kyffhaeuser-nachrichten.de
Meldung aus dem Landratsamt

Breitbandausbau im Kyffhäuserkreis beginnt

Montag, 29. Oktober 2018, 15:50 Uhr
Nach 3-jähriger Planungszeit ist es nun soweit: der Breitbandausbau im Kyffhäuserkreis beginnt! Heute wurde das mit einer Unterschrift unter einen Kooperationsvertrag mit der Telekom Deutschland GmbH besiegelt. Spatenstich soll bereits im Dezember 2018 sein...

Durch den Kyffhäuserkreis wurde auf der Grundlage der Bewilligungsbescheide des Bundes und des Freistaats Thüringen für das Ausschreibungsgebiet des Kyffhäuserkreises ein europaweites Vergabeverfahren zur Herstellung leistungsfähiger Breitbandanschlüsse durchgeführt.

Breitbandausbau im Kyffhäuserkreis beginnt (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Breitbandausbau im Kyffhäuserkreis beginnt (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

An diesem Verfahren hat sich die Telekom Deutschland GmbH beteiligt und mit Beschluss des Kreisausschusses vom 21.08.2018 den Zuschlag zur Realisierung des Breitbandausbaus erhalten.

Am heutigen Montag wurde im Sitzungszimmer des Landratsamtes des Kyffhäuserkreises eine entsprechende Erklärung zwischen der Telekom Deutschland GmbH und der Landrätin des Kyffhäuserkreises, Antje Hochwind (SPD), unterzeichnet.

Breitbandausbau im Kyffhäuserkreis beginnt (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Breitbandausbau im Kyffhäuserkreis beginnt (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Bevor es soweit war erläuterten Nadine Hampel (Breitbandkompetenzzentrum Kyffhäuserkreis), Landrätin Antje Hochwind, Rainer Frank Leiter Infrastrukturvertrieb Ost und Roman Gebhard (beide Telekom Deutschland GmbH) einige Hintergründe zum Vertrag.

Mit diesem Vertrag verpflichtet sich die Telekom bis zum 31.12.2020 den vom Vertrag 26 Städte und Gemeinden rund 14.000 potentielle Haushalte, 500 Unternehmen und 36 Schulen mit schnellem Internet zu versorgen und das mit mindestens 50 Mbit/s, teils aber bis 100 Mbi/s. Schaulem erhalten sogar einen 1 Gbit-Anschluss.
Damit werden rund 50 Prozent des Kreises allein durch diesen Vertrag mit schnellem Internetanschluss versorgt sein. Der Kooperationsvertrag beinhaltet diese Gebiet im Kyffhäuserkreis die noch kein schnelles Internat haben, und in dem Bereich liegen, der von der Förderung erfasst wird. Dort wo die Telekommunikationsunternehmen bereits von sich aus Versorgungsgebiete erschlossen haben (die Telekom zum Beispiel 10 Gemeinden, u.a. Wasserthaleben, hier berichtete kn bereits) oder Gemeinden bereits andere Varianten erschlossen haben, werden von diesem Vertrag nicht berührt.

Von den rund 16,8 Millionen Euro Kosten werden 12,8 Millionen durch Bund und Freistaat übernommen. Der Landkreis hat mit vielen Gemeinden vereinbart die Förderung über den Kreis zuorganisieren. Der Verwaltungsaufwand wäre gerade bei kleineren Gemeinden nicht zu stemmen.

Die Vertragsunterzeichnung:

Unterschrift Vertrag

Nach Rückfrage kn wurde bestätigt, es wird ein diskriminierungsfreies Netz geschaffen, was eine Forderung des Fördermittelgebers war. Diskriminierungsfreies Netz heißt, dass auch andere Telekommunikationsunternehmen gegen Entgelt dieses Netz nutzen können. Höhe der Zahlungen wird durch die Bundesnetzagentur geregelt.

Wie geht es weiter?

Bereits am 13. November wird ein Treffen mit den betroffenen Bürgermeistern der Städte und Gemeinden geben. Anfang Dezember wird es bereits den ersten Spatenstich geben. Deshalb ist eine gute Abstimmung mit den Kommunen, besonders mit den Bauämtern notwendig.

Es muss auf 170 Kilometer Tiefbaulänge gearbeitet werden bei denen 390 Kilometer Speedrohrverbund gelegt werden muss. Da Tiefbauresourcen knapp sind wird eben nicht nur gebaggert sondern auch solche Verfahren genutzt, das auf 250 Meter Abschnitte gebohrt wird (Genaugigkeit 10 cm)und durch die Rohre für die Glasfaserkabel (140 km Länge), teils sogar mehrere Rohre, verlegt werden. In Abstimmung mit den Bauämtern werden in der 40 bis 50 cm Tiefe in Gehwegen Rohre verlegt, um unnötig große Bauleistungen zu vermeiden. Im Trenching Verfahren, zur Zeit in Hildburghausen im Einsatz, werden nur kurzzeitig die Gehwege blockiert.

Breitbandausbau im Kyffhäuserkreis beginnt (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Breitbandausbau im Kyffhäuserkreis beginnt (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Die Telekom wird 90 Netzverteiler (das sind die kleinen grauen Kästen setzen), so wie 104 Multifunktionsgehäuse setzen. Die Vertreter der Telekom hoffen auf eine gute und schnelle Zusammenarbeit mit den Kommunen. Es hilft uns wenig, wenn wir über ein halbes Jahr auf irgendwelche Genehmigungen warten. Deshalb wird das Breitbandkompetenzzentrum der Vermittler zwischen Telekom und Kommunen sein.

Breitbandausbau im Kyffhäuserkreis beginnt (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Breitbandausbau im Kyffhäuserkreis beginnt (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

In Thüringen will die Telekom rund 200.000 Haushalt anschließen. Eine Anfrage von kn, wird wird es denn bei den Funknetzen bald aussehen, kam die Information, die Telekom wird in den nächsten Jahren 500 neue Sendemasten im ländlichen Regionen ganz Deutschlands setzen. Wie viele davon auf den Kyffhäuserkreis entfallen werden, steht aber noch nicht fest.

Zum Thema Finanzierung sagte Hochwind, Kommunen, die sich in der Konsolidierung befinden müssen den Eigenanteil nicht aufbringen, der wird vom Freistaat übernommen. Bei Kommunen die einen Eigenanteil von 10 Prozent aufbringen müssen, wird der Landkreis helfend einspringen, so Hochwind.

Die Reihenfolge der Ortschaften, wo begonnen wird, steht noch nicht fest, es richtet sich nach den Möglichkeiten der Telekom. Es wird aber nicht nach dem Alphabet gehen, so Frank. Einen zentralen Anschalt-Termin wird es nicht geben. Es werden bis Ende 2020 die Orte entsprechend der Ortsnetze zugeschaltet.

Eines sei aber wichtig, bis 31.12.2020 sind die Arbeiten abgeschlossen.
Für die Verbraucher ist wichtig, jeder muss für sich entscheiden, welchen Anbieter er nutzen wird. Auch wenn die Glasfestkabel überall liegen, wer schnelles Internet haben will, muss natürlich die entsprechenden Verträge abschließen.
Tipp: Schauen Sie in die bestehenden Verträge. Nur weil Glasfaserkabel verlegt wurden, kann man nicht so einfach bei anderen Telekommunikationsunternehmen "aussteigen". Bei privaten Verbrauchern werden keine Hausanschlüsse erneuert. Die sogenannte "letzte Meile" wird noch beim Kupferkabel bleiben.
Autor: khh

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de