kyffhaeuser-nachrichten.de
Waldwildnis Possen

Weihnachtsfriede rund um den Possen

Montag, 18. Dezember 2017, 14:52 Uhr
Zur Vereinbarung zwischen dem Thüringer Umwelt- und dem Landwirtschaftsministerium zum Nutzungsverzicht auf 5% der Thüringer Waldflächen hatte es am Vormittag eine Presskonferenz mit der
Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund (Bündnis 90 / Die Grünen) gegeben.

Eingeladen zu diesem Pressetermin hatte Grünen Landtagsmitglied Babett Pfefferlein. Zuerst ging es an die frische Luft zu einem Gruppenfoto mit dem verschneiten Possen und dem Possenturm dieses fast einzigartigen Fachwerksturm.

Weihnachtsfriede rund um den Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Weihnachtsfriede rund um den Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Hintergrund für die Einladung war die obengenannte Vereinbarung vom 30. November 2017 mit welchem der Freistaat Thüringen einen großen Schritt hin zu mehr Umwelt- und Naturschutz machen will. Pfefferlein hofft damit ein Streit beigelegt wird, der gerade in Sondershausen zu teilweise heftigen Kontroversen geführt hat. Neben den politischen Parteien des Landtages gab es je eine Bürgerinitiative in Sondershausen für einen Waldwildnis auf dem Possen (Srecher Dirk Trute) und Dr. Heinz Scherzberg ("Statt Urwald – Kulturwald am Possen und Hainleite e.V.").

Pfefferlein dankte beiden Gruppierungen und dankte auch dem Landkreis und der Stadt Sondershausen zur konstruktiven Zusammenarbeit.

Weihnachtsfriede rund um den Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Weihnachtsfriede rund um den Possen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Roberto Kobelt, Babett Pfefferlein und Umweltministerin Anja Siegesmund

Siegesmund sprach gleich zur Sache Vereinbarung, es ist für mich auch ein persönliches Stück Weihnachtsfrieden. Sie verwies dabei auf die geführten Gesprächen gespräch mit den beiden Bürgerinitiativen aber auch auf die intensiven Gespräche mit Forstministerium (außer Mitarbeitern vom ThüringenForst, war allerdings heute kein Vertreter anwesend), dem Finanzministerium und dem Ministerpräsidenten. Ziel sei es gewesen den optimalen Weg zu finden.

Der Waldumbau am Possen von einem intensiv forstwirtschaftlich genutzten Wald hin zu einer nutzungsfreien Fläche soll von ThüringenForst begonnen und so sieht es die Vereinbarung vor - bis 2029 abgeschlossen sein.
Für ganz Thüringen sollen 26.187 Hektar aus der Nutzung genommen werden. Rund 295 Euro je Hektar wird ThüringenForst pro Jahr, für den Nutzungsausfall erhalten.

Nicht alle neuen Flächen die aus der Nutzung genommen werden, damit für Thüringen die 5 Prozent harauskommen liegen im Possenwald. Für den Possen werden
- 1.000 Hektar komplett aus der Nutzung genommen
- 500 ha sollen zusätzlich als Kulturwald rund um das Erholungsgebiet Possen ausgewiesen werden.

Auch ist jetzt für 2019 die Einrichtung einer Natura-2000-Station auf dem Possen in Aussicht gestellt worden, die bereits am 11.2019 eröffnet werden soll. Ziel sei es den Tourismus anzukurbeln und die ausgewiesenen Waldgebiete für die Bildung zu nutzen. Über die Vereinbarung hinaus will für diese Ziele die Umweltministerin weitere Mittel bereit stellen.

Die Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund rief deshalb zum gemeinsamen Gedankenaustausch auf. Auch die Bevölkerung soll mitgenommen werden. Die nächsten Schritte auf dem Weg zur Flächenstilllegung am Possen seien, bis 30.06.2018 die Flächen festzu zurren, die aus der Nutzung genommen werden sollen.

Landtagsmitglied Kobelt verwies darauf, dass die Angst vor Arbeitsplatzverlusten genommen wird. Die Belastung für ThüringenFost muss überschaubar sein und er hofft, dass das im Januar beim neuen Haushalt 2018 und 2019 überschaubar sein wird, und auch für die nächsten Jahre danach. Ähnlich äußerte sich Grünen Landtagsmitglied Stefanie Erben.

Landrätin Antje Hochwind (SPD) zeigte sich zufrieden über den gefundenen Kompromiss. Gute Ideen sein entstanden und Ziel muss es sein Tourismus und Umweltbildung zu verbinden. Das wäre ein großer Schritt. Sie kündigte die Mitarbeit des Kreis an.

Analog äußerte sich Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer. Ihm seien beide Aspekte wichtig, Holznutzung und Naturschutz. Die ursprünglich 2.500 ha Waldwildnis war zu groß angesetzt, so sein Hinweis zum Kompromiss. Der Dank von Kreyer ging auch an den Pächter des Possens, Familie Jahn, die sich aktiv einbringen. Kreyer sieht Entwicklungsmöglichkeiten und bat rechtzeitig über die Flächen Bescheid zu wissen, damit das Marketing starten kann.

Dirk Trute schaute nochmals kurz in die Vergangenheit als er sagte, die Arbeit von ThüringenForst war erst die Veranlassung die Bürgerinitiative ins Leben zu rufen. Er dankten den Grünen, dass sie sich für das Thema Waldwildnis eingesetzt haben. Er zeigte sich zufrieden über den Kompromiss und betonte, mit Dr. Scherzberg konnte man gur diskutieren. Abschließend gab es ein Weihnachtsgeschenk für die Ministerin.

Auch Dr. Scherzberg zeigte sich zufrieden, dass man eine Basis für die Zusammenarbeit gefunden haben. Im nächsten halben Jahr soll gut diskutiert werden, wie die Flächen festgelegt werden, denn ihn geht es auch um die Erhaltung der Orchideenstandort und zum Beispiel der Region um den Rohrteich.
Er regte an das Thema Blutbuche besser auszureizen beim Marketing und eventuell mit Schülerprojekten zu verbinden. Auch Dr. Scherzberg kam nicht mit leeren Händen. Er hatte für die Ministerin eine Einladung zum nächsten Fachvortrag (11. Januar - Prof. Ammern) sowie zwei Gläser, wie sie auch schon Bundesumweltministerin Hendrks erhalten hatten.

Auch Possenpächter Bernd Jahn zeigte sich zufrieden mit dem Kompriss. Analog äußerte sich Dr. Vogel vom BUND Thüringen. Der BUND will auch ein Angebot für die Region erarbeiten
Autor: khh

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de