Absicherung im Alter gefährdet
Die Angst kommt im Alter
Sonntag, 30. April 2017, 08:58 Uhr
Exakt 70 Prozent aller Ruheständler in Deutschland beklagen die Höhe der gesetzlichen Renten als nicht angemessen im Vergleich zu ihren Einzahlungen. Zu diesem Ergebnis kommt der AXA Deutschland-Report 2017...
Rund sechs von zehn Ruheständlern geben eine gewachsene Angst beim Thema Altersvorsorge an. Damit hat sich dieser Wert gegenüber dem Vorjahr nochmals verschlechtert. Und auch 61 Prozent der Erwerbstätigen erklären inzwischen, dass sie sich nicht mehr ausreichend für den Ruhestand abgesichert sehen, insbesondere vor dem Hintergrund der schon seit Jahren andauernden Niedrigzinsen.
Es fordern daher drei Viertel aller Ruheständler (75 Prozent) und zwei Drittel aller Erwerbstätigen (66 Prozent), erhöhte Rentenbezüge als wichtigstes Ziel staatlicher Politik in Deutschland zu setzen - deutlich vor anderen Zielen wie etwa vermehrten Bildungsangeboten oder einer verbesserten Gesundheitsversorgung.
"Die Angst vor einer Verschlechterung der Lebensqualität im Alter hat sich im Vergleich zum Vorjahr nochmals erhöht, und die Hoffnungen und Erwartungen an die gesetzliche Rente sind massiv gestiegen", resümiert Dr. Patrick Dahmen, Mitglied des Vorstands im AXA Konzern. Der AXA Deutschland-Report zu Ruhestandsplanung und -management erfasst seit 2015 jährlich repräsentativ in allen 16 Bundesländern die Einstellungen und Verhaltensweisen von Berufstätigen und Ruheständlern. "Die momentan breite öffentliche Debatte um die Altersvorsorge im Vorfeld der drei Landtagswahlen und der Bundestagswahl hat zusammen mit der Niedrigzinsphase zumindest das Problembewusstsein bei Rentnern wie Erwerbstätigen weiter geschärft", analysiert Patrick Dahmen.
Der Staat als Problemlöser stoße aber hier an Grenzen. Massive Anhebungen der gesetzlichen Renten wären mit Milliardenkosten verbunden, was mit der seit 2009 verfassungsrechtlich gebotenen Verschuldungsgrenze kaum vereinbar sei. Laut AXA Report möchte die Mehrheit der Erwerbstätigen und Ruheständler zudem nicht, dass der Staat neue Schulden für die Finanzierung höherer Renten aufnimmt. Altersvorsorge muss somit zwingend neben der gesetzlichen Versorgung auch die betriebliche und private Versorgung umfassen, so Patrick Dahmen.
Als Hauptgrund, selbst nicht stärker in die eigene Altersvorsorge zu investieren, geben 57 Prozent der Erwerbstätigen ein "zu geringes Einkommen und Vermögen" an. Am zweithäufigsten genannt wird "unzureichende Unterstützung beim Thema, z.B. in Form staatlicher Förderung" (21 Prozent). Auf Rang drei liegt "mangelnde Kenntnis bzw. Aufklärung zum Thema" (11 Prozent). Nur acht Prozent sagen, dass sie "lieber in Konsum als Sparanlagen" investieren. "Auch diese Einschätzungen der Berufsstätigen decken sich laut AXA Report stark mit denen der Ruheständler", so Patrick Dahmen. Und in einem weiteren Punkt herrscht Übereinstimmung: Gefragt nach dem richtigen Alter, in dem das Vorsorgesparen beginnen sollte, nennen Erwerbstätige ein Alter von 25 Jahren und heutige Ruheständler von 24 Jahren. Tatsächlich haben die Berufstätigen selbst damit erst mit 31 Jahren begonnen, die heutigen Rentner mit 32 Jahren.
Autor: redRund sechs von zehn Ruheständlern geben eine gewachsene Angst beim Thema Altersvorsorge an. Damit hat sich dieser Wert gegenüber dem Vorjahr nochmals verschlechtert. Und auch 61 Prozent der Erwerbstätigen erklären inzwischen, dass sie sich nicht mehr ausreichend für den Ruhestand abgesichert sehen, insbesondere vor dem Hintergrund der schon seit Jahren andauernden Niedrigzinsen.
Es fordern daher drei Viertel aller Ruheständler (75 Prozent) und zwei Drittel aller Erwerbstätigen (66 Prozent), erhöhte Rentenbezüge als wichtigstes Ziel staatlicher Politik in Deutschland zu setzen - deutlich vor anderen Zielen wie etwa vermehrten Bildungsangeboten oder einer verbesserten Gesundheitsversorgung.
