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Gedanken nach einer Fahrt zur Gedenkstätte Auschwitz

Donnerstag, 22. März 2018, 08:20 Uhr
Schüler der Staatlichen Gemeinschaftsschule Ebeleben hatten eine Exursion zur Gedenkstätte Auschwitz gemacht. Hier deren Bericht...

„Jedem Neuinhaftierten, egal ob Kind oder Erwachsenem, wurde die Häftlingsnummer auf den Unterarm tätowiert.“

nach diesen Worten von Waclaw Dlugoborski zeigte er uns seinen Unterarm, auf welchem seine Nummer deutlich zu sehen ist. Das Treffen mit dem Zeitzeugen, der die Gefangenschaft im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau überlebte, ist einer von vielen emotionalen und auch beschämenden Momenten, die wir mit Sicherheit nicht vergessen werden.

Als wir, Schüler der Staatlichen Gemeinschaftsschule Ebeleben, am 26.02.2018 zur Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz starteten, waren wir durch Treffen, Gespräche und Recherchen theoretisch gut vorbereitet auf die 5-tägige Gedenkstättenfahrt nach Polen. Die Konfrontation und der Anblick von Häftlingsutensilien, Berichte über das Morden oder die Besichtigung des Konzentrationslagers vor Ort sind jedoch kaum in Worte zu fassen.

Gedanken nach einer Fahrt zur Gedenkstätte Auschwitz (Foto: TGS Ebeleben) Gedanken nach einer Fahrt zur Gedenkstätte Auschwitz (Foto: TGS Ebeleben)

Die teilweise grauenvollen Bilder und Eindrücke waren Themen in den abendlichen Gesprächsrunden mit den Betreuern. Insbesondere der Anblick der Haare und der Babysachen von getöteten Häftlingen wurde immer wieder als besonders einprägend und emotional beschrieben. Das Wissen, dass die ausgestellten Gegenstände Menschen gehörten, die systematisch getötet wurden, löste bei den Teilnehmern nicht nur Trauer und Schock aus. Einige Mitschüler sprechen von einer unbändigen Wut, die sie gegenüber den Tätern empfinden. Und immer wieder stellen sie die Frage, wie so etwas geschehen konnte.

Als Kontrastprogramm wurden auch kulturelle Programmpunkte angeboten. Unvergessen bleiben sicherlich unsere Ausflüge bei -15 Grad auf die Burg Krakau oder der Besuch der Synagoge. So konnten wir das Gastgeberland sehr gut kennenlernen. Der Name „Auschwitz“ wird uns so nicht nur an die Grausamkeiten der NS-Zeit erinnern, sondern erinnert uns auch an die schönen Plätze und Orte und die dort herrschende Gastfreundlichkeit.

Die 5 Tage waren Tage voller Emotionen, wir bekamen viel Hintergrundwissen und nicht zuletzt war es auch eine tolle Gruppenreise mit Schülern unterschiedlicher Klassenstufen und Lehrern, die wir nie vergessen werden. Um diese Fahrt zu ermöglichen, insbesondere mit den Programmpunkten, erhielt die Schule Fördermittel der Bethe Stiftung und vom Land Thüringen. Vertretern der Stiftung, Mitschülern und Eltern werden unsere Eindrücke und die Programmpunkte zum diesjährigen Schulfest im Juni präsentiert.

Elisabeth Gaßmann & Nick Weimer Klasse 9b
Autor: khh

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