kyffhaeuser-nachrichten.de
Keine nüchterne Betrachtung

Was müssen wir uns noch nehmen lassen?

Samstag, 03. Juni 2017, 10:00 Uhr
Nothing else matters - "das ist alles was zählt". Metalica spielten diesen Kultsong vor drei Jahren. Gespielt beim größten Rockfestival in Deutschland. Geile Atmosphäre - Sound ohne Ende. Musik und viel Freude. Für Angst kein Platz. Doch diese Angst ist jetzt da. Sie ist hier. Der Terror ist spür- und für 80.000 Menschen am Nürburgring gestern erlebbar...


Es ist kaum vorstellbar, dass nach dem einst abgesagten Fußballspiel in Hannover, dass nach unzähligen weiteren Absagen, dass nach der Erhöhung von Sicherheitsmaßnahmen bei Karneval eine Steigerung möglich wäre?

Ja, sie ist es. Knapp 80.000 Menschen wollten gestern am Nürburgring unter anderem Rammstein erleben. Sie durften es nicht, weil mitten unter uns möglicherweise irgendwelche durchgeknallte, religiös radikalisierte Typen sich selbst zu den zahlreichen Jungfrauen bomben wollten. Um dabei möglichst viele Ungläubige mitzunehmen.

Mir ist es egal, ob der Abbruch des RaR gestern gerechtfertigt war oder nicht, mir macht das einfach Angst. Angst davor, dass wir uns immer wieder und immer weiter erpressen und einschüchtern lassen. Angst, davor, dass die dafür Verantwortlichen weitermachen wie bisher. Dass sie das zulassen, was uns Angst macht, was uns einengt.

Screenshot SPON (Foto: nnz) Screenshot SPON (Foto: nnz)
Für Spiegel Online war das gestern 22.35 Uhr kein Aufmacher-Thema...

Und dann werde ich wieder diese abgedroschenen Phrasen hören müsse wie: nicht alle Muslime sind Terroristen. Aber: alle bislang bekannten Terroristen waren Angehörige dieses Glaubens. Oder wie es Henryk M. Broder einst ausdrückte: Wir haben in diesem Land keine Probleme mit Iren, Buddhisten, Christen, Hindus, Dänen oder Koreanern - wir haben sie mit Muslimen. Das ist der Fakt und das auszusprechen oder zu schreiben ist kein Rassismus. Noch nicht.

Nun haben die Sicherheitsbehörden das, eigenen Angaben zufolge, größte deutsche Rockfestival unterbrochen. Die vermutete Terrorgefahr, so sie sich denn als real erweist, ist wieder ein Anschlag auf unsere Lebensweise, auf unsere Art fröhlich zu sein, zusammen zu leben.

Screenshot Focus (Foto: nnz) Screenshot Focus (Foto: nnz)
... für den Focus schon.

Das wollen scheinbar einige Menschen in diesem Land, die meisten von ihnen kamen seit 2015 angeblich aus Syrien, dem Irak oder aus Afghanistan, ändern. Sie, die sie unsere Gäste sind, halten das nicht aus. Sie wollen vermutlich, dass wir uns in Deutschland integrieren und nicht umgekehrt. Es ist genau dieses Gefühl, dass immer mehr Menschen in Deutschland (darf ich das überhaupt noch ungestraft zu nennen?) beschleicht. Auch in Nordhausen. Es sind oft die Kleinigkeiten, die unser Leben bereits verändert haben. Es soll tatsächlich Mädchen und Frauen geben, die sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr allein auf die Straße trauen. Gibt es dieses Unwohlsein erst seit 2015 oder war das schon immer so? Jeder soll seine Antwort finden. Jeder soll sie aussprechen dürfen.

Ich hoffe, dass RaR in diesem Jahr weitergehen kann, dass die 80.000 all ihre Idole der westlichen Kultur noch feiern können. Wenn das so sein soll, dann wäre es ein klitzekleiner Sieg über den Terror und man wird politischerseits wieder verlauten: wir lassen uns nicht einschüchtern! Bis zur nächsten Terrorrwarnung...
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de