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Südharz-Klinikum

Klinikum gründet Beckenbodenzentrum

Donnerstag, 28. September 2017, 14:09 Uhr
Erkrankungen im Beckenboden sind in der Bevölkerung immer noch ein Tabu-Thema. Man redet nicht gern, oftmals werden die ersten Anzeichen als altersbedingt abgetan, wirken sich jedoch negativ auf die Lebensqualität der Betroffenen aus. Um die ersten Symptome der Krankheiten erfolgreich therapieren zu können, wird ab dem 1. Oktober im Südharz Klinikum ein Beckenbodenzentrum ins Leben gerufen...

Cornelia Spangenberg hat wegen einer Erkrankung im Beckenboden Anfang dieses Jahres einen Aufenthalt im Nordhäuser Südharz Klinikum hinter sich. Sie ist des Lobes voll.

Sowohl die Ärzte als auch das Pflegepersonal hätten sich fachlich und menschlich ihrer Erkrankung angenommen und erfolgreich therapiert. „Ich möchte mich an dieser Stelle herzlich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bedanken und kann Menschen, die von einer Erkrankung im Beckenboden betroffen sind, nur raten, rechtzeitig einen Arzt aufzusuchen”, so die Nordhäuserin. Seit der Geburt ihrer jüngsten Tochter vor 32 Jahren sei sie nicht mehr in einem Krankenhaus gewesen. Sie könne deshalb auch nicht vergleichen, aber Frau Spangenberg kann beurteilen. „Es ist die Gesamtheit von Vorbereitung, eigentlicher Therapie bis hin zur Nachsorge, die immer noch aktuell ist, die vielleicht den Erfolg des Eingriffs möglich gemacht habe.”

Erkrankungen des Beckenbodens, vor allem das ungewollte Verlieren von Urin oder eine Stuhlgangentleerungsstörung, wirken sich bei den Betroffenen negativ auf die Lebensqualität aus.

Um die ersten Symptome der Krankheiten erfolgreich therapieren zu können, wird ab dem 1. Oktober im Südharz Klinikum ein Beckenbodenzentrum ins Leben gerufen. Maßgeblich beteiligt sind hierbei die Kliniken der Gynäkologie, der Allgemein- und Viszeralchirurgie und der Urologie, flankiert und ergänzt werden sie vom Zentrum für Rehabilitation und Physiotherapie sowie auch der Ernährungsberatung.

Ähnlich wie die anderen Zentren des Südharz Klinikums arbeiten hier die Ärzte interdisziplinär zusammen. „Damit haben die Patienten einen einheitlichen Ansprechpartner und es können Mehrfach-OP´s vermieden werden. Gleichzeitig gehen damit eine Steigerung der Qualität der Arbeit und der Patientenzufriedenheit einher”, konstatiert der Medizinische Geschäftsführer des Klinikums, Dr. Matthias Brucke.

Nach der Aufnahme des Patienten beschäftigt sich eine sogenannte Fallkonferenz mit der optimalen Therapie des Patienten oder der Patientin. Daran nehmen Ärzte der beteiligten Kliniken teil und legen einen Plan fest. Favorisiert werden dabei die konservativen Therapieansätze, aber nicht immer kann damit der gewollte Erfolg erzielt werden. Eine Operation wird notwendig. „Unser Haus bietet aufgrund seiner Größe alle notwendigen Fachgebiete, die bis hin zur individuellen Nachsorge reichen. Wir werden mit der Gründung des Zentrums auch eine einheitliche Telefonnummer sowie eine Mailadresse einrichten, über die die Patienten den direkten Kontakt finden”, sagt Chefarzt Dr. Brucke.

Geplant ist darüber hinaus eine Zertifizierung des Beckenbodenzentrums, mit dem alle Beteiligten die Qualität ihrer Arbeit bestätigt bekommen und Cornelia Spangenberg kann das Südharz Klinikum - sollte es notwendig sein - jedem nur weiterempfehlen.
Autor: red

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