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Bürger zur Bürgermeisterwahl Sondershausen
Dienstag, 30. Januar 2018, 19:12 Uhr
Wenn heute schon Bürgermeisterwahl wäre, wen würde ich wählen? Ein Zwischenstand. So der Leser Jürgen Müller. Hier der volle Wortlaut...
Ich würde erst einmal versuchen die aufgebotenen Bewerber und Bewerberinnen ohne Emotionen und sachlich strukturiert zu analysieren, um mir dann ein Urteil bilden zu können. Wer stünde den zum heutigen Datum tatsächlich zur Wahl?
1. Anne Bressem
Gab als erste der Bewerber ihre Kandidatur bekannt und tritt seither in hoher Frequenz sowohl in den sozialen Netzwerken, als auch in der lokalen Presse mit den unterschiedlichsten Themen an die potentielle Wählerschaft heran. Hat kein konkretes Wahlprogramm, möchte aus den eingeforderten Ideen der Bevölkerung einen Handlungsleitfaden entwickeln. Politisch bislang nur im und mit dem Orts- und Kreisverband der SPD in Erscheinung getreten. Versucht mit buntem Wahlkampf fehlende Bekanntheit in Sondershausen zu kompensieren.
Meine Meinung: Frau Bressem verkörpert für mich das typische Modell Businessfrau, die alle Probleme versucht mit taffer Ausstrahlung wegzulächeln. Mir fehlt der Glaube, dass sie es tatsächlich mit Sondershausen ernst meint und die Bürgermeisterstelle nicht nur in erster Linie als Karrieretrittbrett für höhere Ziele (Landtag, Bundestag) sieht.
Weiterhin fehlt mir bei ihr der Ansatz, wie sie sich konkret an die mühselige und langwierige Arbeit machen will. Bisher sind ihre Ausführungen zwar wohlklingend, aber doch sehr vage gehalten. Natürlich versucht auch sie, wie übrigens auch die anderen Kandidaten, auf das Thema Sicherheit aufzuspringen. Angeblich hat sie ja auch medienwirksam den Innenminister nach Sondershausen geholt.
Komisch nur, dass dieser an diesem Tag sowieso einen Besuch bei der Polizeiinspektion in Sondershausen hatte, der bereits langfristig geplant war. Solche Anekdoten machen diese Kandidatin für mich nicht glaubwürdiger.
Stand heute würde sie mein Wahlkreuz nicht bekommen.
2. Steffen Grimm
Der zweite der öffentlich seine Kandidatur verkündete, war der Polizist Steffen Grimm. Er gab anfänglich bekannt, dass er kein Wahlprogramm aufstellen werde und auf klassische Wahlkampfmittel wie Flyer und ähnliche Werbeträger verzichten werde. Grundaussage von ihm, es muss sich etwas ändern in Sondershausen und er tritt aus Verbundenheit zu seiner Stadt als Kandidat an. Wichtigste Aussage: parteilos und unabhängig. Mittlerweile gibt es von ihm einen Flyer, auf dem er seine Standpunkte in Kurzform präsentiert. Seine Parteilosigkeit und das Thema Sicherheit sind momentan seine Hauptargumente mit denen er um die Gunst der Wähler bittet.
Meine Meinung: Herr Grimm hat nicht zuletzt aufgrund seiner bisherigen beruflichen Tätigkeit bei der Polizei in Sondershausen einen hohen Bekanntheitsgrad. Außer seiner dienstlichen Tätigkeit ist er in der Vergangenheit öffentlich nicht in Erscheinung getreten. Ob seine Parteilosigkeit nun als positiv oder eher negativ zu werten ist, vermag ich im Moment noch nicht wirklich noch nicht bis zum Schluss einzuschätzen.
Unabhängigkeit würde ich ihm sofort attestieren, da er bislang weder mit Verwaltung noch mit Stadtrat stärker in Berührung gekommen ist. Ob nun der Verlust eines guten Polizisten, in einer ohnehin schon schwach besetzten Dienststelle in Sondershausen, höher zu bewerten ist, als der eventuelle Gewinn eines potentiellen neuen Bürgermeisters, auch diese Frage, kann ich zum heutigen Tage noch nicht beantworten. Was mir auch hier noch fehlt, sind konkretere Lösungsansätze für die angestrebte Tätigkeit. Heute würde Steffen Grimm meine Stimme vielleicht bekommen.
