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Vor dem 40. Kyffhäuser- Berglauf in Bad Frankenhausen (3)

Samstag, 31. März 2018, 00:24 Uhr
Teil 3 eines Berichts um Namen, Fakten, Gegebenheiten, Begegnungen - Reminiszenzen eines Sportenthusiasten und Zeitzeugen...

Nur Idealisten und sportinfizierte bereitwillige Menschen sind in der Lage, eine Großveranstaltung wie den Kyffhäuser-Berglauf zum Erfolg zu führen.
Anfänglich half ein kleiner Stab von gleichgesinnten Mitarbeitern die umfangreichen Aufgaben zu lösen.
Welcher Art sind diese Aufgaben und welche sachbezogenen Kenntnisse sollte der Bereitwillige mitbringen? Was wird benötigt? Was ist zu tun?

Es sind geeignete Strecken auszuwählen, erfahrene Starter zu gewinnen, Protokollschreiber zu bestimmen, Streckenposten einzuteilen, Verpflegung für Sportler beschaffen, Verpflegungsstellen an der Strecke und im Zielbereich einrichten, Getränke für jede Wetterlage (Hitze oder Kälte) bereitstellen, Verkehrseinschränkungen beachten (Polizei, Feuerwehr), Straßenquerungen sichern, kompetente Moderatoren finden, Urkunden, Medaillen, Pokale und Erinnerungsgeschenke besorgen, Erste Hilfe absichern, Streckenfunk postieren, Öffentlichkeitsarbeit betreiben, Einladungen für prominente Gäste aussprechen, Sponsoren gewinnen.

Zum Stab des Ideengebers und seiner Familie gehörten anfänglich u.a. Fam. Dr. Puschmann, Fam. Heller, Fam. Marschner, dazu kamen Karl-Heinz Scheper, Peter Schmidt †, Kurt Vogel†, Horst Jakob†, Peter Burkl, Wolfgang Baudisch, Werner Schirmer†, Willi Drigalla u. andere.
Später wurden in die Verantwortlichkeiten staatliche und gesellschaftliche Organisationen und Einrichtungen zur Organisation des Berglaufes einbezogen.

Das Rathsfeld

Das damalige Pionierlager mit seiner Infrastruktur, vom Wald des Kyffhäusergebirges umgeben, bot geradezu ideale Gegebenheiten für eine Großveranstaltung wie den Kyffhäuser-Berglauf.
Hier wurden Start und Ziel für zunächst zwei Laufstrecken (24 km; 36 km) festgelegt. Das hier vorhandene Wegenetz lässt interessante und auch schöne Laufstrecken durch das Kyffhäusergebirge zu.

Der Anfang war gemacht. Der erste Kyffhäuser-Berglauf konnte gestartet werden.

Jeder Läufer(Läuferin) erhält am Ziel die absolute Laufzeit. Eine Altersklassenwertung (insgesamt 4 AK) erscheint im Wettkampfprotokoll.
Für den interessierten Leser seien an dieser Stelle aus dem Protokoll über den ersten Lauf Namen Frankenhäuser Sportler genannt:
Strecke 24 km: Paul Knolle; Dr. Reinhard Puschmann; Jochen Musche; Bernd Grünewald;
Bernd Mäder; Dr. Harald Strauch; Eberhard Petermann; Hans Dettmann; Hermann Horn;
Karl Heinz Erdmann.
Strecke 36 km: Gerhard Weide; Jürgen Ellerkamm.

Zuverlässige Unterstützung erhielten die Organisatoren durch eine Gruppe laufbegeisterter Sportler der Kurstadt, die sich als „Lauftreff“ zusammengefunden hatten und jeweils sonntags ab 9.00 Uhr gemeinsam trainierten.
Jürgen Ellerkamm, Dr. Reinhard Puschmann und Konrad Reinicke waren die Initiatoren der „Stadtparkläufer“. Diese Gruppierung ging später zur Sektion Leichtathletik der VSG 70 über.
Später wurde daraus der SV Kyffhäuser.

Die gesellschaftlichen Umwälzungen nach dem 9. November 1989 und die Auswirkungen auf den Kyffhäuser- Berglauf

Für die Sportler stand fest: Unser Berglauf muss weiter bestehen bleiben!!

