Meldung aus der Wirtschaftswelt
Zu den Arbeitsmarktzahlen
Donnerstag, 29. März 2018, 12:02 Uhr
DGB: Weiterbildungsmöglichkeiten für Langzeitarbeitslose zügig ausbauen, so Reiner Sörgel
EVG/DGB gegenüber kn...
Anlässlich der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten in Thüringen für den Monat März fordert der DGB Hessen-Thüringen die zügige Umsetzung der im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung formulierten Vorhaben, eine ‚nationale Weiterbildungsstrategie‘ auf den Weg zu bringen und eine ‚neue Weiterbildungskultur‘ zu etablieren.
Die gute Lage am Arbeitsmarkt in Thüringen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir eine tiefe Spaltung am Arbeitsmarkt haben. Längst nicht alle Menschen haben Arbeit oder sehen sorgenfrei in die Zukunft, so Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen. Da kann Qualifizierung helfen, denn sie bringt mehr Sicherheit im Beruf. Hier müssen die Arbeitgeber mehr machen. Wir begrüßen daher die Pläne der neuen Bundesregierung, die Bundesagentur für Arbeit damit zu beauftragen, flächendeckend Weiterbildungsberatung anzubieten. Insbesondere angesichts der Herausforderungen der Digitalisierung ist es allerdings unverständlich, warum kein Rechtsanspruch auf Weiterbildung eingeführt werden soll.
Zudem sollen nach den Plänen der Bundesregierung für Langzeitarbeitslose in einem sogenannten Sozialen Arbeitsmarkt neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Dafür sollen vier Milliarden Euro bereitgestellt werden. Thüringen befindet sich mit der Schaffung eines sozialen Arbeitsmarktes bereits auf dem richtigen Weg, so Rudolph: Nun muss es darum gehen, das Landesprogramm mit der vorgeschlagenen Bundesinitiative zu verknüpfen, um dauerhaft Gute Arbeit zu schaffen. Dazu gehört eine sinnstiftende Tätigkeit mit einem ordentlichen Arbeitsvertrag und einem Lohn, der die Personen unabhängig von Hartz IV macht. Drittklassige Arbeitsverhältnisse wie zum Beispiel die Ein-Euro-Jobs wären dort der falsche Weg.
Hintergrundinformationen
Langzeitarbeitslose werden aus gewerkschaftlicher Sicht bisher nur unzureichend gefördert und haben somit schlechtere Chancen bei der Vermittlung in Gute Arbeit. Nur 0,7 Prozent aller Arbeitslosen in Thüringen erhalten im Hartz IV-Bezug eine Weiterbildung, die zu einem Berufsabschluss führt. Auch bei denjenigen Personen, die im Schutz der Arbeitslosenversicherung (SGB III) sind, sieht es mit 3,9 Prozent nicht viel besser aus.
Reiner Sörgel
EVG/DGB
Autor: khhEVG/DGB gegenüber kn...
Anlässlich der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten in Thüringen für den Monat März fordert der DGB Hessen-Thüringen die zügige Umsetzung der im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung formulierten Vorhaben, eine ‚nationale Weiterbildungsstrategie‘ auf den Weg zu bringen und eine ‚neue Weiterbildungskultur‘ zu etablieren.
Die gute Lage am Arbeitsmarkt in Thüringen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir eine tiefe Spaltung am Arbeitsmarkt haben. Längst nicht alle Menschen haben Arbeit oder sehen sorgenfrei in die Zukunft, so Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen. Da kann Qualifizierung helfen, denn sie bringt mehr Sicherheit im Beruf. Hier müssen die Arbeitgeber mehr machen. Wir begrüßen daher die Pläne der neuen Bundesregierung, die Bundesagentur für Arbeit damit zu beauftragen, flächendeckend Weiterbildungsberatung anzubieten. Insbesondere angesichts der Herausforderungen der Digitalisierung ist es allerdings unverständlich, warum kein Rechtsanspruch auf Weiterbildung eingeführt werden soll.
Zudem sollen nach den Plänen der Bundesregierung für Langzeitarbeitslose in einem sogenannten Sozialen Arbeitsmarkt neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Dafür sollen vier Milliarden Euro bereitgestellt werden. Thüringen befindet sich mit der Schaffung eines sozialen Arbeitsmarktes bereits auf dem richtigen Weg, so Rudolph: Nun muss es darum gehen, das Landesprogramm mit der vorgeschlagenen Bundesinitiative zu verknüpfen, um dauerhaft Gute Arbeit zu schaffen. Dazu gehört eine sinnstiftende Tätigkeit mit einem ordentlichen Arbeitsvertrag und einem Lohn, der die Personen unabhängig von Hartz IV macht. Drittklassige Arbeitsverhältnisse wie zum Beispiel die Ein-Euro-Jobs wären dort der falsche Weg.
Hintergrundinformationen
Langzeitarbeitslose werden aus gewerkschaftlicher Sicht bisher nur unzureichend gefördert und haben somit schlechtere Chancen bei der Vermittlung in Gute Arbeit. Nur 0,7 Prozent aller Arbeitslosen in Thüringen erhalten im Hartz IV-Bezug eine Weiterbildung, die zu einem Berufsabschluss führt. Auch bei denjenigen Personen, die im Schutz der Arbeitslosenversicherung (SGB III) sind, sieht es mit 3,9 Prozent nicht viel besser aus.
Reiner Sörgel
EVG/DGB
