen erfolgt fast nur noch durch ausländische Firmen! Es gibt ja nicht mal mehr in Deutschland produzierte Handys.
Handy war auch das Stichwort zu einem anderen Problemkreis. Es gibt sogar immer noch jede Menge Geschäftsleute, die nehmen Geschäftspläne auf dem Handy mit in den Urlaub. In der Tat recht leichtsinnig, denn man muss kein Spezialist sein, um selbst ein ausgeschaltetes Handy mit einigen Tastenkombinationen unter Umgehung der Passwörter anzuschalten und quasi zu übernehmen.
Kritisch sieht er auch die "Clouds", die auf ausländischen Servern liegen. Und aufpassen sollten wir, auch die Privatleuten, wenn etwas kostenlos angeboten wird, bezahlen wir es allzu oft mit unseren Daten! Trotzdem geht an der Entwicklung von Industrie 4.0 nichts vorbei.
Klar auch sein Hinweis: Wichtig sei es Datennetze im Unternehmen zu trennen, was auch seine Behörde macht. In eine vom Internet getrenntes Datennetz eines Unternehmens kann man sich nicht einhacken. Die Unternehmen müssen klar ermitteln, wer muss mit seinem Rechner überhaupt an das allgemeine Internet angeschlossen sein.
Zur Arbeit seiner Behörde sagte er, wir ermitteln im Ausland, welche Gefahren laufen auf, um die zuständigen Behörden in Deutschland zu warnen.
Sicher ein interessanter Vortrag gestern, der zwar keine großen neuen Erkenntnisse brachte,aber hoffentlich zum Nachdenken über Datensicherheit anregt.








