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Diskussion um "Täve" Schur
Dienstag, 02. Mai 2017, 22:19 Uhr
Die Diskussion in die "Sport Hall of Fame" zieht weitere Kreise im Forum der nnz. Seien Sie gespannt auf die Einzelheiten...
Sehr geehrter Herr Trömer!
Für mich ist es eine Ehre, von Ihnen einen Offenen Brief in aller Öffentlichkeit erhalten zu haben. Zunächst vielen Dank dafür! Wie es sich so gehört, wird Ihnen zunächst ebenso auf diese Art und Weise nachfolgend geantwortet.
Als Sie im Vergleich zu Täve Schur noch als jüngerer ehemaliger Bahnradsportler, Junioren - Nationalmannschaftsmitglied und erst später anerkanntes Dopingopfer unterwegs waren, hätte ich mir von ihnen sofort nach der komischen Behandlung die Stärke gewünscht, die Sie mit Ihrer persönlichen Wortmeldung, aber an die Grenze der Beleidigung gehenden Worten an den großen Täve sowie an meine unbedeutende Wenigkeit vornahmen!
Es tut mir wirklich aufrichtig leid, welch großen gesundheitlichen Schaden Sie und andere Sporttreibende aus Ost und West in der aktiven Zeit hinnehmen mussten, der für manche sogar mit dem Tod endete, wie zum Beispeil bei dem starken Gewichtheber G. Bonk, der unmittelbar vor der Olympiade in Moskau 1980 plötzlich Fieber bekommen musste...und ich den traurigen Gesundheitszustand im Filmbeitrag zu seinem 50. Geburtstag nie vergessen werde......
In Ihrem 2.Teil des Offenen Briefes an Täve Schur erwähnten Sie auch den Namen des behandelnden Arztes aus Ihrer aktiven Zeit, der noch meines Wissens nach mindestens bis zum Jahr 2008 als früherer noch nicht enttarnter Dopingüberbringer bundesdeutschen Tätigkeiten im namentlich gleichen Verband zu erfüllen hatte. Mich hätte allerdings gefreut, wenn Sie viel eher als einige Jahre nach Ihrer aktiven Zeit, soviel Mut gehabt hätten, diese schlimme Vergehen direkt bzw. über die Medien zur Anzeige zu bringen, auch, wenn aus der Sicht aller Aktiven die engsten Betreuer eine Art Elternersatz waren!
Sie äußerten sich da unter andere,, dass Sie sogar oftmals bereits bei dem Absolvieren einer jeweils längeren Trainingsstrecke schon nach ein paar km regelrecht vom Rad fielen und kaum eine direkte Hilfe oder danach erhielten, Ihre geschädigten Nieren ordentlich behandeln zu lassen. Mit Sicherheit wussten aber Ihre Kameraden und Sie schon rechtzeitig, dass in den Spritzen, Pillen oder gar Pralinen bestimmt kein aufbauender Traubenzucker und andere Vitaminen waren und machten doch sogar darüber Scherze untereinander!
So schnell, wie Sie hier und da in den Medien schilderten, kann man aber doch keinen Wasserkopf oder plötzlich wachsende Brüste bekommen! Auch viele andere ältere Betroffene haben ihre jugendlichen Nachfolger doch schon frühzeitig aufgeklärt!
Bei Ihrem geschilderten Fall mit diesem speziellen Arzt fällt mir allerdings auch eine andere Geschichte ein, die ich wohl nie begreifen werde, aber auch das gleiche Thema berührt. Was war in Kurzform passiert?
In der Vorwendezeit trainierte ein BRD-Nationalmannschaftstrainer eine rekordverdächtige Damen - Sprint-Staffel. Auch da gab es die allseits schon bekannten kleinen lukullischen Zusätze anlässlich festgelegter Zeiten. Nur eine Heranwachsende aus der jungen Truppe wollte die schon bekannten Ergänzungsmittel nicht und wurde tatsächlich sofort verabschiedet, gab aber den Grund sehr mutig sofort offiziell bekannt!
