Meldung aus der Wirtschaftswelt
Schwarzarbeit und Lohn-Prellerei im Kyffhäuserkreis
Dienstag, 03. April 2018, 11:38 Uhr
Erfurter Zöllner kontrollierten im letzten Jahr 829 Baufirmen. Schwarzarbeit im Fokus: Baufirmen im Kyffhäuserkreis sollen häufiger Besuch vom Zoll bekommen. Dies fordert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit Blick auf neue Zahlen des Bundesfinanzministeriums...
Danach kontrollierten Beamte im Bereich des zuständigen Hauptzollamts Erfurt im vergangenen Jahr insgesamt 829 Bauunternehmen – das sind rund 25 Prozent weniger als im Vorjahr. Hierbei leiteten die Zöllner 133 Ermittlungsverfahren wegen nicht gezahlter Mindestlöhne ein. Der Schaden wegen hinterzogenen Steuern und Sozialabgaben belief sich auf rund 27,43 Millionen Euro.
Wenn der Zoll auf die Baustelle kommt, haben die Beamten oft etwas zu bemängeln. Nach Einschätzung der IG BAU Nordthüringen kommt ein Großteil der schwarzen Schafe jedoch ungeschoren davon – weil engmaschige Kontrollen fehlten. Schwarzarbeit und Lohn-Prellerei im Kyffhäuserkreis. Foto: IG BAU
Die IG BAU Nordthüringen nennt die Zahlen alarmierend. Der Anteil schwarzer Schafe in der Baubranche sei nach wie vor sehr hoch. Selbst dabei ist noch von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen. Viele Dumping-Firmen gehen nicht ins Netz des Zolls, weil die Beamten mit den Kontrollen überhaupt nicht hinterherkommen, sagt der stellvertretende IG BAU- Bezirksvorsitzende Harald Buntfuß.
Angesichts des aktuellen Bau-Booms sei davon auszugehen, dass auch die illegale Beschäftigung stark zugenommen habe. Das Ausmaß krimineller Machenschaften in der Branche ist enorm. Deshalb müssen die Behörden auch im Kyffhäuserkreis noch viel stärker kontrollieren, so Buntfuß.
Hierfür benötige der Zoll jedoch deutlich mehr Personal – auch beim Hauptzollamt Erfurt. Für eine effektive Ermittlung brauchen wir Manpower, erklärt Buntfuß. Die IG BAU fordert bundesweit mindestens 10.000 Beamte bei der FKS. Zuletzt waren lediglich gut 6.400 FKS-Planstellen besetzt.
Die Zollbilanz geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke (Grüne) hervor. Um mehr Möglichkeiten im Kampf gegen Schwarzarbeit zu haben, schlägt die IG BAU die Schaffung von Schwerpunktstaatsanwaltschaften in allen Bundesländern vor. Auch die Gewerkschaften könnten an den Kontrollen beteiligt werden. Die Schweiz hat damit gute Erfahrungen gemacht, sagt Buntfuß. Nach dem Genfer Modell machen dort Gewerkschaften und Arbeitgeber gemeinsame Kontrollen auf Baustellen.
Autor: khhDanach kontrollierten Beamte im Bereich des zuständigen Hauptzollamts Erfurt im vergangenen Jahr insgesamt 829 Bauunternehmen – das sind rund 25 Prozent weniger als im Vorjahr. Hierbei leiteten die Zöllner 133 Ermittlungsverfahren wegen nicht gezahlter Mindestlöhne ein. Der Schaden wegen hinterzogenen Steuern und Sozialabgaben belief sich auf rund 27,43 Millionen Euro.
Wenn der Zoll auf die Baustelle kommt, haben die Beamten oft etwas zu bemängeln. Nach Einschätzung der IG BAU Nordthüringen kommt ein Großteil der schwarzen Schafe jedoch ungeschoren davon – weil engmaschige Kontrollen fehlten. Schwarzarbeit und Lohn-Prellerei im Kyffhäuserkreis. Foto: IG BAU
Die IG BAU Nordthüringen nennt die Zahlen alarmierend. Der Anteil schwarzer Schafe in der Baubranche sei nach wie vor sehr hoch. Selbst dabei ist noch von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen. Viele Dumping-Firmen gehen nicht ins Netz des Zolls, weil die Beamten mit den Kontrollen überhaupt nicht hinterherkommen, sagt der stellvertretende IG BAU- Bezirksvorsitzende Harald Buntfuß.
Angesichts des aktuellen Bau-Booms sei davon auszugehen, dass auch die illegale Beschäftigung stark zugenommen habe. Das Ausmaß krimineller Machenschaften in der Branche ist enorm. Deshalb müssen die Behörden auch im Kyffhäuserkreis noch viel stärker kontrollieren, so Buntfuß.
Hierfür benötige der Zoll jedoch deutlich mehr Personal – auch beim Hauptzollamt Erfurt. Für eine effektive Ermittlung brauchen wir Manpower, erklärt Buntfuß. Die IG BAU fordert bundesweit mindestens 10.000 Beamte bei der FKS. Zuletzt waren lediglich gut 6.400 FKS-Planstellen besetzt.
Die Zollbilanz geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke (Grüne) hervor. Um mehr Möglichkeiten im Kampf gegen Schwarzarbeit zu haben, schlägt die IG BAU die Schaffung von Schwerpunktstaatsanwaltschaften in allen Bundesländern vor. Auch die Gewerkschaften könnten an den Kontrollen beteiligt werden. Die Schweiz hat damit gute Erfahrungen gemacht, sagt Buntfuß. Nach dem Genfer Modell machen dort Gewerkschaften und Arbeitgeber gemeinsame Kontrollen auf Baustellen.