"Die Angst vor einer Verschlechterung der Lebensqualität im Alter hat sich im Vergleich zum Vorjahr nochmals erhöht, und die Hoffnungen und Erwartungen an die gesetzliche Rente sind massiv gestiegen", resümiert Dr. Patrick Dahmen, Mitglied des Vorstands im AXA Konzern. Der AXA Deutschland-Report zu Ruhestandsplanung und -management erfasst seit 2015 jährlich repräsentativ in allen 16 Bundesländern die Einstellungen und Verhaltensweisen von Berufstätigen und Ruheständlern. "Die momentan breite öffentliche Debatte um die Altersvorsorge im Vorfeld der drei Landtagswahlen und der Bundestagswahl hat zusammen mit der Niedrigzinsphase zumindest das Problembewusstsein bei Rentnern wie Erwerbstätigen weiter geschärft", analysiert Patrick Dahmen.
Der Staat als Problemlöser stoße aber hier an Grenzen. Massive Anhebungen der gesetzlichen Renten wären mit Milliardenkosten verbunden, was mit der seit 2009 verfassungsrechtlich gebotenen Verschuldungsgrenze kaum vereinbar sei. Laut AXA Report möchte die Mehrheit der Erwerbstätigen und Ruheständler zudem nicht, dass der Staat neue Schulden für die Finanzierung höherer Renten aufnimmt. Altersvorsorge muss somit zwingend neben der gesetzlichen Versorgung auch die betriebliche und private Versorgung umfassen, so Patrick Dahmen.
Mehr betriebliche Altersvorsorge
Gefragt nach der Bewertung aktueller politischer Ideen und Maßnahmen im Bereich der Altersvorsorge zeigen Berufstätige und Ruheständler laut AXA Report eine hohe Übereinstimmung. So bewerten 86 Prozent der Rentner und Pensionäre sowie 73 Prozent der Berufstätigen es als sehr gute oder gute Idee, wenn Berufsanfänger automatisch in eine betriebliche Altersversorgung einbezogen werden. Völlig einig sind sich beide Gruppen bei der Frage, ob der Staat die betriebliche Altersversorgung insgesamt stärker fördern sollte: Drei Viertel aller Erwerbstätigen (74 Prozent) und auch Ruheständler (75 Prozent) halten das für gut oder sehr gut. Patrick Dahmen: "Eine verbesserte betriebliche Altersversorgung kann in Deutschland wirksam zur Lösung der Vorsorgeproblematik beitragen. Wir sehen die aktuellen Pläne der Bundesregierung zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung daher insgesamt positiv. Hierdurch wird diese Form der Vorsorge für Geringverdiener attraktiver gestaltet".Wachsende Ruhestands-Skepsis
Überraschend stark haben sich verglichen zum Vorjahr die Erwartungen an den Ruhestand in Deutschland eingetrübt. Gingen die Berufstätigen 2016 zu 40 Prozent davon aus, dass sich ihre Lebensqualität im Ruhestand verschlechtern wird, erwartet das jetzt mit 56 Prozent die Mehrheit. Offenbar spielen die Niedrigzinsen dabei eine Rolle: So fragen sich inzwischen die Erwerbstätigen mehrheitlich, ob private Altersvorsorge überhaupt noch sinnvoll ist (51 Prozent, Vorjahr 47 Prozent). Dies deutlich stärker in Ost- als in Westdeutschland (58 Prozent zu 47 Prozent), wobei Berlin mit 65 Prozent den bundesweiten Spitzenwert erreicht.Sinkende Sparleistung
Die monatlichen Sparraten der Berufstätigen zur privaten Altersvorsorge sind im Schnitt um gut 16 Prozent gegenüber 2016 gesunken. In Niedersachsen geben mit 51 Prozent die wenigsten Berufstätigen an, sich nicht ausreichend für den Ruhestand abgesichert zu sehen. Mit Abstand hält auch in dieser Hinsicht dagegen Berlin den bundesweiten Negativ-Rekord: Drei Viertel der Befragten sehen hier ihre bisherige Altersvorsorge als nicht ausreichend an (74 Prozent, Bundesschnitt: 61 Prozent). Gleichwohl sind 43 Prozent der Erwerbstätigen bereit, sich für eine bessere finanzielle Ausstattung im Alter bei ihren heutigen Ausgaben einzuschränken - in Niedersachsen sind es gar 52 Prozent der Erwerbstätigen, so Patrick Dahmen.Als Hauptgrund, selbst nicht stärker in die eigene Altersvorsorge zu investieren, geben 57 Prozent der Erwerbstätigen ein "zu geringes Einkommen und Vermögen" an. Am zweithäufigsten genannt wird "unzureichende Unterstützung beim Thema, z.B. in Form staatlicher Förderung" (21 Prozent). Auf Rang drei liegt "mangelnde Kenntnis bzw. Aufklärung zum Thema" (11 Prozent). Nur acht Prozent sagen, dass sie "lieber in Konsum als Sparanlagen" investieren. "Auch diese Einschätzungen der Berufsstätigen decken sich laut AXA Report stark mit denen der Ruheständler", so Patrick Dahmen. Und in einem weiteren Punkt herrscht Übereinstimmung: Gefragt nach dem richtigen Alter, in dem das Vorsorgesparen beginnen sollte, nennen Erwerbstätige ein Alter von 25 Jahren und heutige Ruheständler von 24 Jahren. Tatsächlich haben die Berufstätigen selbst damit erst mit 31 Jahren begonnen, die heutigen Rentner mit 32 Jahren.