Nur ein paar Tage nach der politischen Wende, auch Anpassung genannt, war aber dieser Trainer dort plötzlich weg und tauchte keine 10 Tage (!) später in einer von ihm angemieteten großen Rechtsanwaltskanzlei im Anger-Zentrum Erfurts auf, das Sie bestens kennen, Herr Trömer und holte später dorthin auch ausgediente Minister der früheren Landesregierung bzw. hochdotierte Richter ins juristische Boot nach. Seine perfekt funktionierende Vernetzung sicherte ihm sogar die lukrative und langjährige Stelle eines Vize-Präsidenten im Thüringer Landessportbund (LSB) bis zum Jahr 2012, trotz der erfolgten Verurteilung 1994 gegen Zahlung einer (bestimmt aus seiner Sicht) nicht gerade hohen Geldstrafe!
Das zusätzlich Pikante an dieser Sache aber ist, da hier gerade über Doping geschrieben wird, dass ausgerechnet einer seiner späteren Kollegen im Anwaltsbüro des ehemaligen Bundesauswahltrainers und Verurteilten, der übrigens nebenbei auch einer der Assistenten im Team des berühmten Sächsischen Ministerpräsidenten K. Biedenkopf war, den nach Bekanntwerden der mysteriösen Blutabsauggeschichte sofort abgesetzten Arzt im Erfurter Olympia-Vorbereitungszentrum später verteidigte......Mit diesem LBS arbeiten Sie mittlerweile wohl zusammen.....
Und genau bei diesem Punkt sind wir an der richtigen Stelle, Herr Trömer, wo sich die verschiedene Meinungen trennen. Nicht der Sport, wie Sie im oben genannten Schur-Fall behaupteten, sondern immer nur die allein oder im Team (Freiburg) mit legalen und illegalen Methoden handelnden Protagonisten sind diejenigen, denen der Kampf mit aller Härte, Mut und Offenheit rechtzeitig angesagt werden muss!
Was man Täve vielleicht schon ein wenig ankreiden könnte, was Sie in mindestens einer direkten Aktion bereits bei einer seiner Lesungen etwas im Überschwang taten, ist seine übervorsichtige Zurückhaltung gegenüber den Tätern, die sich geschickt in weitere Anstellungen bzw. andere günstige Bereiche des Lebens retteten, was allerdings durch seine enormen Verdienste und seinem sonstigen Verhalten auch nicht unbedingt allgemein zu erwarten gewesen wäre......Wenn man den gesamten DDR-Sport im Nachhinein wirklich als kriminell bezeichnen würde, müsste ich unter andere, auch meine mit 14 Jahren errungene Goldmedaille im Kugelstoßen in der größten Kreisstadt unseres vorherigen Landes wieder zurückgeben.....
Übrigens hat man mir bereits in der Schule gelehrt, dass niemand Vorbilder haben sollte, weil diese auch mal Fehler machen könnten. Seit diesem Zeitpunkt begleitete ich diesen Mann aus Heyrothsberge anerkennend nur noch als normalen Menschen, hatte also auch ohne direkte Vorbildwirkung trotzdem meine Freude als er vor der riesigen Zuschauermenge bei den verschiedenen Friedensfahrten auch vor mir an den Straßenrändern meiner jeweiligen Standorte vorbeirauschte, zumal wir uns immer mal auch noch gegenwärtig sehen oder hören......
Ihnen wünsche ich abschließend als Mittefünfziger persönlich alles Gute, verbunden mit dem Hinweis, möglichst das Unangenehme aus Ihrer trotzdem erfolgreichen sportlichen Karriere schnell zu vergessen und hoffe, dass Sie meine Wortmeldung nicht nicht einfach in die Ecke des DDR-Journalismus stellen, sowie die längst verdiente Opferrente bald erhalten werden, falls diese bisher noch nicht bei Ihnen eintraf, die aber leider nur insgesamt ein schwacher Trost wäre!
