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Umweltministerin positioniert sich

Keine Angst vor der Waldwildnis Possen haben

Donnerstag, 03. August 2017, 18:30 Uhr
Nach der Waldbegehung gestern auf dem Possen, gab es gestern noch eine Presskonferenz mit den Hauptakteuren. Es ging um Waldnutzung und Tourismusförderung...

Die bündnisgrünen Landtagsabgeordneten Babett Pfefferlein (mit Wahlkreis im Kyffhäuserkreis) und Roberto Kobelt (umweltpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) hatten die Presskonferenz eröffnet. Als Sondershäuserin hatte sie bei früheren Waldspaziergängen und auch beim Blick vom Balkon festgestellt, dass der Possenwald immer lichter wird und vermutet, das zu viel Holz entnommen wird.

Kobelt machte klar, dass in Thüringen bereits 18.000 ha klar sind, die aus der Waldnutzung genommen werden. Er erwartet aber, dass im Possengebiet mindestens 1.000 ha aus der Nutzung gehen, mehr wäre besser.

Keine Angst vor der Waldwildnis Possen haben (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Keine Angst vor der Waldwildnis Possen haben (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Dr. Burkhard Vogel, Babett Pfefferlein und Roberto Kobelt, Thüringens Umweltministerin Anja Siegsmund und Andreas Kieling (v.l.n.r.)

Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ergriff dann das Wort. Sie stellte fest, die Umgestaltung des Possens muss Gemeinwohl orientiert werden. Als Problem nannte sie, es gibt kaum touristische Infrastruktur!

Sie räumte mit einigen Gerüchten und Ängsten auf. Man darf auch bei Waldwildnis noch in den Wald zu jeder Zeit und auch Blumen pflücken oder mit Hund spazieren gehen.
Wege werden erhalten, auch wenn vielleicht nicht alle. Es wird in dieses Hinsicht auch Unterstützung durch ThüringenForst geben.
Sie ließ aber offen, welche Flächengröße wirklich aus der Nutzung genommen werden soll.

Ziel: Intakte Natur soll gezeigt werden. Sie verwies auf den bundesweite Waldwildnisfonds, der geschaffen werden soll. Die Mittel dafür sind vorgesehen. Hier Anja Siegesmund in einem Statement:
https://youtu.be/0JqlsvM_CAI

Die Abenteuer liegen vor unser Hausür, so der bekannte Tier- und Naturfilmer Deutschlands Andreas Kieling. Er sieht die Umgestaltung zu einer Waldwildnis als große Chance eine intakte Natur zu präsentieren. Dazu führte er aus:
https://youtu.be/avAThlm_NJI

Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen, machte nochmals eindeutig klar, er will die 2.500 ha Waldfläche des Possenwaldes aus der Nutzung nehmen lassen. Er führte aus:
https://youtu.be/_Wk52vbfamc

Damit endete die Pressekonferenz.
Aber es gibt Anmerkungen zum gestrigen Tag. Schade ist, das kein Vertreter von ThüringenForst an der Pressekonferenz teilnahm. Wollte man nicht oder war man nicht mit eingeladen, denn es geht um deren Arbeitsplätze.

Siegesmund erklärte, nach der Sommerpause wolle man das Problem in der Koalition angehen. Aufgefallen war kn, dass kein Koalitionspartner (Die Linke/SPD) einen Vertreter zur Waldbegehung entsendet hatte.

Das ist bedauerlich, denn die Landtagsmitglieder müssen ja entscheiden, ob und welche Flächen aus der Waldnutzung genommen werden sollen. Das ist umso problematischer, denn obwohl es dabei um etliche Millionen Euro Nutzungsausfall geben könnte, gibt es derzeit keine externe unabhängige Stellungnahme von Sachverständigen, die bescheinigen, dass der Possenwald für die nächsten mehreren Jahrhunderte allein regenerationsfähig ist, mit Blick auf die zu erwartende Klimaerwärmung.

Weitere Berichte von der Waldbegehung:
Waldbegehung mit Siegesmund und Kieling
und
Teils kontrovers im Possenwald unterwegs
Autor: khh

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