Aus dem Vereinsleben
Monsieur Göthé – Goethes unbekannter Großvater
Dienstag, 01. August 2017, 10:29 Uhr
Umfangreiche Biografie des Dichter-Großvaters. Dazu diese Meldung des Heimatvereins Aratora...
Am vergangenen Freitag erschien mit Monsieur Göthé – Goethes unbekannter Großvater die erste umfängliche Lebensbeschreibung des Dichter-Ahnen aus Artern als 391. Band der renommierten Buchreihe Die andere Bibliothek in Berlin. Im Mittelpunkt des 480 Seiten umfassenden Werks steht Friedrich Georg Göthe (1657-1730), Sohn des Hufschmieds und Ratsherrn Hans Christian Göthe in der Harzstraße, der als Schneider seine Heimatstadt an der Unstrut verließ und ab 1705 Gasthalter des renommierten Weidenhofes in Frankfurt/Main wurde. Sein Enkel war hernach der Dichterfürst.
Foto: privat
Zu genealogischen und historischen Recherchen weilten die drei Autoren Prof. Heiner Boehncke (rechts), Autor und Literaturwissenschaftler, Hans Sarkowicz (Mitte), Leiter des Bereichs Kultur und Wissenschaft beim Hessischen Rundfunk, und Dr. Joachim Seng (links), Leiter der Bibliothek Freies Deutsches Hochstift (Goethe-Museum) in Frankfurt/M. bereits im Frühjahr 2016 auch in Artern. Gemeinsam mit Charlotte Loeschmann vom Stadtarchiv sowie Andreas Schmölling vom Heimatverein Aratora wurden sämtliche vorhandenen Primär- und Sekundärunterlagen über die Familie Göthe in Artern bzw. relevante Akten aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts für Recherchen zugänglich gemacht, respektive im Nachgang zugesandt. Darüber hinaus weilten die Verfassern auch an anderen Orten unserer Heimat mit Goethe-Bezug, so in Kannawurf, dem Ort der Taufe von Friedrich Georg Göthe.
Der Verlag teilt über die Neuerscheinung mit:
Am 6. September 1657 wurde im thüringischen Dorf Kannawurf Friedrich Georg Göthe getauft. Der Sohn eines Hufschmieds blieb nicht in Thüringen und wurde, anders als vier seiner Brüder, auch nicht Schmied. Friedrich Georg lernte das Schneiderhandwerk und suchte sein Glück als wandernder Geselle in der Seidenstadt Lyon, wo er die neueste Mode und die besten Stoffe fand. Damit die Franzosen sein »E« nicht verschluckten, setzte er einen Akzent darauf und nannte sich fortan Göthé. Nach der Aufhebung des Edikts von Nantes durch Ludwig XIV. musste der Protestant Frankreich verlassen und kam über Paris nach Frankfurt am Main, wo er die Tochter eines Schneidermeisters heiratete und zu einem der wohlhabendsten Bürger Frankfurts wurde. Das vererbte Vermögen reichte auch für den Enkel Johann Wolfgang, der davon ein gutes Leben als Student führen konnte.
Von ihm, dem Seidenschneider und Aufsteiger Göthé wollte er aber nicht abstammen. Allen Enkelstolz übertrug er auf die Textor-, die mütterliche Linie. Die maßgeblichen Biographen machten die Verdunkelung der väterlichen Seite mit. In nachgetragener Gerechtigkeit beleuchtet das Autorentrio Boehncke, Sarkowicz und Seng einen großen Unbekannten seines Stammbaums und fördert schöne Geschichten aus dem Leben des umtriebigen Schneidermeisters Göthé ans Licht, dessen Gerissenheit seinem Enkel den Weg zum Klassiker ebnete."
Die Göthé-Biografie erscheint in Originalausgabe, nummeriert und limitiert, illustriert mit zahlreichen Abbildungen, schneiderfaden-gestanzter Buchschlaufe und rot schillerndem Bezug. Das Buch kann mit ISBN 9783847703914 bestellt werden, es kostet 42,00 Euro.