3. Stefan Schard
Der dritte Kandidat ist als Hauptamtsleiter seit vielen Jahren bekannt, stand aber bislang durchaus im Schatten eines Bürgermeisters, der das Rampenlicht liebt. Daher hat man als Bürger wenig in der Öffentlichkeit von Herrn Schard mitbekommen. Eine Nachbarin, die in der Stadtverwaltung tätig ist, beschrieb ihn als strengen Vorgesetzten, der aber trotzdem ein offenes Ohr für alle hätte. Viele Dinge mit denen Bürgermeister Kreyer im öffentlichen Verkehrsraum brillierte, stammen wohl aus der Feder Schard.
In seiner Person sehe ich durchaus den Vorteil, dass er durch seine Berufserfahrung den Posten eines Sondershäuser Bürgermeisters wohl am besten ausfüllen könnte. Gleichzeitig stelle ich mir aber auch die Frage, inwieweit sich der bisherige Alltag im Rathaus schon negativ auf Entschlossenheit und Vision für Sondershausen ausgewirkt hat. Hemmen gar schlechte Erfahrungen der vergangenen Jahre den Tatendrang oder gar den Mut Neues zu wagen? Andererseits sind Erfahrung und gute Kontakte in die Landespolitik auch nicht zu verachten, werden hier doch meistens auch die Weichen für die kommunale Ausstattung mit Finanzen und anderen Wohltaten gestellt.
Meine Meinung: Wenn Herr Schard sich aus dem Schatten und der Fessel der kreyerischen ich will es jedem Recht machen Maxime lösen kann und seine langjährigen Erfahrungen für einen mutigen Weg nutzt, wäre er auch für mich eine Option.
Stefan Schard würde meine Stimme heute vielleicht bekommen.
4. Sandro Bauer
Über den vorerst letzten Kandidaten Sandro Bauer, kann ich eigentlich nicht viel berichten. Bekannt ist er beruflich als Versicherungskaufmann der Allianz Versicherung. Ehrenamtlich engagiert er sich seit vielen Jahren im Katastrophenschutz des Roten Kreuzes. Kommunalpolitisch trat er bisher nicht in Erscheinung.
Auch er wirbt mit parteipolitischer Unabhängigkeit und hat ein erstes Statement zum Thema Sicherheit in Sondershausen abgegeben. Wahrscheinlich wird er sich in nächster Zeit noch konkreter zu seinen Zielen bezüglich des erstrebten Amtes äußern.
Meine Meinung: Herr Bauer muss sich mit seinen Ansichten, Zielen und Lösungsvorschlägen zur Stadt Sondershausen überhaupt erst einmal dem Wähler zuwenden, da mir hier bislang jeglicher Ansatz fehlt, warum ganz speziell er der Kandidat ist, den Sondershausen zum Bürgermeister wählen soll. Der heutige Tag würde ihm meine Stimme nicht bringen.
Fazit: Vier Kandidaten bieten eine erfreuliche Entscheidungsvielfalt für den interessierten Wähler. Momentan kristallisieren sich für mich zwei Bewerber als mehr potentiell geeignet heraus, als die anderen beiden. Natürlich kann sich das noch ändern. Wichtig für mich ist nicht parteipolitische Zugehörigkeit oder die Meinung zum Thema Sicherheit. Ich glaube, hier ist man sich kandidatenübergreifend einig, dass hier dringend Handlungsbedarf von Bund und Land besteht, damit die Kluft zwischen Bevölkerung und Politik nicht noch tiefer wird.
Wichtig ist für mich in der Hauptsache, wie stelle ich mir einen Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin im täglich Miteinander unserer Gemeinde vor. Ist die Person stark und kompetent genug in der Verwaltung Struktur und vor allem Bürgerfreundlichkeit durchzusetzen? Kann der Bewerber oder die Bewerberin Mehrheiten für ihre Projekte im Stadtrat erreichen? Sind Visionen für Sondershausen vorhanden? Ist der/die neue Bürgermeister/Bürgermeisterin wirklich daran interessiert unsere Stadt langfristig und nachhaltig in eine gute Zukunft zu führen oder ist der Posten nur Testballon oder Durchgangsposition?
Diese Zeilen bilden natürlich nur meine eigene Meinung ab. Sollte ich damit aber meine Mitbürger oder auch die Bürgermeisterkandidaten zu neuen oder anderen Denkimpulsen angeregt haben, wäre es mir eine persönliche Freude. Ich freue mich auf eine konstruktive, hoffentlich nicht populistische und vor allem spannende Bürgermeisterwahl im April diesen Jahres.
