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Köhlertage an der Arche Nebra

Vom Holz zur Kohle

Freitag, 01. September 2017, 16:00 Uhr
Das Kupfer der Himmelsscheibe von Nebra kam aus dem Ostalpenraum. Die aktuelle Sonderschau in der Arche Nebra „Aus der Tiefe geboren – die Himmelsscheibe von Nebra“ zeigt, dass im Salzburger Land bereits vor über 3.000 Jahren in großem Stil Kupferbergbau betrieben wurde...


Für Bergbau und Verhüttung benötigte man große Mengen Holz – zum einen für den Bau der Bergwerke selbst, zum anderen für die Produktion von Holzkohle, ohne die die Kupferverhüttung nicht möglich gewesen wäre. Aus diesem Grund widmet sich das Besucherzentrum am Fundort der Himmelsscheibe ab Ende August intensiv dem Thema Holzkohle.

In Zusammenarbeit mit dem Harzer Köhlerverein entsteht vor der Arche Nebra ein kleiner Holzkohlenmeiler. Fast eine Woche lang wird er gekohlt, bis am Ende dann die exklusive „Arche-Nebra-Holzkohle“ geerntet werden kann. Ergänzend dazu gibt es Schulklassenangebote, Vorträge und Aktivangebote für Kinder.

„Gut Brand!“ – mit diesem Ausspruch sind die Köhlertage an der Arche Nebra überschrieben. Fast eine Woche lang – noch bis zum 3. September 2017 – dreht sich alles um die traditionelle Herstellung von Holzkohle. Als Experte ist Köhler Hartmut Thienen vom Harzer Köhlerverein vor Ort. Er baut einen Meiler mit Buchenholz vor der Arche Nebra auf. Der Bau eines Meilers ist schon eine Kunst für sich. Zuerst wird das Buchenholz sorgfältig aufgeschichtet, danach mit Schichten von Gras, Moos und Erde (Stibbe) bedeckt, so dass der Meiler praktisch luftdicht verschlossen ist.

Die für den Verbrennungsvorgang nötige Sauerstoffmenge gelangt durch extra angelegte Lüftungskanäle ins Innere des Meilers. Sobald der Meiler entzündet ist, braucht er ständige Betreuung und Überwachung. Der Köhler bleibt deshalb die ganze Zeit über in der Nähe seines Meilers und übernachtet auch dort. In den folgenden Tagen wird dem Holz die gesamte Feuchtigkeit entzogen und gasförmige Reaktionsprodukte verbrennen. Am Ende steht dann die energiereiche pechschwarze Holzkohle. Es steckt also eine Menge Arbeit in einem Stück Holzkohle nach historischer Produktionsweise.

Schauköhler Hartmut Thienen freut sich während der sechs Tage auf zahlreiche Besucher und beantwortet alle Fragen rund um die Köhlerei. Besonders gern köhlert er übrigens für Kinder. Denn er hat viel zu erzählen von den „Schwarzen Männern“ und ihrem „Schwarzen Gold“.

Es gibt zahlreiche Angebote für Schulklasse, Kinder und natürlich auch einen Familientag. Bei diesen Veranstaltungen gibt es Einblick in die Herstellung von Holzkohle und den Verhüttungsprozess in der Bronzezeit. Des Weiteren gibt es zahlreiche Vorträge.

Die Köhlertage im Überblick:

Dauer: 29. August bis 3. September 2017

Aufbau des Meilers, Entzünden, Bewachen, Ernten
Genauere Zeiten können sicherlich ca. eine Woche vor den Köhlertagen noch mitgeteilt werden.

Währenddessen: Schulklassenprogramme sowie individuelle Besuche möglich

Sonntag, 3. September 2017:

10–16 Uhr: Aktivangebot „Nagelschmiede

Köhler Hartmut Thienen ist vom 29. August bis 3. September durchgängig vor Ort. Die Besichtigung des Meilers ist kostenlos. Die Vorträge des Thementages am Sonnabend, 2. September, kosten jeweils 4,00 €. Für die Aktivangebote „Perlenwerkstatt“ am 2. September und „Nagelschmiede“ am 3. September wird jeweils ein Unkostenbeitrag von 5,00 € pro Teilnehmer erhoben. Eine Anmeldung ist erforderlich. Information und Anmeldung unter T: 034461-25520.

Die Sonderschau „Aus der Tiefe geboren – Die Himmelsscheibe von Nebra“ ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Öffentliche Führungen durch die Sonderschau werden an den Wochenenden jeweils um 14 Uhr angeboten. Führungen durch die Dauerpräsentation finden jeweils um 12 Uhr und um 13 Uhr statt. www.himmelsscheibe-erleben.de
Autor: red

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