kyffhaeuser-nachrichten.de
kn-Forum

Mehr Beachtung für Förderschulen

Mittwoch, 29. August 2018, 00:55 Uhr
Auch für mich, als ehemalige Förderschülerin dieser großartigen Schule, ist das Abschlussfest meiner ehemaligen Schule jedes Mal ein sehr schönes und emotionales Ereignis mit lieben Menschen, bestehend aus Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern, die mich seit meiner sehr schönen dort erlebten Schulzeit begleiten und auch in Zukunft weiterhin begleiten werden, so beginnt ein Brief von Carolin Eberth..

Unter anderem aus diesem Grund, finde ich den Erhalt, sowie die Wertschätzung dieser Schule(n) in der heutigen Zeit, der initiierten Inklusion besonders wichtig!

Unter bestimmten Bedingungen und Voraussetzungen ist Inklusion als Ergänzung durchaus sinnvoll, jedoch nicht uneingeschränkt und nicht für jede Art der Behinderung eines Kindes. Mir persönlich liegt sehr am Herzen, dass noch unzählige Schülerinnen und Schüler, vor allem aber nicht nur aus sozial schwachen Familien und Kinder mit unterschiedlichen Handicaps, diese schöne und sehr wertvolle Erfahrung von Zusammenhalt und Geborgenheit, durch die Fachkräfte der Förderschulen/ Förderzentren machen dürfen.

Als Grundvoraussetzung dafür finde ich es wichtig und absolut notwendig, dass Förderschulen/Förderzentren mehr Beachtung und Unterstützung in unserer Gesellschaft erfahren, die Betroffenen mehr einbezogen und gefragt werden, sowie dass diese Schulen für Kinder mit Schwächen und Beeinträchtigungen jeglicher Art mit ihren Eltern zur freien Wahl weiterhin bestehen bleiben. Außer der Berechtigung und Möglichkeit weitere Kinder in Förderschulen /Förderzentren einschulen zu können und zu dürfen, sollte darüber hinaus genügend räumlicher Platz für vielfältige Unterrichtsmöglichkeiten vorhanden sein. Ich denke dabei an Pausen, weitere Ruhezeiten und eventuelle Nachmittagsbetreuung.

Zusätzlich zur größeren Wertschätzung, wünsche ich mir, dass aktiv mehr für Förderschulen und Fördereinrichtungen im Allgemeinen getan wird!
Für all das und für die Umsetzung einer wirkungsvolleren Inklusion, fände ich das Modell von Kooperationsschulen von Vorteil. Bei diesem Schulmodell, welches ebenfalls eine Art der Inklusion ist, nur in schonender Form, lernen Kinder mit und ohne Handicap gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern, sowie einer zusätzlichen sonderpädagogischen Fachkraft gemeinsam in kleinen Klassen.

Auf diese Weise erzielen Kinder, die lediglich mit bestimmten Bedingungen ihres Umfeldes, sowie den vorherrschenden Lernbedingungen nicht zurechtkommen, bessere Lernergebnisse und sind zufriedener mit sich selbst, sowie ausgeglichener im Alltag. Diese Form von Inklusion ist aus meiner Sicht für alle Kinder als eine wesentlich geeignetere Variante. Finanzielle Aspekte, sollten für das Wohl unseres höchsten Gutes, unserer Kinder, keine Rolle spielen.

Zur Sicherung einer positiven und ungestörten Entwicklung dieser Kinder, sowie einem angst- und sorgenfreien Schulalltag, finde ich es besonders wichtig, dass Rücksichtnahme von weiteren Beteiligten, wie z.B. von ebenfalls im selben Schulgebäude befindlichen Personen oberste Priorität haben.

Bei jedem einzelnen Besuch in meiner ehemaligen Schule, fühle ich mich absolut positiv in meine eigene sehr schöne Schulzeit zurückversetzt und denke an meinen eigenen, für mich sehr schönen, aber auch sehr schmerzlichen Tag des Abschiedes von meiner ehemaligen Schule mit allen Lehrkräften, sowie damaligen Mitschülerinnen und Mitschülern gern zurück.

Ich bin stolz darauf ehemalige Förderschülerin zu sein und sehe es nicht als Schande, sondern als Geschenk!
Carolin Eberth
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: khh

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de