kyffhaeuser-nachrichten.de
Neues aus Sondershausen

Viel zu tun, auch für Historiker

Dienstag, 27. März 2018, 06:57 Uhr
Beim Entkernen des Rathauses von Sondershausen kommt so manche Überraschung zu Tage. Und manche Dinge, die man für historisch hielt sind gar nicht so alt. Gestern hatte kn die Gelegenheit sich mal im Rathaus umzuschauen...

Viel zu tun, auch für Historiker (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Viel zu tun, auch für Historiker (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Von Außen sieht es ja alles noch recht normal aus, sieht man davon ab, dass über vor dem Rathaus Fahrzeuge stehen, die Bauschutt abtransportieren.

Was an dem Rathaus seit dem 13. Jahrhundert so alles um- und ausgebaut wurde, erstaunte selbst Archtikt Carsten Schmidt von der AIG Sondershausen. Beim Entkernen des Rathauses kommt eine Überraschung nach der anderen aus.

Viel zu tun, auch für Historiker (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Viel zu tun, auch für Historiker (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

So historisch wie der Eingang hier aussieht, scheint er nicht zu sein, denn die Einfassung ist aus Ziegeln die noch kein so großes Alter haben, daneben aber Natursteine die wohl aus der Zeit des Baus stammen.

Viel zu tun, auch für Historiker (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Viel zu tun, auch für Historiker (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Auch ältere Schriften kamen zu Tage. Über dem Eingang zum Büro des Hauptamtsleiters stand früher mal "Kurverwaltung" und über der Eingangstür zum Büro des Bürgermeisters "Erster Bürgermeister". Was die obige Aufschrift bedeuten könnte, wird noch gerätselt. Hier will man Historiker befragen. Vielleicht findet sich etwas in den Unterlagen.

Viel zu tun, auch für Historiker (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Viel zu tun, auch für Historiker (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Vieles offenbart sich erst jetzt. Wenn man dachte, man stand vor einer festen Wand, dann zeigte sich, es war nur eine Wandverkleidung und dahinter verbargen sich Malereien. Die sollen von einem Nordhäuser Bühnenmaler und Ernst Schedensack aufgebracht worden sein.

Im großen Raum vor dem Ratssaal wurden hinter der Verkleidung auch noch Malereien gefunden, mit Darstellung des Wappens. Die sollen teils aus der Zeit von Carl Scheppig stammen, als damals der Ratssaal umgebaut worden war. Aber auch Auftragungen die wahrscheinlich aus der Zeit von 1935 stammen, als es damals Umbauten gab.

So stellte sich zum Beispiel heraus, dass ein Kamin nur eine Attrappe war (Bildergalerie) und keinen Schornsteinanschluss hatte. Es wurden Türen gefunden, die zugemauert worden waren und erst jetzt wieder entdeckt wurden. Es wurde auch ein ehemaliger Turm entdeckt, der praktisch nicht mehr zu erkennen ist, Bildergalerie. Er soll, ohne aus dem heraus zuragen wieder wirklich sichtbar gemacht werden.

Viel zu tun, auch für Historiker (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Viel zu tun, auch für Historiker (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Auch der Trausaal wird wesentlich größer und höher werden. Als Laie kann man sich das kaum vorstellen, wenn man hier ein Blick durch die Tür des ehemaligen Trausaal macht.

Alle Hinweise die kn bekam, kann man gar nicht verarbeiten. So wurden im Gemäuer Brandspuren eines früheren großen Brandes gefunden. Auch Glasscherben und Tonpfeifen aus früheren Zeiten wurden gefunden, die jetzt von Experten ausgewertet werden.

Zum Denkmaltag (September) will man den Besuchern etwas besonders bieten, so Carsten Schmidt. Durch den Eingang, siehe zweites Bild von oben, wird man schon mal einen Blick in den zukünftigen Trausaal werfen können, aber dazu müssen noch Wände und ein Decke weichen.

Der Umbau beschäftigt nicht nur Architekten und Bauleute, sondern auch Historiker, denn es kommt vieles an den Tag, was so verborgen geblieben wäre.
Autor: khh

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de