Zweite Auflage
Nachtführung mit ungeahnter Resonanz
Dienstag, 07. November 2017, 06:47 Uhr
Am vergangenen Samstagabend war es wieder soweit, der ehrenamtliche Heimatforscher Eric Schramm begrüßte zu seiner zweiten geschichtlichen Nachtführung fast 60 Einwohner von Etzleben und Gorsleben im Alter von von 3 bis 83 Jahren...
Diesmal ging es von der Neuen Lossabrücke in Richtung Büchel mit dem Ziel der Ruinen der Werthmühle. Diese ehemalige Enklave von Etzleben, die ihr Wasser aus der Unstrut bezog, während der Unstrutregulierung 1969 stillgelegt wurde, verfiel und dann als Baumaterialspender für viele Einwohner diente, war auch das erste Rechercheziel des Hobbyforschers.
Diese malerisch- gespenstische grüne Oase inmitten von Feldern, etwa einen Kilometer westlich von Etzleben, inspirierte Eric Schramm so, dass er nun schon über drei Jahre fast jede freie Minute in Archiven, Katasterämten, Kirchen, Museen und vor allem bei Zeitzeugen der Region verbrachte.
Den Namen hatte die Mühle vermutlich von ihrer Lage auf einer Flussinsel, dem Werder. Im Jahre 1348 wurde die Mühle zum ersten Male urkundlich erwähnt, aber man kann davon ausgehen, dass sie bedeutend älter ist. Im Laufe der langen Geschichte wechselten die Besitzer häufig. Im Jahre 1829 wurde die Werthmühle zur bedeutendsten regionalen Öl- und Getreidemühle. 1907 gelangte sie in den Besitz der Familie Rosenblatt.
Und Hermann Rosenblatt ließ die Mühle 1910 auf den modernsten Stand der Technik versetzen, die bis zum letzten Arbeitstag, dank der guten Pflege durch den letzten Werth- Müller Ernst Rosenblatt fehlerfrei funktionierte.
Nun stehen nur noch Mauerreste und Fundamente von dem Wohn- und Turbinenhaus, die vermoosten Treppen in die Kellergewölbe wären eine gute Kulisse für jeden Gruselfilm und von der Ölmühle ist überhaupt nichts mehr zu sehen. Dafür hat die Natur ihr Recht mit Macht zurückgefordert. Riesige Bäume, undurchdringliche Hecken und froschreiche Tümpel- ein Biotop und Abenteuerspielplatz auf 3000 qm.
Während der Wanderung zur Mühle klärte Herr Schramm die aufmerksamen Zuhörer über die eigenartigen Flurnamen auf. So lagerten zum Beispiel auf der Kriegswiese 1757 etwa 2000 Mann französisches Fußvolk. Die Offiziere wurden in die 60 Haushalte des Dorfes einquartiert. Nach dem Abzug der Truppe blieb nicht einmal eine Brotkrume für die Mäuse zurück.
Nach über einer Stunde erreichte der leuchtende Lindwurm die Werthmühle. Aber hier war die Wanderung nicht zu Ende. Der Bürgermeister Michael Boldt hatte schon eine Überraschung angekündigt, aber der Anblick des in lodernde Fackeln gefassten Festplatzes, mit Tischen und Bänken um eine kleine Feuerstelle aufgestellt, ließ sofort Lagerfeuerromantik aufkommen. Dank des Engagements der Freiwilligen Feuerwehr und des Feuerwehrvereins von Etzleben wurde es allen Besuchern des 1. Etzlebener Nachtwerthmühlenfestes schnell warm ums Herz und bei Glühwein und Bratwurst sprudelten bei den Besuchern nur so die Geschichten über ihre ganz persönlichen Erfahrungen über diesem mystischem Ort aus ihnen heraus.
Natürlich war es auch schon wieder beschlossene Sache, dass es auch im nächsten Herbst eine Geschichtswanderung rund um Etzleben geben wird. Wohin? Das bleibt noch lange ein Geheimnis des Heimatforschers Eric Schramm.
Peter Keßler
Autor: redDiesmal ging es von der Neuen Lossabrücke in Richtung Büchel mit dem Ziel der Ruinen der Werthmühle. Diese ehemalige Enklave von Etzleben, die ihr Wasser aus der Unstrut bezog, während der Unstrutregulierung 1969 stillgelegt wurde, verfiel und dann als Baumaterialspender für viele Einwohner diente, war auch das erste Rechercheziel des Hobbyforschers.
Diese malerisch- gespenstische grüne Oase inmitten von Feldern, etwa einen Kilometer westlich von Etzleben, inspirierte Eric Schramm so, dass er nun schon über drei Jahre fast jede freie Minute in Archiven, Katasterämten, Kirchen, Museen und vor allem bei Zeitzeugen der Region verbrachte.
Den Namen hatte die Mühle vermutlich von ihrer Lage auf einer Flussinsel, dem Werder. Im Jahre 1348 wurde die Mühle zum ersten Male urkundlich erwähnt, aber man kann davon ausgehen, dass sie bedeutend älter ist. Im Laufe der langen Geschichte wechselten die Besitzer häufig. Im Jahre 1829 wurde die Werthmühle zur bedeutendsten regionalen Öl- und Getreidemühle. 1907 gelangte sie in den Besitz der Familie Rosenblatt.
Und Hermann Rosenblatt ließ die Mühle 1910 auf den modernsten Stand der Technik versetzen, die bis zum letzten Arbeitstag, dank der guten Pflege durch den letzten Werth- Müller Ernst Rosenblatt fehlerfrei funktionierte.
Nun stehen nur noch Mauerreste und Fundamente von dem Wohn- und Turbinenhaus, die vermoosten Treppen in die Kellergewölbe wären eine gute Kulisse für jeden Gruselfilm und von der Ölmühle ist überhaupt nichts mehr zu sehen. Dafür hat die Natur ihr Recht mit Macht zurückgefordert. Riesige Bäume, undurchdringliche Hecken und froschreiche Tümpel- ein Biotop und Abenteuerspielplatz auf 3000 qm.
Während der Wanderung zur Mühle klärte Herr Schramm die aufmerksamen Zuhörer über die eigenartigen Flurnamen auf. So lagerten zum Beispiel auf der Kriegswiese 1757 etwa 2000 Mann französisches Fußvolk. Die Offiziere wurden in die 60 Haushalte des Dorfes einquartiert. Nach dem Abzug der Truppe blieb nicht einmal eine Brotkrume für die Mäuse zurück.
Nach über einer Stunde erreichte der leuchtende Lindwurm die Werthmühle. Aber hier war die Wanderung nicht zu Ende. Der Bürgermeister Michael Boldt hatte schon eine Überraschung angekündigt, aber der Anblick des in lodernde Fackeln gefassten Festplatzes, mit Tischen und Bänken um eine kleine Feuerstelle aufgestellt, ließ sofort Lagerfeuerromantik aufkommen. Dank des Engagements der Freiwilligen Feuerwehr und des Feuerwehrvereins von Etzleben wurde es allen Besuchern des 1. Etzlebener Nachtwerthmühlenfestes schnell warm ums Herz und bei Glühwein und Bratwurst sprudelten bei den Besuchern nur so die Geschichten über ihre ganz persönlichen Erfahrungen über diesem mystischem Ort aus ihnen heraus.
Natürlich war es auch schon wieder beschlossene Sache, dass es auch im nächsten Herbst eine Geschichtswanderung rund um Etzleben geben wird. Wohin? Das bleibt noch lange ein Geheimnis des Heimatforschers Eric Schramm.
Peter Keßler








