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Nachlese Ray Wilson im Stock'sen

Montag, 22. Oktober 2018, 18:05 Uhr
Am Samstag gab es ein begeisterndes Konzert im Stock'sen von Sondershausen. Jetzt erreichte kn dieser interessante Nachbericht mit tollen Fotos...


Vor mehr als 20 Jahren, am 28.März 1998 in der Erfurter Messehalle betrat Ray Wilson zum ersten Mal eine Bühne in Thüringen. Der Sänger stand dort als offizieller Nachfolger von Phil Collins und Peter Gabriel bei der Superband Genesis.

"Calling All Stations" hießen damals die Platte und die Tour. 60 D-Mark kostete die Eintrittskarte in Form einer viereckigen CD. Auf der, wenn sie in einen CD-Spieler gelegt wurde, Ray Wilson zusammen mit einem Ausschnitt aus dem Titelsong zum Konzert einlud.

Nachlese Ray Wilson im Stock'sen (Foto: Michael Glaser) Nachlese Ray Wilson im Stock'sen (Foto: Michael Glaser)

Die Karten verkauften sich nicht sonderlich gut, aber in Erfurt immer noch besser als in Amerika. Zu viele Fans konnten sich Genesis nicht ohne Phil Collins vorstellen. Einige Thüringer schon und bereits beim ersten Lied "No Son of Mine" war zu hören, dass auch die alten Songs von der neuen kräftigen Stimme profitierten.

Nach der finanziell schmerzhaften Absage der US-Tour 1998 ging es dann leider auch für Ray Wilson bei Genesis nicht mehr weiter und er fing nach einigen Jahren an, zunächst Solo und dann mit kleineren Bands bis hin zu Miniorchestern durch Deutschland zu tingeln.

Gastauftritte gab es auch in Thüringen reichlich, von Mühlhausen, Gotha, Erfurt über Jena und Gera bis letztes Jahr in der Klosterruine Paulinzella. Und nun, nach 20 Jahren, endlich Sondershausen.

Danke Fabian Fromm dafür!!

Im Stock'sen gingen bis auf Bühne und Bar Freitagabend 20 Uhr die Lichter aus und das Konzert begann mit dem Titelsong aus 1998 "Calling All Stations". Ebenso wie damals in Erfurt gab es von Genesis "Land of Confusion", "Carpet Crawlers", "Follow You Follow Me", ein schaurig schönes "Mama" sowie "Invisible Touch" zu hören.

Ziemlich laut wurde es bei "The Dividing Line" vom letzten Genesis-Album. Hier wäre es schön gewesen, wenn Ray Wilson kurz erzählt hätte, dass beim damaligen Vorsingen ihm die Musik hierzu vorgespielt wurde und er improvisieren sollte. Die Textzeilen fielen ihm spontan ein und später bekam er nicht zuletzt wegen diesem, seinem ersten improvisierten Song den Job bei Genesis...

In Sondershausen standen neben weiteren Genesis-Klassikern wie "That's All", auch Höhepunkte aus den Solo-Karrieren von Phil Collins ("Another Day in Paradise"), Peter Gabriel ("In Your Eyes") und Mike Rutherford ("Another Cup of Coffee") auf dem Programm. Aber auch seine eigenen Lieder aus den letzten 15 Jahre brachten das Sitzpublikum immer wieder zum Aufstehen und Tanzen.

Auf Youtube bereits zu finden, der umjubelte Abgang in die Pause mit Gabriels "Solsbury Hill". Wobei Violine und Flöte das Gitarrenschwingen von Ray und seinem Bruder Steve wunderbar ergänzten.
Stimmung bei Solsbury Hill:
https://www.youtube.com/watch?v=8CnzZGvgfuk


Der zweite Teil begann mit "No Son Of Mine", immer noch wie 1998 irgendwie besser und kräftiger als das Original. Marcin Kajper, der sich sonst als Entertainer am Saxophone und Querflöte betätigte, sprang hier als Bassist ein.

Im hinteren Teil der Bühne sorgten Kool Lyczek (cooler Name) an den Keyboards und Mario Koszel am Schlagzeug für die passende Geräuschkulisse. Dabei stand das Schlagzeug hinter einer Plexiglaswand, da man sonst wegen der Lautstärke das Mikro an der Violine von Alicja Chrzaszcz hätte gar nicht nutzen können. Trotzdem mußte der Tontechniker in der Lokalität alles geben und das gelang ihm auch gut.

Nachlese Ray Wilson im Stock'sen (Foto: Michael Glaser) Nachlese Ray Wilson im Stock'sen (Foto: Michael Glaser)

Kurz nach 22 Uhr war nach der letzten Zugabe "Knockin' On Heavens Door" zusammen gesungen mit dem partyreifen Sondershäuser Publikum ein exzellenter Musikabend im Stock'sen zu Ende.

Anschließend gab es noch Autogramme und gemeinsame Fotos und die Ansage, dass Ray Wilson tatsächlich wiederkommen will. Ich kann etwas mitreden, das sagt er nicht allzu oft...
Außerdem ist er im September erst 50 geworden und hat sicher noch ein paar Tage bis zu Rockerrente.

Und vom Konzert in Erfurt 1998 sind u.a. noch "I Can't Dance" und "Not About Us" von Genesis genauso offen wie Gabriels "Biko" oder seine eigenen Lieder "Change" oder der "Airport Song", auf den Monique im Stock'sen leider vergeblich wartete...

Schaurig schöne "Mama":
https://www.youtube.com/watch?v=eNvxueo3dyo

Text und Fotos: Michael Glaser
Autor: khh

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