Mit freundlichen und sportlichen Grüßen!
Hans-Ullrich Klemm
Autor: redSehr geehrter Herr Trömer!
Für mich ist es eine Ehre, von Ihnen einen Offenen Brief in aller Öffentlichkeit erhalten zu haben. Zunächst vielen Dank dafür! Wie es sich so gehört, wird Ihnen zunächst ebenso auf diese Art und Weise nachfolgend geantwortet.
Als Sie im Vergleich zu Täve Schur noch als jüngerer ehemaliger Bahnradsportler, Junioren - Nationalmannschaftsmitglied und erst später anerkanntes Dopingopfer unterwegs waren, hätte ich mir von ihnen sofort nach der komischen Behandlung die Stärke gewünscht, die Sie mit Ihrer persönlichen Wortmeldung, aber an die Grenze der Beleidigung gehenden Worten an den großen Täve sowie an meine unbedeutende Wenigkeit vornahmen!
Es tut mir wirklich aufrichtig leid, welch großen gesundheitlichen Schaden Sie und andere Sporttreibende aus Ost und West in der aktiven Zeit hinnehmen mussten, der für manche sogar mit dem Tod endete, wie zum Beispeil bei dem starken Gewichtheber G. Bonk, der unmittelbar vor der Olympiade in Moskau 1980 plötzlich Fieber bekommen musste...und ich den traurigen Gesundheitszustand im Filmbeitrag zu seinem 50. Geburtstag nie vergessen werde......
In Ihrem 2.Teil des Offenen Briefes an Täve Schur erwähnten Sie auch den Namen des behandelnden Arztes aus Ihrer aktiven Zeit, der noch meines Wissens nach mindestens bis zum Jahr 2008 als früherer noch nicht enttarnter Dopingüberbringer bundesdeutschen Tätigkeiten im namentlich gleichen Verband zu erfüllen hatte. Mich hätte allerdings gefreut, wenn Sie viel eher als einige Jahre nach Ihrer aktiven Zeit, soviel Mut gehabt hätten, diese schlimme Vergehen direkt bzw. über die Medien zur Anzeige zu bringen, auch, wenn aus der Sicht aller Aktiven die engsten Betreuer eine Art Elternersatz waren!
Sie äußerten sich da unter andere,, dass Sie sogar oftmals bereits bei dem Absolvieren einer jeweils längeren Trainingsstrecke schon nach ein paar km regelrecht vom Rad fielen und kaum eine direkte Hilfe oder danach erhielten, Ihre geschädigten Nieren ordentlich behandeln zu lassen. Mit Sicherheit wussten aber Ihre Kameraden und Sie schon rechtzeitig, dass in den Spritzen, Pillen oder gar Pralinen bestimmt kein aufbauender Traubenzucker und andere Vitaminen waren und machten doch sogar darüber Scherze untereinander!
So schnell, wie Sie hier und da in den Medien schilderten, kann man aber doch keinen Wasserkopf oder plötzlich wachsende Brüste bekommen! Auch viele andere ältere Betroffene haben ihre jugendlichen Nachfolger doch schon frühzeitig aufgeklärt!
Bei Ihrem geschilderten Fall mit diesem speziellen Arzt fällt mir allerdings auch eine andere Geschichte ein, die ich wohl nie begreifen werde, aber auch das gleiche Thema berührt. Was war in Kurzform passiert?
In der Vorwendezeit trainierte ein BRD-Nationalmannschaftstrainer eine rekordverdächtige Damen - Sprint-Staffel. Auch da gab es die allseits schon bekannten kleinen lukullischen Zusätze anlässlich festgelegter Zeiten. Nur eine Heranwachsende aus der jungen Truppe wollte die schon bekannten Ergänzungsmittel nicht und wurde tatsächlich sofort verabschiedet, gab aber den Grund sehr mutig sofort offiziell bekannt!