Die staatlichen und die gesellschaftlichen Träger existierten nicht mehr. Allein die Sportler mussten das Heft des Handelns in die Hände nehmen.

Am 29. November 1990 wurde der Kyffhäuser- Berglauf Verein e.V. gegründet.
Dieses Gremium setzte sich wie folgt zusammen:
Dieter Steiger, 1.Vorsitzender, gleichzeitig auch Vorsitzender des Kreissportbundes Artern
Günter Stöckmann, Stellvertreter
Dr. Reinhard Puschmann
Frank Mauer
Volker Noa
Jürgen Mahn

Zur Sicherung organisatorischer Aufgaben wurden Arbeitsgruppen gebildet.
Zu den Vorstandsmitgliedern gesellten sich:
Lutz Behrend
Jürgen Ellerkamm
Klaus-Dieter Ende
Helmut Hochfeld
Peter Kave
Peter Möbius

Neue Wege mussten gefunden werden.

Die Kurstadt stand vor einer großen Herausforderung, denn inzwischen hatte sich die Zahl der Aktiven jährlich auf ca. 2500 eingependelt.
Der Bürgermeister (Karl- Josef Ringleb) und seine Mitarbeiter sicherten dem Veranstalter ihre Unterstützung zu.

Start- und Zielbereich waren fortan in das Stadtgebiet zu verlegen. Ganz in der Nähe von Schulen und Sporthallen wurde die Nutzung von Klassenräumen und sanitären Einrichtungen möglich. Örtliche Unternehmen bauten hier Tribünen und Podien auf (u.a. Geschwister-Scholl-Str.; Jahnstr.; Müldener-Str.; Anger; Wipperstadion).

Gern wurde auch das Hilfsangebot aus der damaligen noch NVA-Kaserne (Kommandeur Blümel; Sportoffizier Frank Mauer: Major Helmut Wiech) angenommen.
Im Zusammenhang mit dem Kommandeur- Wechsel von der NVA zur Bundeswehr (OL Harder) wurde ein Reservistenlauf der Bundeswehr in den Rahmen des Kyffhäuser- Berglaufes integriert. In guter Erinnerung sind für den Zeitzeugen der Auftritt eines zahlenmäßig großen Blasorchesters der Bundeswehr aus Baden-Würtemberg mit zündender Blasmusik sowie eine Gulaschkanone mit Erbsensuppe für alle geblieben.
Ansonsten blieben das dem Inhalt nach zwei verschiedene Veranstaltungen.

Nennenswert für eine Geschichte des Berglaufes ist die Arbeit des Kyffhäuser-Funkklub e.V.
Seit 1991 sind die 30 Funker des ersten eingetragenen Klubs dieser Art in Thüringen für den Berglauf im Einsatz. Sie sorgen für Meldungen zu den Organisatoren über den Rücktransport
verletzt ausgeschiedener Sportler und defekter Mountainbikes. Sie melden die Position des letzten Läufers auf der Strecke und sie künden das Schluss- Fahrzeug an.

Ein nennenswertes Ereignis ist die Vergabe eines von 8 Pokalläufen im Deutschen Leichtathletik- Verband, Sektion Berglauf, nach Bad Frankenhausen.
Am 12.Juni 1993 standen 89 Männer und Frauen an der Startlinie zum Kulpenberglauf.

Die Frauenwertung gewann keine geringere als die damals 17-jährige Kathi Wilhelm. Sie startete für den SC Steinbach-Hallenberg. Den Siegerpokal mit Urkunde und Blumenstrauß erhielt sie auf dem Siegerpodest vor dem Café am Fernsehturm.
Die einheimischen Starter bei diesem Lauf konnten in ihren Altersklassen ganz hervorragende Platzierungen verbuchen:
2. Plätze für Paul Knolle und Dr. Reinhard Puschmann
3. Plätze für Erik Fessel, Heinz Schneider und Helmut Schwarzkopf
Konrad Reinicke wurde 5. seiner Altersklasse.

Ende Teil 3
Fortsetzung folgt

Helmut Hochfeld
Zeitzeuge 40 Jahre Kyffhäuser-Berglauf
Autor: khh

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