Andreas Schmölling
Heimatverein Aratora
Autor: khhAm vergangenen Freitag erschien mit Monsieur Göthé – Goethes unbekannter Großvater die erste umfängliche Lebensbeschreibung des Dichter-Ahnen aus Artern als 391. Band der renommierten Buchreihe Die andere Bibliothek in Berlin. Im Mittelpunkt des 480 Seiten umfassenden Werks steht Friedrich Georg Göthe (1657-1730), Sohn des Hufschmieds und Ratsherrn Hans Christian Göthe in der Harzstraße, der als Schneider seine Heimatstadt an der Unstrut verließ und ab 1705 Gasthalter des renommierten Weidenhofes in Frankfurt/Main wurde. Sein Enkel war hernach der Dichterfürst.
Foto: privat
Zu genealogischen und historischen Recherchen weilten die drei Autoren Prof. Heiner Boehncke (rechts), Autor und Literaturwissenschaftler, Hans Sarkowicz (Mitte), Leiter des Bereichs Kultur und Wissenschaft beim Hessischen Rundfunk, und Dr. Joachim Seng (links), Leiter der Bibliothek Freies Deutsches Hochstift (Goethe-Museum) in Frankfurt/M. bereits im Frühjahr 2016 auch in Artern. Gemeinsam mit Charlotte Loeschmann vom Stadtarchiv sowie Andreas Schmölling vom Heimatverein Aratora wurden sämtliche vorhandenen Primär- und Sekundärunterlagen über die Familie Göthe in Artern bzw. relevante Akten aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts für Recherchen zugänglich gemacht, respektive im Nachgang zugesandt. Darüber hinaus weilten die Verfassern auch an anderen Orten unserer Heimat mit Goethe-Bezug, so in Kannawurf, dem Ort der Taufe von Friedrich Georg Göthe.
Der Verlag teilt über die Neuerscheinung mit:
Am 6. September 1657 wurde im thüringischen Dorf Kannawurf Friedrich Georg Göthe getauft. Der Sohn eines Hufschmieds blieb nicht in Thüringen und wurde, anders als vier seiner Brüder, auch nicht Schmied. Friedrich Georg lernte das Schneiderhandwerk und suchte sein Glück als wandernder Geselle in der Seidenstadt Lyon, wo er die neueste Mode und die besten Stoffe fand. Damit die Franzosen sein »E« nicht verschluckten, setzte er einen Akzent darauf und nannte sich fortan Göthé. Nach der Aufhebung des Edikts von Nantes durch Ludwig XIV. musste der Protestant Frankreich verlassen und kam über Paris nach Frankfurt am Main, wo er die Tochter eines Schneidermeisters heiratete und zu einem der wohlhabendsten Bürger Frankfurts wurde. Das vererbte Vermögen reichte auch für den Enkel Johann Wolfgang, der davon ein gutes Leben als Student führen konnte.
Von ihm, dem Seidenschneider und Aufsteiger Göthé wollte er aber nicht abstammen. Allen Enkelstolz übertrug er auf die Textor-, die mütterliche Linie. Die maßgeblichen Biographen machten die Verdunkelung der väterlichen Seite mit. In nachgetragener Gerechtigkeit beleuchtet das Autorentrio Boehncke, Sarkowicz und Seng einen großen Unbekannten seines Stammbaums und fördert schöne Geschichten aus dem Leben des umtriebigen Schneidermeisters Göthé ans Licht, dessen Gerissenheit seinem Enkel den Weg zum Klassiker ebnete."
Die Göthé-Biografie erscheint in Originalausgabe, nummeriert und limitiert, illustriert mit zahlreichen Abbildungen, schneiderfaden-gestanzter Buchschlaufe und rot schillerndem Bezug. Das Buch kann mit ISBN 9783847703914 bestellt werden, es kostet 42,00 Euro.
Andreas Schmölling
Heimatverein Aratora

