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Ministerbesuch bei der Arbeitsagentur

Arbeitslosigkeit, Flüchtlingsintegration, Industrie 4.0

Mittwoch, 18. Januar 2017, 11:12 Uhr
Zu einem besonderen Arbeitsmarktgespräch empfing Karsten Froböse, Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur, am Montag Thüringens Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie Heike Werner sowie Birgit Keller, Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft im Freistaat...

Im Fokus des Treffens: Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit und Beschäftigung, die Flüchtlingsintegration und das Thema "Industrie 4.0".

Karsten Froböse und Heiko Röder, Geschäftsführer des Nordhäuser Jobcenters informierten neben dem Rückgang der Arbeitslosigkeit vor allem zur positiven Entwicklung bei den Langzeitarbeitslosen. Mit großem Interesse verfolgten die beiden Politikerinnen die bisherige Herangehensweise von Agentur und Jobcenter. Bei der Integration von Langzeitarbeitslosen nehme Nordthüringen eine vordere Position ein, so Ministerin Werner. Hierbei sei die Landesstrategie mit einer Mischung aus direkter Hilfe und Verbesserung der lokalen Infrastruktur besonders erfolgreich. "Mit den speziellen Förderprogrammen, die die Landesregierung seit dem Regierungsantritt von Rot-Rot-Grün aufgelegt hat, wurden entscheidende Weichen für diese Entwicklung gestellt", sagte Heike Werner.

Ministerieller Besuch bei der Arbeitsagentur: Karsten Froböse, die Ministerinnen Heike Werner und Birgit Keller sowie Heiko Röder (Foto: Agentur für Arbeit)
Diese Förderung komme den von Langzeitarbeitslosigkeit betroffenen Menschen in Form von Beratung, Vermittlung und Beschäftigungsangeboten zu Gute. Intensive Zusammenarbeit mit den Unternehmen, zielführende Qualifizierung und entsprechende Betreuungskapazitäten für die Menschen beschrieb Karsten Froböse als wesentliche Faktoren.

Ausführlich war der Austausch auch zu den Integrationsergebnissen geflüchteter Menschen und den Erfahrungen, die man in Nordthüringen bislang sammeln konnte. Inzwischen würden mehrere Unternehmen Flüchtlinge mit guter Bleibeperspektive beschäftigen oder auf eine Ausbildung vorbereiten. Wie man künftig den theoretischen Unterricht gestalten könne, sei noch weiter zu entwickeln.

Ministerin Birgit Keller lenkte die Aufmerksamkeit auf die demografische Entwicklung und die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und den ländlichen Raum: "Landwirtschaftliche Betriebe und viele Klein- und mittelständische Unternehmen sind entscheidende Wirtschaftsfaktoren, die wir erhalten und sichern müssen." Die ländliche Entwicklung sei wichtig, um einer weiteren Landflucht vorzubeugen.

Agenturchef Froböse ergänzt: Wir haben in Nordthüringen über zwanzig Prozent ältere Arbeitnehmer, die bis 2025 aus dem Arbeitsleben ausscheiden werden." Deutlich weniger junge Leute kämen nach. Beschäftigung und Rentenniveau hängen eng zusammen.
"Wer Zuwanderung in jeder Form ablehnt, der darf sich später nicht über Einschnitte bei der Rente wundern", mahnt der Arbeitsmarktexperte an.

Abschließend diskutierten die Gesprächsteilnehmer in dem Zusammenhang über die weitere Digitalisierung der Arbeitswelt. Sich schnell verändernde Arbeitsprozesse, neue Tätigkeitsfelder, lebenslanges Lernen und veränderte berufliche Inhalte würden bereits jetzt schon die Aufgaben der Arbeitsagentur prägen, bestätigt Karsten Froböse. "Qualifizierungen wird immer bedeutsamer wenn es darum geht, fit für die Anforderungen der Unternehmen zu sein. Ein beruflicher Abschluss ist wichtiger denn je."
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