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Kulinarisches Thüringen:

Klöße, Bratwurst und Spargel

Dienstag, 03. April 2018, 13:10 Uhr
Nur einfach durch Thüringen zu fahren, wäre schade. Denn hier im „grünen Herz“ in der geographischen Mitte Deutschlands haben nicht nur die Städte kulturell einiges zu bieten, sondern hier kann man auch kulinarisch so einiges an Köstlichkeiten entdecken...


Es gibt so vieles, was den Aufenthalt in Thüringen so besonders macht und die Besucher begeistert: Der Blick in die Ferne und in die Landschaft, wenn man die luftigen Höhen des Thüringer Waldes verlässt oder ein Ausflug in die Buchenwälder des Nationalparks Hainich. Auch das Wintersportzentrum Oberhof ist immer wieder ein Anziehungspunkt und ein wichtiger Ort für die Profi-Wintersportler.

Hier wurden schon viele internationale Turniere ausgetragen und um Siege gekämpft. Die sind besonders wichtig für alle Sportbegeisterten, die den einen oder anderen Tipp auf Sportevents abgeben. Auf sportwetten.org kann man sich über Wettarten, Quoten und Anbieter umfassend informieren.

Aber nicht nur Natur und Landschaft zieht die Menschen in die Region Thüringen. Es ist auch das Essen. Feinschmecker kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie die heimatverbundenen Landsleute. Die Thüringer Küche ist deftig, schmackhaft und hat für den Gaumen einige Köstlichkeiten zu bieten.

Klöße

Thüringens Nationalgericht sind die berühmten Kartoffelklöße. Sie wurden früher nur an Sonn- und Feiertagen verspeist und sind nicht nur wegen Geschmacks, sondern auch wegen ihrer Konsistenz beliebt – denn sie können sehr viel Soße aufnehmen.

Entstanden sind die Klöße in Zeiten der Not als teures Getreide angeboten wurde und es nur schlechte Ernten gab. Das machte die Hausfrauen im Thüringer Wald erfinderisch im Umgang mit Kartoffeln. Erst nachdem sie vergeblich versucht hatten, Brot aus Kartoffeln herzustellen, experimentierten sie mit rohen Kartoffeln. Einen Teil rieben sie, kochten weitere Kartoffeln zu Püree, stellten dann aus beiden Massen einen Teig her und formten eine Kugel, die sie kochten. Als diese ersten Klöße entstanden, hatte das 19. Jahrhundert gerade erst begonnen. Während die ersten Kartoffeln noch an die Tiere verfüttert wurden, wusste man spätestens ab diesem Zeitpunkt, dass die Kartoffel ein wertvolles und gutes Lebensmittel ist.

Der Name Kloß kommt aus dem althochdeutschen Wortschatz, wo man mit Kloz eine Kugel, Knolle oder Klumpen beschrieb. Kartoffelklöße waren in diesen Zeiten Anfang des 19. Jahrhunderts ein einfaches Arme-Leute-Essen. Heute sind sie selbst auf dem Speiseplan ausgezeichneter Restaurants und in Millionen von Haushalten kaum mehr wegzudenken.

Seit ewigen Zeiten wird darüber gestritten, wer denn nun die „echten“ Kartoffelklöße zubereitet. Denn die Zubereitung und Grundstoffe für die Klöße sind regional unterschiedlich. Serviert werden sie mit Braten und viel Soße und das klassische Sonntagsgericht sind Klöße mit Sauerbraten. Viele schwören aber auch auf die Rinderroulade oder Entenbrust mit Klößen und wenn einige Kartoffelklöße vom Essen übrig bleiben, werden sie in Scheiben geschnitten und goldgelb in der Pfanne gebraten.

Für die Thüringer Klöße hat man sogar in Heichelheim bei Weimar ein Museum gebaut, in dem es viel Neues, Kurioses und Besonderes rund um die Klöße zu entdecken gibt.

Das Geheimnis der großartigen beliebten Thüringer Klöße liegt aber am Teig. Er besteht aus einem Teil gekochtem Kartoffelpüree und zu zwei Teilen aus rohen geriebenen Kartoffeln. Natürlich gibt es in der Region Abwandlungen des Rezeptes und in den Familien wird es streng behütet.

Für die Zubereitung der Thüringer Kartoffelklöße reibt man die rohen Kartoffeln unter Wasser und presst sie vor der Weiterverarbeitung in einer Schüssel aus, in der sich dann die Kartoffelstärke absetzt. Teilweise wird diese mit verarbeitet. Um die richtige Konsistenz für die Klöße zu erhalten, ist die genaue Mischung des Teigs aus rohen und gekochten Kartoffeln mit Semmelbröckchen (oder Semmelbrösel) verantwortlich. Thüringer Klöße können fließend weich, aber auch stabile und fest sein.

Spargel

Wer an den von Deutschen so geliebten Spargel denkt, verbindet ihn sicher nicht sofort mit Thüringen. Aber tatsächlich ist auch der Spargel in Thüringen zuhause und außerdem eine thüringische Spezialität. Beispielsweise in Herbsleben: Hier herrschen auf den Lößböden im Erfurter Becken für den Spargelanbau perfekte Bedingungen. Die älteste thüringische Spargeltradition in Herbsleben genießt schon seit 200 Jahren einen sehr guten Ruf Thüringen wegen seines einzigartigen Geschmacks.

Bratwurst

In Thüringen hat die Küche aber noch eine weitere Spezialität zu bieten: Die Bratwurst. Sie brachte es über die Landesgrenzen hinaus zu Ruhm. Die echten Thüringer gibt es nur zwischen Eisenach, Nordhausen, Sonneberg und Altenburg. Für die Wurst wird gewürztes Rind-, Kalb- und Schweinefleisch verwendet, das locker in Schweinedarm gestopft wird. Locker muss es deshalb sein, weil sich die Wurst beispielsweise beim Braten über dem Holzkohlenfeuer blähen kann.

Die Gewürzmischung ist eigentlich geheim und macht die Bratwurst aus, aber man weiß so viel, dass Pfeffer, Salz, Senf, Zwiebeln, Kümmel und Knoblauch enthalten ist.

Hergestellt werden darf die Thüringer Bratwurst allerdings nur in Thüringen. Sie wird mit dem Zusatz „Geschützte geografische Angabe“ gekennzeichnet, wobei mindestens 52 Prozent der Wurstzutaten aus der Region stammen müssen.

Der Geschichte nach, sollen Im 7. Jahrhundert die im östlichen Thüringen angesiedelten Sorben Hackfleisch in Därme gefüllt und es als Wegzehrung mit sich geführt haben. Als sie unterwegs waren, soll es einen starken Regen gegeben haben, der sie zum Rasten zwang. Sie hielten ihre gefüllten Därme über das wärmende Feuer und hatten so die erste Thüringer Bratwurst.
Autor: red

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