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Neues aus Bad Frankenhausen

Ehrung der „stillen“ Helfer

Donnerstag, 29. Juni 2017, 15:25 Uhr
In Bad Frankenhausen feierte die Freiwillige Feuerwehr ihr 125-jähriges Bestehen. Mit einer besonderen Ehrung befasst diese Leserzuschrift von Peter Zimmer...

Freiwillige Feuerwehren leben von dem ehrenamtlichen Engagement wie auch alle andren Vereine und ahnliche Gruppierungen. Und doch ist es bei der Freiwilligen Feuerwehr anders. Wer sich zu dieser Arbeit „verpflichtet“, ist sich bewusst, daß er/sie täglich zu jeder Tag- oder Nachtzeit, ob wochentags, sonntags oder Feiertag, ob bei Familienfeier oder andren Gelegenheit zum Einsatz gerufen wird.

Man muß „alles stehen und liegen lassen“ und eilt zum Dienst, sei es bei Bränden, Wasserfluten, Unfällen u.ä.

In verschieden Gegenden Deutschlands ist das anders geregelt. Wer sich nicht für einen Dienst bei der Feuerwehr aus den unterschiedlichsten Gründen entscheiden kann, muß eine jährliche „Feuerwehrabgabe bezahlen. In unserer Region ist dies ein Dienst völliger Freiwilligkeit. Man kann diese ehrenamtliche Tätigkeit nicht hoch genug einschätzen! Und dies ist anläßlich des Festempfangs der FFW Bad Frankenhausen erfolgt. Wie üblich wurden erst einmal mit recht Angehörige der FFW geehrt, Auszeichnungen überreicht und Titel verliehen – und das in aller Öffentlichkeit, wie Bürgermeister Strejc betonte. Es muß der Bevölkerung immer wieder bewusst werden, welche wichtige Funktion die FFW im kommunalen Gefüge hat, viele erinnern sich erst daran, wenn es sie selbst unmittelbar betrifft.

Deshalb gab es im Würdigungsreigen eine wunderschöne Besonderheit. Eine Arbeitsgruppe innerhalb der FFW Bad Frankenhausen hatte sich verschiedenes überlegt und die beste Idee war: es müssten auch einmal die „stillen Helfer im Hintergrund“ gewürdigt werden. Man ließ eine stabile größere Metallplakette (zum Anbringen an einem Gebäude) fertigen mit dem Text: „Förderer der Feuerwehr - ausgezeichnet durch den Bürgermeister der Stadt Bad Frankenhausen als Förderer der Feuerwehr Bad Frankenhausen“.

Es waren vorwiegend Gewerbetreibende, die diese erhielten, haben sie doch durch manchen Sponsorenbeitrag der FFW geholfen. Als letzte Person wurde Pastorin Steffi Wiegleb (Bendeleben) nach vorn gebeten. Stadtbrandmeister Jens Fischer würdigte sie in besonderer Weise. Sie kann nicht mit Geld helfen, aber sie gehört mit zur Gruppe der Notfallseelsorger (die sich nicht nur aus Pfarrern/Pastorinnen zusammensetzt).

Diese Menschen stehen der FFW zur Seite, wenn es um Menschenleben (meist mit tödlichem Ausgang) geht. Sie leisten ersten seelischen Beistand den Angehörigen, aber auch den unmittelbar beteiligten Mitgliedern der Feuerwehr. Von Pfarrern/Pastorinnen wird im Allgemeinen eine seelsorgerliche Begleitung erwartet (das gehört zu ihrem Berufsbild), aber Notfallseelsorge ist doch noch etwas mehr. Es ist von Pastorin Wiegleb bekannt, daß sie sich für diese Tätigkeit einer entsprechenden Weiterbildung unterzogen hat. Sie hat – wie die FFW – für die unmittelbare Notfallseelsorge – einen Piper („am Mann“), um immer erreichbar zu sein.

Natürlich gibt es aus dienstliche Momente, wo dies nicht möglich ist, dann werden andere Personen um Hilfe gebeten. Man konnte an den Worten von Stadtbrandmeister Fischer deutlich spüren, daß Pastorin Steffi Wiegleb in der Runde der FFW Bad Frankenhausen eine anerkannte Persönlichkeit ist, die für alle ein offenes Ohr und Herz hat.


P.S.: In dem Raum, in dem der Festakt stattfand, ist an der Stirnseite das Wappen der Feuerwehr in Form einer wunderbaren Schnitzarbeit angebracht – im oberen Teil steht das Motto. „Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr“ (ursprünglich hing es seit Ende des 19. Jahrhunderts in der Wagenhalle des alten Feuerwehrgebäudes neben dem Rathaus).

Text und Bilder: Peter Zimmer
Bad Frankenhausen
Autor: khh

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