Jürgen Müller
Ich würde erst einmal versuchen die aufgebotenen Bewerber und Bewerberinnen ohne Emotionen und sachlich strukturiert zu analysieren, um mir dann ein Urteil bilden zu können. Wer stünde den zum heutigen Datum tatsächlich zur Wahl?
1. Anne Bressem
Gab als erste der Bewerber ihre Kandidatur bekannt und tritt seither in hoher Frequenz sowohl in den sozialen Netzwerken, als auch in der lokalen Presse mit den unterschiedlichsten Themen an die potentielle Wählerschaft heran. Hat kein konkretes Wahlprogramm, möchte aus den eingeforderten Ideen der Bevölkerung einen Handlungsleitfaden entwickeln. Politisch bislang nur im und mit dem Orts- und Kreisverband der SPD in Erscheinung getreten. Versucht mit buntem Wahlkampf fehlende Bekanntheit in Sondershausen zu kompensieren.
Meine Meinung: Frau Bressem verkörpert für mich das typische Modell Businessfrau, die alle Probleme versucht mit taffer Ausstrahlung wegzulächeln. Mir fehlt der Glaube, dass sie es tatsächlich mit Sondershausen ernst meint und die Bürgermeisterstelle nicht nur in erster Linie als Karrieretrittbrett für höhere Ziele (Landtag, Bundestag) sieht.
Weiterhin fehlt mir bei ihr der Ansatz, wie sie sich konkret an die mühselige und langwierige Arbeit machen will. Bisher sind ihre Ausführungen zwar wohlklingend, aber doch sehr vage gehalten. Natürlich versucht auch sie, wie übrigens auch die anderen Kandidaten, auf das Thema Sicherheit aufzuspringen. Angeblich hat sie ja auch medienwirksam den Innenminister nach Sondershausen geholt.
Komisch nur, dass dieser an diesem Tag sowieso einen Besuch bei der Polizeiinspektion in Sondershausen hatte, der bereits langfristig geplant war. Solche Anekdoten machen diese Kandidatin für mich nicht glaubwürdiger.
Stand heute würde sie mein Wahlkreuz nicht bekommen.
2. Steffen Grimm
Der zweite der öffentlich seine Kandidatur verkündete, war der Polizist Steffen Grimm. Er gab anfänglich bekannt, dass er kein Wahlprogramm aufstellen werde und auf klassische Wahlkampfmittel wie Flyer und ähnliche Werbeträger verzichten werde. Grundaussage von ihm, es muss sich etwas ändern in Sondershausen und er tritt aus Verbundenheit zu seiner Stadt als Kandidat an. Wichtigste Aussage: parteilos und unabhängig. Mittlerweile gibt es von ihm einen Flyer, auf dem er seine Standpunkte in Kurzform präsentiert. Seine Parteilosigkeit und das Thema Sicherheit sind momentan seine Hauptargumente mit denen er um die Gunst der Wähler bittet.
Meine Meinung: Herr Grimm hat nicht zuletzt aufgrund seiner bisherigen beruflichen Tätigkeit bei der Polizei in Sondershausen einen hohen Bekanntheitsgrad. Außer seiner dienstlichen Tätigkeit ist er in der Vergangenheit öffentlich nicht in Erscheinung getreten. Ob seine Parteilosigkeit nun als positiv oder eher negativ zu werten ist, vermag ich im Moment noch nicht wirklich noch nicht bis zum Schluss einzuschätzen.
Unabhängigkeit würde ich ihm sofort attestieren, da er bislang weder mit Verwaltung noch mit Stadtrat stärker in Berührung gekommen ist. Ob nun der Verlust eines guten Polizisten, in einer ohnehin schon schwach besetzten Dienststelle in Sondershausen, höher zu bewerten ist, als der eventuelle Gewinn eines potentiellen neuen Bürgermeisters, auch diese Frage, kann ich zum heutigen Tage noch nicht beantworten. Was mir auch hier noch fehlt, sind konkretere Lösungsansätze für die angestrebte Tätigkeit. Heute würde Steffen Grimm meine Stimme vielleicht bekommen.
