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Neue Lebensräume für Feuersalamander, Kranich und Co.

Mehr Natur

Freitag, 30. Dezember 2016, 10:18 Uhr
Land Thüringen investierte im Jahr 2016 rund 6 Mio. Euro in Naturschutzprojekte. Auch Gebiet um Stausee Kelbra gehörte dazu...

Das Thüringer Umweltministerium hat im abgelaufenen Jahr über das Förderprogramm „Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL)“ 5,75 Mio. Euro in Thüringer Naturschutzprojekte investiert. Vom Rennsteig bis zum Südharz wurden 30 konkrete Projekte für mehr Natur unterstützt. Bis zum Jahr 2020 stehen weitere 20 Mio. Euro für den Arten- und Biotopschutz sowie die Entwicklung von Schutzgebieten zur Verfügung.

„Die Tier- und Pflanzenwelt in Thüringen ist ein einmaliger Naturschatz, den wir für künftige Generationen erhalten wollen. Von intakten Lebensräumen profitieren geschützte Arten wie Feuersalamander, Kranich oder Steinkauz. Ebenso stärkt der Naturschutz die Regionalentwicklung, sichert Einkommen und belebt den Naturtourismus“, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund heute in Erfurt.

Die 30 Naturschutzprojekte, die im Jahr 2016 umgesetzt oder begonnen wurden, reichen von Renaturierungen bis zu Informationstafeln für Besucher von Schutzgebieten.

Eines der größten Vorhaben des Jahres ist die Renaturierung von 165 Kilometern Waldbächen durch die Naturstiftung David. In sieben Fließgewässersystemen des mittleren und westlichen Thüringer Walds entstehen Bachläufe ohne Hindernisse, naturnahe Überflutungsbereiche und unberührte Teiche. Typische Arten wie der selten gewordene Feuersalamander werden vom neuen, alten Bachlauf profitieren. Der Freistaat fördert das deutschlandweit einmalige Vorhaben mit rund 1 Mio. Euro ENL-Fördermitteln.

Ein weiteres Beispiel: Am Stausee Kelbra im Norden Thüringens liegt einer der bedeutendsten Kranichrastplätze Deutschlands. Bis zu 50.000 Tiere rasten in der Goldenen Aue zwischen Kyffhäuser und Harz. Auf ihrem Weg nach Süden wird den Vögeln auf abgeernteten Feldern Weizen und Mais als Wegzehrung angeboten. Damit werden Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen vermieden. Das ENL-Projekt für ein Miteinander von Naturschutz, Landwirtschaft und Kranichtourismus wurde mit 220.000 Euro gefördert.

Weitere herausragende Projekte des vergangenen Jahres sind:

Sanierung des Naturschutzgebiets „Bernshäuser Kutte“ im Biosphärenreservat Rhön, mit einer Wassertiefe von 47 Metern der tiefste natürliche See Thüringens
Schutzprojekt für den vom Aussterben bedrohten Steinkauz im Thüringer Grabfeld, der einzigen Region Thüringens mit regelmäßigem Brutvorkommen
Erhalt der Fledermauspopulation des Großen Mausohrs im FFH-Schutzgebiet „Wiesenmühle“ im Landkreis Eichsfeld
Um Thüringens Naturschätze zu bewahren, wird das Thüringer Umweltministerium seine Investitionen in den Naturschutz weiter ausbauen. „Den Schutz unserer natürlichen Umwelt verstehen wir als Auftrag und Zukunftsvision auf dem Weg zu einer ökologischen Modernisierung Thüringens“, betont Umweltministerin Siegesmund.

Im neuen Jahr wird u.a. das Netz der Thüringer Natura 2000-Stationen vervollständigt. Fünf neue Stationen werden mit dem Jahreswechsel ihre Arbeit aufnehmen und so die Lebensräume und Arten des europäischen Schutzgebietsnetzes sichern. Rund ein Fünftel der Thüringer Landesfläche ist Natura 2000-Gebiet, d.h. Lebensraum seltener Tiere und Pflanzen.


Hintergrund

Das Förderprogramm „Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL)“ gibt es in Thüringen seit 2007. Mehr als 180 Naturschutzvorhaben wurden damit in den letzten Jahren umgesetzt. Die Finanzierung erfolgt über die EU-Fonds ELER und EFRE, wobei der Landesanteil bei ELER 25% und bei EFRE 20% beträgt.

Die Nachfrage nach ENL-Mitteln ist aktuell hoch und übersteigt für 2017 deutlich die verfügbaren Haushaltsmittel. Unter den rund 60 eingereichten Projektvorschlägen wird eine Auswahl getroffen. Die Förderung erfolgt über die Thüringer Aufbaubank. Die Eckpunkte der Förderung sind hier einsehbar.
Autor: khh

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