Nur ein paar Tage nach der politischen Wende, auch Anpassung genannt, war aber dieser Trainer dort plötzlich weg und tauchte keine 10 Tage (!) später in einer von ihm angemieteten großen Rechtsanwaltskanzlei im Anger-Zentrum Erfurts auf, das Sie bestens kennen, Herr Trömer und holte später dorthin auch ausgediente Minister der früheren Landesregierung bzw. hochdotierte Richter ins juristische Boot nach. Seine perfekt funktionierende Vernetzung sicherte ihm sogar die lukrative und langjährige Stelle eines Vize-Präsidenten im Thüringer Landessportbund (LSB) bis zum Jahr 2012, trotz der erfolgten Verurteilung 1994 gegen Zahlung einer (bestimmt aus seiner Sicht) nicht gerade hohen Geldstrafe!
Das zusätzlich Pikante an dieser Sache aber ist, da hier gerade über Doping geschrieben wird, dass ausgerechnet einer seiner späteren Kollegen im Anwaltsbüro des ehemaligen Bundesauswahltrainers und Verurteilten, der übrigens nebenbei auch einer der Assistenten im Team des berühmten Sächsischen Ministerpräsidenten K. Biedenkopf war, den nach Bekanntwerden der mysteriösen Blutabsauggeschichte sofort abgesetzten Arzt im Erfurter Olympia-Vorbereitungszentrum später verteidigte......Mit diesem LBS arbeiten Sie mittlerweile wohl zusammen.....
Und genau bei diesem Punkt sind wir an der richtigen Stelle, Herr Trömer, wo sich die verschiedene Meinungen trennen. Nicht der Sport, wie Sie im oben genannten Schur-Fall behaupteten, sondern immer nur die allein oder im Team (Freiburg) mit legalen und illegalen Methoden handelnden Protagonisten sind diejenigen, denen der Kampf mit aller Härte, Mut und Offenheit rechtzeitig angesagt werden muss!
Was man Täve vielleicht schon ein wenig ankreiden könnte, was Sie in mindestens einer direkten Aktion bereits bei einer seiner Lesungen etwas im Überschwang taten, ist seine übervorsichtige Zurückhaltung gegenüber den Tätern, die sich geschickt in weitere Anstellungen bzw. andere günstige Bereiche des Lebens retteten, was allerdings durch seine enormen Verdienste und seinem sonstigen Verhalten auch nicht unbedingt allgemein zu erwarten gewesen wäre......Wenn man den gesamten DDR-Sport im Nachhinein wirklich als kriminell bezeichnen würde, müsste ich unter andere, auch meine mit 14 Jahren errungene Goldmedaille im Kugelstoßen in der größten Kreisstadt unseres vorherigen Landes wieder zurückgeben.....
Übrigens hat man mir bereits in der Schule gelehrt, dass niemand Vorbilder haben sollte, weil diese auch mal Fehler machen könnten. Seit diesem Zeitpunkt begleitete ich diesen Mann aus Heyrothsberge anerkennend nur noch als normalen Menschen, hatte also auch ohne direkte Vorbildwirkung trotzdem meine Freude als er vor der riesigen Zuschauermenge bei den verschiedenen Friedensfahrten auch vor mir an den Straßenrändern meiner jeweiligen Standorte vorbeirauschte, zumal wir uns immer mal auch noch gegenwärtig sehen oder hören......
Ihnen wünsche ich abschließend als Mittefünfziger persönlich alles Gute, verbunden mit dem Hinweis, möglichst das Unangenehme aus Ihrer trotzdem erfolgreichen sportlichen Karriere schnell zu vergessen und hoffe, dass Sie meine Wortmeldung nicht nicht einfach in die Ecke des DDR-Journalismus stellen, sowie die längst verdiente Opferrente bald erhalten werden, falls diese bisher noch nicht bei Ihnen eintraf, die aber leider nur insgesamt ein schwacher Trost wäre!
Mit freundlichen und sportlichen Grüßen!
Hans-Ullrich Klemm