3. Stefan Schard
Der dritte Kandidat ist als Hauptamtsleiter seit vielen Jahren bekannt, stand aber bislang durchaus im Schatten eines Bürgermeisters, der das Rampenlicht liebt. Daher hat man als Bürger wenig in der Öffentlichkeit von Herrn Schard mitbekommen. Eine Nachbarin, die in der Stadtverwaltung tätig ist, beschrieb ihn als strengen Vorgesetzten, der aber trotzdem ein offenes Ohr für alle hätte. Viele Dinge mit denen Bürgermeister Kreyer im öffentlichen Verkehrsraum brillierte, stammen wohl aus der Feder Schard.
In seiner Person sehe ich durchaus den Vorteil, dass er durch seine Berufserfahrung den Posten eines Sondershäuser Bürgermeisters wohl am besten ausfüllen könnte. Gleichzeitig stelle ich mir aber auch die Frage, inwieweit sich der bisherige Alltag im Rathaus schon negativ auf Entschlossenheit und Vision für Sondershausen ausgewirkt hat. Hemmen gar schlechte Erfahrungen der vergangenen Jahre den Tatendrang oder gar den Mut Neues zu wagen? Andererseits sind Erfahrung und gute Kontakte in die Landespolitik auch nicht zu verachten, werden hier doch meistens auch die Weichen für die kommunale Ausstattung mit Finanzen und anderen Wohltaten gestellt.
Meine Meinung: Wenn Herr Schard sich aus dem Schatten und der Fessel der kreyerischen ich will es jedem Recht machen Maxime lösen kann und seine langjährigen Erfahrungen für einen mutigen Weg nutzt, wäre er auch für mich eine Option.
Stefan Schard würde meine Stimme heute vielleicht bekommen.
4. Sandro Bauer
Über den vorerst letzten Kandidaten Sandro Bauer, kann ich eigentlich nicht viel berichten. Bekannt ist er beruflich als Versicherungskaufmann der Allianz Versicherung. Ehrenamtlich engagiert er sich seit vielen Jahren im Katastrophenschutz des Roten Kreuzes. Kommunalpolitisch trat er bisher nicht in Erscheinung.
Auch er wirbt mit parteipolitischer Unabhängigkeit und hat ein erstes Statement zum Thema Sicherheit in Sondershausen abgegeben. Wahrscheinlich wird er sich in nächster Zeit noch konkreter zu seinen Zielen bezüglich des erstrebten Amtes äußern.
Meine Meinung: Herr Bauer muss sich mit seinen Ansichten, Zielen und Lösungsvorschlägen zur Stadt Sondershausen überhaupt erst einmal dem Wähler zuwenden, da mir hier bislang jeglicher Ansatz fehlt, warum ganz speziell er der Kandidat ist, den Sondershausen zum Bürgermeister wählen soll. Der heutige Tag würde ihm meine Stimme nicht bringen.
Fazit: Vier Kandidaten bieten eine erfreuliche Entscheidungsvielfalt für den interessierten Wähler. Momentan kristallisieren sich für mich zwei Bewerber als mehr potentiell geeignet heraus, als die anderen beiden. Natürlich kann sich das noch ändern. Wichtig für mich ist nicht parteipolitische Zugehörigkeit oder die Meinung zum Thema Sicherheit. Ich glaube, hier ist man sich kandidatenübergreifend einig, dass hier dringend Handlungsbedarf von Bund und Land besteht, damit die Kluft zwischen Bevölkerung und Politik nicht noch tiefer wird.
Wichtig ist für mich in der Hauptsache, wie stelle ich mir einen Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin im täglich Miteinander unserer Gemeinde vor. Ist die Person stark und kompetent genug in der Verwaltung Struktur und vor allem Bürgerfreundlichkeit durchzusetzen? Kann der Bewerber oder die Bewerberin Mehrheiten für ihre Projekte im Stadtrat erreichen? Sind Visionen für Sondershausen vorhanden? Ist der/die neue Bürgermeister/Bürgermeisterin wirklich daran interessiert unsere Stadt langfristig und nachhaltig in eine gute Zukunft zu führen oder ist der Posten nur Testballon oder Durchgangsposition?
Diese Zeilen bilden natürlich nur meine eigene Meinung ab. Sollte ich damit aber meine Mitbürger oder auch die Bürgermeisterkandidaten zu neuen oder anderen Denkimpulsen angeregt haben, wäre es mir eine persönliche Freude. Ich freue mich auf eine konstruktive, hoffentlich nicht populistische und vor allem spannende Bürgermeisterwahl im April diesen Jahres.
Jürgen Müller
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: khhDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
