kyffhaeuser-nachrichten.de
Minster Tiefensee bei Messe-Besuch in Kaliformien

Thüringer Unternehmen stellen aus

Mittwoch, 01. Februar 2017, 11:37 Uhr
Am zweiten Tag seiner Kalifornien-Reise hat Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Tiefensee die weltweit größte Photonik-Messe „SPIE Photonics West“ in San Francisco besucht. Von 60 Ausstellern auf dem deutschen Gemeinschaftsstand sind allein 35 Unternehmen aus Thüringen...

Messe-Besuch in Kaliformien (Foto: Lisa Johannssen-Koppitz) Messe-Besuch in Kaliformien (Foto: Lisa Johannssen-Koppitz)

Am Stand der Asphericon GmbH, Jena: Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee im Gespräch mit Geschäftsführer Alexander Zschäbitz

Tiefensee zeigte sich beeindruckt: „Diese enorme Präsenz Thüringens steht für die Stärke, die der Freistaat im Bereich der Photonik hat.“ Bei seinem Rundgang kam er mit vielen Thüringer Ausstellern ins Gespräch und informierte sich über die Vielfalt hochspezialisierter Lösungen. Als Querschnittstechnologie bediene die Photonik die Zukunftsfelder Medizin, Life Science, Mobilität oder Infrastruktur und sei in der digitalen Welt unabdingbar, betonte er im Nachgang. Gerade bei industriellen Produktionsprozessen spielten intelligente Systeme eine wichtige Rolle.

Bei seinem Rundgang kam Tiefensee sowohl mit zahlreichen Unternehmen aus Jena wie der Asphericon GmbH, der Lasos Lasertechnik GmbH, der Jenoptik als auch der CDA GmbH aus Suhl oder der LAYERTEC Gmbh aus Mellingen ins Gespräch, die mit Ihren Lösungen weltweite Märkte bedienen. „Die Photonics West bietet die optimale Plattform, um internationale Forschungskooperationen anzustoßen, Kontakte zu internationalen Partnern zu suchen oder die Vertriebsstrukturen auszubauen“, so Tiefensee. Denn das sei gerade im Bereich der Hochtechnologien wie etwa der Photonik überlebenswichtig, damit sie auch weiterhin eine der Thüringer Wachstumsbranchen bleibe.

Mit - laut dem Thüringer Optik-Cluster OptoNet e.V. - etwa 66 Prozent Exportquote liegt die Photonikbranche weit über dem Thüringer Durchschnitt von 31 Prozent. Mit etwa 175 Betrieben und einem Jahresumsatz von 2,8 Milliarden Euro ist sie ein wesentliches Standbein der Thüringer Industrie (OptoNet-Wachstumsreport Photonik 2015). Mit knapp 100 Unternehmen und einer Vielzahl von Forschungseinrichtungen sind mehr als die Hälfte der Akteure in Jena angesiedelt. Wichtige Standorte darüber hinaus sind Erfurt, Ilmenau, der Ilm-Kreis sowie der Landkreis Schmalkalden-Meiningen.

Tiefensee lobte in diesem Zusammenhang erneut die beispielhafte Vernetzung der Industrie untereinander und mit Forschungseinrichtungen, nicht zuletzt auch dank des Branchennetzwerkes OptoNet e.V. mit mehr als 100 Akteuren der Branche in Thüringen, unter anderem Jenoptik und ZEISS. Diese gute Vernetzung trage entscheidend dazu bei, dass die Branche auch weiterhin auf Wachstumskurs sei.

„Die kontinuierliche Forschungsförderung auf dem Gebiet der Photonik durch den Freistaat hat sich ausgezahlt und ist auch weiterhin von großer Bedeutung, denn nur die ständige Weiterentwicklung sichert eine gute Stellung auf internationalen Märkten“, so Tiefensee. Deshalb fördert das Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium unter anderem das Photonik-Netzwerk „SpectroNet“ bis 2018 mit über 270.000 Euro, um die optische Messtechnik weiter zu profilieren. Geplant ist der Aufbau einer Geschäftsstelle sowie eines Applications- und Schulungszentrums für neue Produkte und Anwendungen. Im April 2016 wurde am Frauenhofer Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik Jena (IOF) das "Leistungszentrum Photonik" eröffnet, das mit 8 Millionen Euro vom Land gefördert wurde.

Die Innovationskraft Thüringens auf diesem Gebiet zeigt sich aber zum Beispiel auch in zwei Projekten, für die jungst Bundesförderung eingeworben werden konnte: Für das Projekt „3Dsensation“ unter der Leitung von Andreas Tünnermann vom IOF Jena wird ein Thüringer Konsortium bis 2020 mit 45 Millionen Euro für Forschung vom Bund gefördert. Im April 2016 hat zudem der Forschungsverbund „Tailored Optical Fibers“, in dem 18 Unternehmen, drei Forschungseinrichtungen, die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen und OptoNet vertreten sind, 11 Millionen Euro Förderung vom Bund bestätigt bekommen, um eine deutschlandweit einzigartige Plattform für optische Fasern zu schaffen.
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de